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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1930-12-01 · 17 (1.12.1930) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
VII (1930-1931)
Issue
17 (1.12.1930)
Date
1930-12-01
Page
[Seite] (sequence 14)
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210 Bankcommandlte Siegmund Weil llalHsil IMM.1HIMW/ TcL 18144/4J HECHINQEN / TÜBINGEN z SIGMARIN GEN ind. ansl. Wertpapiere / Einlagen *n günst. Zinssätzen / Industrie« Kredite z Hypotheken Kassier. Dr. S. M e r z b a ch e r - Stuttgart als 1. Vorsitzender und sämtlichen Ortsgruppen-A orsitzenden als .Vusschuhinitgliedern, wurden durch Akklamation für ein weiteres Jahr bestätigt. Der größte Teil der Tagung stand dem Tei> treter der Bundesleitung sowie den Delegierten der Ortsgruppen zur Aussprache zur Verfügung. Jeder einzelne brachte wertvolle Mitteilungen und brauchbare Vorschläge mit: insbesondere fesselten wiederum die Mitteilungen von Kam. Dr.!•' r <•- u n d - Berlin, der aus dem großen 'schütze seiner Erfahrungen viel Wissenswertes and cor allem Verwertbares mit auf den Weg gab. Am .'Schlüsse der geschäftlichen Sitzung wurde einstimmig folgende Resolution /werk« Lebergabe an die gesamte wiirttembergische I'resse angenommen: ..W ir jüdischen Frontsoldaten empfinden mit tiefem Schmerz die schwere Not. die auf dem ganzen deutschen Volke, auch auf dessen jüdischem Teile lastet. Wir weisen aber mit Fmpöruug zurück, daß von bestimmten Kreisen unentwegt unternommen wird, diese unglückliche Fntwicklung den Juden in DeutschlaTid zur Fast zu legen lind diese sinnlose und unwahre Beschuldigung durch niedrige Beschimpfungen und Verleumdungen fortgesetzt immer mehr zu verbreiten. Wii jüdischen Frontsoldaten sind uns bewußt. die Pflicht für Volk und Vaterland in Krieg und Frieden stets in vollem Umfange und freudigen Herzens als ganz selbstverständlich erfüllt zu haben. Wir werden uns in der tätigen Mitwirkung am Wiederaufbau Deutschlands durch diese würdelose Verhetzung weiter Kreise nicht beirren lassen. Wir erwarten von allen ehrlichen und anständig gesinnten Deutschen, insbesondere von unseren Kameraden von einst, daß auch sie ein -obhes Treiben von sich weisen, das dem V aterland in dieser schweren Not nicht dienen kann und lediglich geeignet ist. die 1 hre und Würde des deutschen Volkes vor sich selbst und vor der Welt herabsetzen.“ - Besonders sch noch hervorgehoben. mit welch außergewöhnlich ausdauernder Anteilnahme unc re Gäste der Tagung folgten und sowohl durch ehrende Begrüßungsworte als auch durch wertvolle Beteiligung an den sachlichen Debatten bezeugten. wie sehr die Ideen und die praktische V di, it des Frouthundes auch außerhalb des hamer.idenkreisos Verständnis finden. Man hatte wahrend deganzen Verlaufes der Tagung die nicht zu unterschätzende Kmpfindung. daß ein fast familiärer Kreis von Menschen, die sich verstehen und -ich schätzen, bestrebt war und ist. alle "orge n und Hoffnungen zu teilen und neuen Mut und neue Hoffnungen mit nach Hause zu nehme» tBätuteüscfiau. VVürtt. Landestheater. Theodor Brandt war an dem anläßlich seines 75. Geburtstags veri »-falteten Abend der Gebende. Sein Dr. Crusius in dem Blumenthal-Kadelburg'schen Schwanke ..Großstadtluft“ ist auch heute noch eine geradezu mustergültige Leistung. Anwesend waren viele alte Herr-ihaften. die sonst längst kein Theater mehr besuchen. Sie sehen ja so schlecht, und das Gehör läßt nach, aber „ihren" Brandt mußten sie noch einmal schauen, und sie jubelten ihm zu. -ir klat-chten und waren g^icklich. Und auch die Jugend war zahlreich vertreten, denn auch ihr ge hört Theodor, der trotz seiner 75 Jahre immer noch jung ist. Die von Frohlaune getragene Aufführung war ausgezeichnet. Trotzdem nennen wir keine Namen. Die Ihre dieses Abends geluirt einzig und allein: Theodor Brandt. Wiirtt. Landestheater. Kinen interessanten Finblick in das Wesen ostasiatischer Bühnen- und I anzkun-t vermittelte ein Gastspiel des „J a - I> a n i - ch e n Theater s“ aus T okio, das. bei aller sprachlichen und gestischen Eigenart seiner Schauspieler, doch sehr starke Eindrücke vermittelte. wie eben jede Kunst, auch wenn sie sich in fremdartigen Formen manifestiert, seelische Brücken schlägt. — Trotz, der von der Bühne gegebenen einleitenden Erklärungen ließ aber nur das Drama ..Kage-N'o-Chikara“ („Die -chlummernde Versehen g“) unmittelbares Verstehen zu. Hier ging ein packender heroischer Stoff über die Bühne, der. durch vollendete Darstellungskunst zu dramatischen,Höhepunkten gesteigert, durch eine eigenartige Begleitmusik wirksam akzentuiert wurde. Das gut besetzte Haus applaudierte den Künstlern stürmisch. Württ. Landestheater. Die Neuinszenierung der ..Jüdin“ von Halevy, dieser klassischen Vertreterin der französischen „großen“ Oper, -tand im Zeichen der großen Kunst Leo S I e z a k s . der die Partie des Eleazar als Gast übernommen halte. Seine herrlich timbrierte Ienor-timme. hinreißend in der Weichheit ihres piano und der heldischen Kraft ihres forte. CtwUa-Fcfcr mJgftMtta&dar. ficifihef der FBcütcl formte, verbunden mit einer ungewöhnlichen Darstellungskunst, einen Eleazar, wie man ihn nur selten hört und sieht Die berühmte Soloszene am Ende des 4. Aufzugs, in der Eleazar von Rache- und Mitleidsgefühlen gefoltert und schließlich zu brennender Begier nach Vergeltung ausgepeitscht wird, bedeutete den Höhepunkt des Abends, der, ebenso wie die glänzende Jieutfiuqen MÖBEL ln allen PreLelagen MÖBEL-FABRIK A. SCHIRM INHABER: J. SPEIDEL REUTLINGEN Schulstr. 33 (n. d. Oberamt) Tel. 3651/52 Unverblndl. 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