Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- VII (1930-1931)
- Issue
- 20 (16.1.1931)
- Date
- 1931-01-16
- Page
- [Seite] (sequence 7)
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(höre als Sänger ungehört, gab die Tagesordnung bekannt und erteilte dem Kassier S a 11 y Kaufmann das Wort zur Erstattung des Kassenberichtes, der ein günstiges Ergebnis brachte. Recht lebhaft gestaltete sich die Wahl des Ausschusses, da der seitherige verdienstvolle Vorstand glaubte, eine Wiederwahl nicht mehr annehmen zu können. Die Versammlung wählte über durch Zuruf die seitherigen leitenden Herren Albert Ottenheim er, S. Kaufm u n n und S. M e t z ge r wieder und delegierte die Damen JetteKaufmaun. Mieze Weil und HeleneDreyfus neben Ernst Wertheimer und Hans Elsas in den Ausschuß. Kino anregende Aussprache schloß sich an. Ludwigsburg. Eines unserer besten Gemeindeinitgliedcr. Krau Jeanette Ottcnheiincr, wurde vor kurzem im Alter von 64 Jahren zu Grabe getragen, tief betrauert von allen, welche die würdige Frau kannten. Oberlehrer Metzger gab der allgemeinen Trauer um die vornehme und verdienstvolle Frau Ausdruck und zeichnete das Lebensbild der Entschlafenen, die 28 Jahre dem Isr. Frauen verein als gewissenhafte Rechnungsführerin angehörte. Rexingen. In geistiger und körperlicher Frische durften die Eheleute Jakob Bodenhcimcr am 29. Januar das seltene Fest der Diamantenen Hochzeit feiern. Jakob Bodenheimer steht im 88. seine Ehefrau Emma geb. Preßburgcr im 83. Lebensjahre. Weite Kreise nahmen an dem Feste innigen Anteil. Wir wünschen dem würdigen Paare noch viele Jahre beglückender Gemeinsam keit! Talheim. Oberlehrer Strauß arrangierte für unsere Gemeindemitglieder vor kurzem eine wohlgelungene Chanuka -Feier. Das. was die Kleinen und Kleinsten an Chanuka-Liedern, Reigen und Theatcraufführungcn boten, zeugte für das feine Verständnis des tüchtigen Spielleiters und dessen unermüdlichen Heiß. Den Schluß der harmonischen Feier bildete eine Gabenverlosung. Am 21. Dezember v. Js. fuhren die Schüler nach S ch 1 o ß Stettenfels, wo sie von den Eheleuten Gutsbesitzer Levi gastlich bewirtet und mit praktischen Geschenken erfreut wurden. Tübingen. Der Verlag der „Tübinger ( hroni k". der seit 1903 im Besitz unseres Genieindemitglieds Albert Weil war. ging vor einigen Wochen in den Besitz Dr. Ilöhns in Ulm über. Albert Weil hat in seiner langjährigen, umsichtigen und unermüdlichen Tätigkeit seine Zeitung inhaltlich und technisch auf eine auch von Fachleuten anerkannte Höhe gebracht. Der Besitzwechsel wird nicht nur von der jüdischen Gemeinde, sondern auch von einein großen Teil der hiesigen Bevölkerung bedauert. Da der seitherige Redakteur Dr. F o r d e r e r als Schriftleiter verbleibt und die Geschäftsführung des Verlags dem Sohne Albert Wells. Hermann W e i I, übertragen worden ist. darf erwartet werden, daß die „Tübinger Chronik" auch in Zukunft ihrer bisherigen Haltung treu bleibt. Dem verdienstvollen Verleger Albert Weil, der demnächst sein 70. Lebensjahr erreicht, wünschen wir einen ruhigen und gesegneten Lebensabend. Tübingen. Am 25. Dezember v. Js. begingen Jakob Oppenheimer und seine Ehefrau K u r o 1 i n e geb. Seemann das Fest der Silbernen Hochzeit. Oberlehrer Wochenmark würdigte in seiner Predigt die Verdienste des Jubelpaares um die hiesige Gemeinde. Der Jubilar betätigt sich seit bald zwei Jahrzehnten als Mitglied des Isr. Vorsteheramts und als ehrenamtlicher Gemeiiidepfleger, und die Jubilarin zählt zu denMitbegründcrinncn des Synagogenchors, dessen Ehrenvorsitzende und treues Mitglied sie jetzt noch ist. Mögen dem würdigen Paare noch viele Jahre gesegneten Daseins