Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- VII (1930-1931)
- Issue
- 7 (1.7.1930)
- Date
- 1930-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
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- 77 - So ungefähr denkt sich der Jugendring seine soziale Aufgabe: er ist geschaffen und will nunmehr schaffen ist arbeitsfroh und voll Hilfsbereitschaft: der jugendring kennt die Pflicht der Gemeinschaft und des Einzelnen, er weiß von der Verantwortlichkeit der Jugend für die Jugend und wird in diesem Sinne handeln. QUtS hm hm WMUmhHMfS Stuttgart. Der „Verein israel. Lehrer in Wiirttemher g" hielt am II. Juni seine Juh rcsversainmlung ab. Als Gäste waren c• >ni Israel. Oberrat Leopold Levi.als Vertreter des Israel. Vorsteheramts Stuttgart Sanitätsrat Dr. Ries erschienen. Auch die Herren Louis Hirsch, Stuttgart, und Lehrer Spier- Huigerloch. erfreuten den Verein durch ihre Anwesenheit. Nach der Begrüßung erstattete der Vorsitzende. Oberlehrer Rothschild - Eßlingen, den Tätigkeitsbericht und wies zunächst auf die neue Dienstordnung für die Religionslehrer hin. die klare dienstliche Verhältnisse geschaffen hat. Der Referent hob hervor, daß die freie und freudige Mitarbeit der Beamten erst einer geschriebenen Ordnung den rechten Erfolg gewährleisten kann. Die Behörde wie die Oeffentlichkeit sollten den Lehrern das Vertrauen entgegenbringen, das eine Mitarbeit voraussetzt. Die weiteren Punkte des Tätigkeitsberichts bezogen sich auf den Landesschulgesetzentw urf sowie auf die Wahlen des Vertreters der Lehrer zur Landesversammlung. Ls wurde dem Wunsch Ausdruck gegeben, daß diese Wahl auch der Wahlkommission gegenüber geheim sein sollte, was nach dem bisherigen Modus nicht zutrifft. Leopold Levi versprach Weiterleitung dieses Wunsches. Die Arbeitsgemeinschaft der Lehrer war regelmäßig besucht: der Israel. Oberrat hat dieselbe auch im letzten I lalbiahr in dankenswerter Weise ermöglicht. Die Mitgliederzahl hat sich auf 39 erhöht. An den Jahresbericht schloß sich eine Aussprache an. Den Revisionsbericht für die Rechnung 1924 bis 1927 erstattete Oberlehrer Adelsheimer. Stuttgart, ebenso berichtete derselbe für den verhinderten Kassier, Oberlehrer Adler-Cannstatt über die Rechnungsergebnisse des Jahres 1929. Nach diesen beträgt das Vereinsverinögen 14 864 Mk. 14 Pfg. neben den noch ausstehenden Aufwertungsanteilen. An Lehrerwitwen wurden 3200 Mk. Unterstützungen ausbezahlt. Auch an diesen Bericht schloß sich eine Aussprache au. Die für den Verein wichtige Frage des Spenden zur Thora stand im Mittelpunkt der Diskussion. Die dem Verein vorgelegte Frage eines jüdischen Krankenhauses wurde nach einleitenden Ausführungen von Louis Hirsch gleichfalls erörtert. Es wurde von den meisten Rednern ein jüdisches Krankenhaus als wünschenswert bezeichnet. die Ausführbarkeit der Vorarbeiten in jetziger Zeit aber verneint. Lehrer Spier-Haigerlodi hielt ein eingehendes Referat über den h eh räischenUnterricht. den er als den wesentlichsten Bestandteil des Religionsunterrichts bezeichnete. Der Referent wünscht auch für diesen Unterricht die Methode des modernen, auf sprachgesetzlichen Regeln beruhenden Sprachunterrichts. Es ergab sich auch hier eine rege Debatte. Zum Delegierten für den kommenden Verbundstag der jüdischen Lehrervereine in Deutschland wurde Adelsheimer. Stuttgart zu dessen Stellvertreter Adler, Ulm. gewählt. Stuttgart. Mitgliederversammlung der ,Tsr. Waisen- und Erziehungsanstalt Wilhelmspflege“ in Eßlingen am 13. Juni. Der Vorsitzende, Landgerichtsdirektor Stern, eröffnete die Mitgliederversammlung mit dem Hinweis, daß im kommenden Jahre das Waisenhaus auf ein hundertjähriges Bestehen zurückblicken darf. Es sei mit dem Leben der württembergischen Juden also unlösbar verbunden und habe! auch im letzten Jahre zahlreiche Beweise der Sympathie erfuhren. Er wies im übrigen auf den gedruckt vorliegenden Jahresbericht hin, der es überflüssig erscheinen ließe, auf die Erfahrungen und Erlebnisse des letzten Jahres noch besonders aufmerksam zu machen. Er spendete besonderen Dank der mustergültigen und getreuen Kassenführung des Kassenführers Samuel Herz, der auch in diesem