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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1930-12-16 · 18 (16.12.1930) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
VII (1930-1931)
Issue
18 (16.12.1930)
Date
1930-12-16
Page
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228 - W AREN in bester Ausführung empfiehlt Hermann Walter Inhaber: Ernst Benndorf * Kürschnermeister Ludwigsburg * Kirchstruße 25 Reparaturen gut und preiswert alter Hausrat, \iele I amilienhilder alles atmete den GeDt wahrer Frömmigkeit. Die Unterhaltung wurde bald sehr lebhaft. Joseph blieb lange stiller Beobachter und Zuhörer. Nicht ohne Rührung nahm er wahr, wie die junge (■eneration andächtig und dankbar auf die W orte des greisen Vaters lauschte. Ehrfurcht und Zärtlichkeit vereinigte sich bei den Kindern zu einer wunderbaren Hingabe, die alter nie -in blinde Unterordnung aufging. Im Gegenteil, die Jugend vertrat ihre Ansichten mit glänzender Bel edsain kei t und beweiskräftigen \rgumciiO n. Vbur nie netzten sie den alten Herrn m it. Es wurden philosophische I hemata behuu'l-ltl wirtschaftliche Fragen erörtert, keinem Gebiet der Wissenschaft ging man aus dem Wege. IE, vielseitige1 akademische Bildung des . men Sohnes, die Geschäftstiichtigkeit des anderen so-gte für reiche \bwethslnng im Gespräche, das e tztetn I ndes immer mit einer Belehrung der jungen feilte durch den \ater oder GnEel \U.sche Wolf cb'chlol*. I >a konnte 'ich Joseph nicht etitlt.!,eu seiner \ rrw iiucleruiig Gi'druck ■i, .. n: .ö>- kann midi nicht genug wundem." sagte et. ..die v-Tehrtee. alten Herrn so bewandert in •] moe ii. Fragen zu 'eben. Sie halten sich ■ r.fit-> dal Ii eifriges I eseil der Zeitungen und ec u<-'teil ''Uiriftcn vtets auf dem 1 iiufc Iiclc n? ..Sie i v “cg. I brr. entgegnete Reb Sleii!.e:i|. „icU lese .ur die- Thora und unsere ' > reiche jiiuli'chc l.iteratur. Aber es gibt keine im■ . e ij Fragen, de nn alles i't schon da- .. cc if alles fjie ui wir in unserir heiligen scFrif'er une \ntvvort." s _ - kerne mod.u ne F 1 scheinuiig. die s : ’ 111 I Ul - setzt . Kc :• * i> bi1., a alen die grollen Feistlingen I. \!. u-i- - . ich anerkenne Jeden Fortschritt, b . mich nicht. Was kann äuge •- u Wunder der '■‘chöpfiiiiir uns noch in ’ e. -otzeil •Zun. lamih-teil doch die Wunder der lechnik I Grübe winde heute noch nicht ge- -:*i '-.heu. Das j,| wohl ein tiegenstand. den Sie b * i bi t I i di vermeiden?“ keineswegs. \ndt die~e Wunder bieten für ieu keime r der Thora nichts überraschendes.“ 'o setzt e- Sie nicht in Erstaunen, wenn Sie von den Rauten in \merika. den Wolkenkratzern. lesen?" ..Ich kenne >je im Bilde lind sie erscheinen mir ul' jnichts so Unbegreifliches, wenn ich an den I numbau von Babel denke. Auch damals wollten die Menschen bis in den Himmel bauen. Gott vereitelte ihr vvahnwitziges Tun. indem er ihre Sprache verwirrte. Heute herrscht auf Erden -(hon ein solcher Wirrwarr, dali Gott nicht nötig hat. ihn er't -entstehen zu lassen.“ ..Abei wenn Sie von den \ ersuchen lesen. F'lug- -chiffe zu bauen. '<> erschauern Sie doch?“ ..Nicht vor den V ersuchen, auch nicht vor der .olteiideteii Tat. Ich werde es nicht erleben, daß Menschen durch den Aether steuern, aber ich z.weifle nicht daran, daß es einstens der Fall sein wird. Kt Fliegen denn etwas Neues, hat Gott nicht das Fliegen in den Be reich seiner Schöpfungen einbezogeii. wenn er auch nicht den Menschen mit dieser Kunst ausgestattet, sondern die \ ögel. bei denen es sicher besser angebracht ist.“ ..Wenn nun aber die Menschen sich dieser ihnen vorenthaltenen Kunst bemächtigen, so leisten sie doch etwas Lebermenschliches?" Das gebe ich Ihnen unbedingt zu. Es wäre übermenschlich, denn es wäre unmöglich, wenn Gott hierzu den Menschen nicht den Geist gegeben. der sie zu solchen Leistungen befähigt. Schlaget Menschenw erk so hoch an als Ihr wollt, aber verge-ßt nicht Gottes Allmacht. Gottes Liebe, die sein Geschöpf zu so großen Werken l>efähigt. -Wer. wie wir alten Leute, den LVlvergung von der qualmenden Talgkerze zum elektrischen Eicht erhdÄ. wird nicht mehr so leicht in Erstaunen V ersetzt. Und das Telephon es ist ja noch in seinem Anfangsstadium es wird die Welt näher aneinanderrücken. Vielleicht wird auch noch einmal der Tag kommen, wo die Menschen. ohne daß Drähte gespannt werden müssen. einander verstehen. Aber auch dann wird es Gottes Größe sein, die solches ermöglicht. Denn die größten Erfindungen beruhen auf größten Entdeckt!ngen. Das unfaßbar Große' war immer schon da. ohne daß wir es erkannten: Gottes Schöpfungswerk. Und wer sagt Ihnen, junger Freund, daß unsere Vorfahren vor Jahrtausenden dem heutigen Geschlechte nicht viel fach überlegen waren, wenigstens in ihren großen Männern, in unseren Erzvätern lind Propheten? Alles nützt sich im Leben ab. Wir betrachten uns geistig höher stehend als frühere Generationen. Dies mag zutreffen.auf die Menge. BELEUCHTUNGS-ZENTRALE KARL RIST / REUTLINGEN KANZLEISTR. ,1 TELEFON 3595 BELEUCHTUNG/RADIO nicht aber auf die Erlesenen der Menschheit. Und kann diese erhöhte Geistigkeit nicht erkauft sein durch Einbuße an sinnlichen Kräften? \ielleicht vermochten unsere Ahnen zu sehen, wo wir blind sind, zu hören, wo wir tunb sind. Dafür bietet uns dann nur eines Ersatz, vollwerten Ersatz: der Glaube und das Wissen, das wir aus unserer Thora schöpfen. Eines bleibt ja gewiß: Menschenwerk ist immer Stückwerk. Gotteswerk ist Vollendung.“ £uduriqs&ucg. SEYBOTH SCHREIBMASCHINEN BAHNHOFSTR. 37 - TEL. 355« KUNSTHANDLUNG KIRCHSTR.« - TELEFON 3801 Gute mi zeMemflbe Aatoladfierangeo iitt-Vuduni ud -Hink Spezialwerkstätte Hermann Fink iauntnt« ii z Ttietn ist« lowtirti - H(i|iiucni|u jä ■VAitiberttfutsnd MAriilknuitr-Zntrala Max Fink Sämerctrife 11 / TMtn 351« in jeder Ausführung in allen Oesteinsarten Beratg. a. VoranschL anv«rt>. I.Scbeerer. Lndvl^sb. 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