beschieden sein! Ulm. Am 20. Dezember v. Js. feierte der Jugendbund Chanuka. ln früheren Jahren war der Bund mit einer Gemeindefeier in großem Rahmen hervorgetreten: diesmal wurde die Feier in Anbetracht (der allgemeinen Lage im Gemeindezimmer nur für die Jugend abgehalten. Etwa 40 Personen beteiligten sich. Der Vorstand Hermann Hirsch begrüßte die Anwesenden; nach dem Entzünden und dem „Moaus zur" sprach Rabbiner Dr. Cohn über die Geschichte und Bedeutung des Chanuka-Festcs. Alsdann ließ man sich Tee und Kuchen schmecken. Musikalische Darbietungen, ein Melodram 'und Gesangsvorträge folgten; ein lokal-poetischer Erguß sowie Spiele sorgten für Unterhaltung. Die in allem wohlgelungene Feier bewies.) daß es nicht großer Aufmachung, sondern nur der Opferwilligkeit der Mitglieder bedarf, um eine Veranstaltung gelingen zu lassen. F. Ulm. Am Vorabend des C h a n u k a - F e .4 t e s fand w ieder ein J u g c n d g o 11 e s d i e n s t statt, zu dem die* heran wachsende Jugend wie die kleinen sehr zahlreich erschienen waren. Nach dem Entzünden der Lichter und dem Sang des ..Moaus zur", folgte die schöne Ansprache von Rabbiner Dr. Cohn, die von dem Heldengeschlecht der Makkabäer und ihrem Kampf für Israels Glauben und Weltanschauung kündete. Ulm. Am 5. Dezember v. Js. hielt Dr. Franz H i r s ch einen sehr interessanten Vortrag über „Sport- und Volksgesiindliei t“. Von - 249 - der geschichtlichen Entwicklung ausgehend, befürwortete der Redner besonders das deutsche Turnen im Sinne Jahns; eine gleichmäßige Ausbildung der Gesamtmuskulatur ist für das Allgemeinbefinden wesentlicher, als durch Spezialtrainings Rekorde zu schlagen. Hier gilt eben das alte Wort „Mens sanu in corpore sano“. Hauptsächlich für Erwerbstätige, die sich tagsüber in Räumen aufhalten. ist Bewegung von großer Wichtigkeit. Das zahlreiche Auditorium und der reiche Beifall zeugten von dem Interesse und der Zustimmung, die der Vortrag bei allen Zuhörern gefunden hatte. F. Ulm. Mit größtem Erfolg lief der bekannte* Film „Der Jazzsünger“ mit AI Jolson in den Kammer-Lichtspielen. Nachdem das ergreifende Filmwerk anläßlich seiner Stuttgarter Aufführung an dieser Stelle schon eingehend gewürdigt wurde, soll nur noch vermerkt werden, daß seine Handlung auf weite Kreise unserer Bevölkerung stärksten Eindruck machte. Ulm. Das älteste Mitglied unserer Gemeinde. Frau C 1 e m e n t i n e Marx, wurde um 19. Dezember v. Js. im Alter von fast 89 Jahren zur letzten Ruhe gebettet. Die Entschlafene stammte aus einer Familie, der auch Professor Albert gffir u. Heizung l* Miller UTTGART li / Tal. 71951/2 ngehört und gei höchste Wertschätzung. Als ausgezeichnete Pianistin stellte sieihre Kunst in den Dienst der öffentlichen Wohltätigkeit und wurde schon im Jahre 1870 mit dem Olga-Orden ausgezeichnet. Dabei war Frau Marx eine stille Wohltäterin mit sicherem Blick fl r die Wirklichkeit. Ihre höchste Aufgabe sah sie darin, ihre Kinder zu tüchtigen Menschen zu erpiehen und ihnen ein schönes Familienleben zu bereiten. Rabbiner Dr. Cohn entwarf ein Bilcl ihres Jungen und inhaltreichen Lebens, in dem tue stets das Wahre suchte, das Schöne liebte- und das Gute übte. Ein großes Trauergefolge ans allen Kreisen der Bevölkerung erwies der!Toten die letzte Ehre. Ulm. Im Alterl von fast 77 Jahren verschied am 5. Januar Moritz O e 11 i n g e r . einer unserer V£m a. 2). Albert Cramer Ulm a.D. PklilMW 25 - Telefon 2981 Konsllärtierei o. dünn. Wasd-Jünlall Tadellos« Arbeit! Kärseste Lieferfristt Facfchaadlga Bedienung! Abholung aad Liefernd auf Aaraf kostenlos. /-!--\ Oscar Kämmerer / Ulm vorm. Val. 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