Jahre sein mühsames Amt zuin Segen der Anstalt geführt hübe. Die Prüfung der Kasse, die Ende Mai durch die Kussenprüfer A. Saeugcr und A. Rothschild vorgenommen w orden, hat zu keinem Einspruch Veranlassung gegeben. Die Versammlung schloß sich diesem Danke an und gewährte die verlangte Entlastung. Die ausscheidendeu Vorstandsmitglieder wurden sämtlich durch Zuruf wiedergewählt. Anstatt des verewigten Kommerzienrats Moos wurde Dr. med. Otto Einstein in den Ausschuß gewühlt. Der Vorsitzende machte dann Mitteilung von einem Berichte des Oberschulrats Köhler über die Prüfung der Schüler des Waisenhauses, die am 27. Februar t93<) stuttgefunden und ein nach jeder Richtung hin erfreuliches Ergebnis gezeitigt hat. Die Anfrage des Fürsorgerates ül>er die Neugründung eines Vereines ..Jüdisches Krankenhaus in Stuttgart“ wurde vom Ausschuß ablehnend beschieden: die Bitte des Fürsorgeamtes, ihm auch im neuen Jahre einen Kostennachlaß von HHX) Mk. für die vom Fürsorgeamt dem Waisenhaus zugewiesenen Kinder zu gewähren, wurde bis zu der Entscheidung des Vorsteheramtes über die Frage des Schnoderns verschoben. Eine Anfrage der Fürsorgerin Emma Weil über die nachgehende Fürsorge für die aus dem Waisenhaus entlassenen Zöglinge führte zu einer Ausspruche und zu der Entschließung, die wichtige f rüge in einer demnächst einzuberufenden Ausschußsitzung zu behandeln. Der Jahresbericht des Waisenhauses ist allen zugänglich, die sich für die vorbildlichen Einrichtungen des Eßlinger Waisenhauses interessieren. Es muß auch bei dieser Gelegenheit da rauf hingewiesen werden, daß es eine Ehrenpflicht aller Menschenfreunde ist. das Waisenhaus durch Mitgliederbeiträge und Spenden zu unterstützen. TAPE TEN LINOI EUM vorn: KNGE HIENERWADEL IUCHSINSTMSII 2«B Stuttgart. des „W ü r 1 s r. W o h l f 22. Juni. Mitgliederversammlung t. Landesverbandes für tihrtsbetrebungen (L.J.W.)“ Unter erfreulich lebhafter Beteiligung weiterer Kreise fand diesmal die Jahresversammlung statt. Als Vertreterin des Bundes der Badener Israel. Wohlfahrtsorganisationen war Frl. B 1 o di - Karlsruhe erschienen. Der Vorsitzende Arthur Essiuger eröffnete die Versammlung mit der Mitteilung der eingegangenen Verbau dsvereine über ihre stimmberechtigten Mitglieder. Er hielt dann Nachrufe auf die beiden vor kürzen) verstorbenen Mitglieder des Vorstandes und des Wohlfahrtsrates Max D r c y f u s - I.iidwigsburg und Obe rlehrer i. R. S t r a ß b u r g e r - Baisingen. Die Versammlung hörte die Nacirufe auf die beiden um die Verbandsarbeit verdienten Männer stehend an. Du der Jahresber cht diesmal allen Mitgliedern gedruckt zugega ngen. konnte von seinem Vortrag abgesehen werden. Rabbiner Dr. Tänzer- Göppfngen dankte besonders für die Form und Ausstattung d :s Berichtes. Die Betriebsrechnung gab Veranlassung zu lebhafter Ausspruche. Lwurde von S t e ck e 1 tu a ch e r - Heilbronn bemängelt. daß klie Gemeinde Stuttgart einen zu geringen Beitrag für den L.J.W. leistet. Der Vorsitzende gab Auskunft über die verhältnismäßig großen Leistungen der Stuttgarter Gemeinde für den L.J.W. Auch in diesem Jahre kam es zu einer Ausspräche über die Abfertigung der Durchreisende-) in den einzelnen Gemeinden. Die Kasse ist Von den Kassenprüfern Sunitätsrat Dr. Weil und Strauß- Cannstatt geprüft und für richtig befunden worden. Die Versammlung erteilte die nachgesuchte Entlastung. Der für daslGeschäftsjahr 1930 vorgelegte Eni | wurf eines Voranschlages wurde in seinen Einzel-1 beiten durchberaten und angenommen. Bei den Neuwahlen würde in den Wohlfahrtsrat Bankier Adler- Rott-ceil für den verstorbenen Oberlehrer Straßburger gewählt. Eine Reihe Anträge, die sich aus der Kassenprüfung ergeben hatte», wurde von Sanitätsrat Dr. Weil vorgetragen und ohne Debatte angenommen. Ein Antrag des ..Israel. Wohlflhrtsverein" in Heilbronn über die Schaffung vonfArbeitsnachweisen an allen, auch den kleinsten! Orten, wurde abgelehnt. Stadt^ rabbiner Dr. Rieger wies bei dieser Gelegen* heit darauf hin. daß die einzige Lösung des Problems der Arbeitslosigkeit unter den Juden die Schaffung einer Arbeitsnachweiszentrale für die deutschen Jud :n sei. Au einer Aussprache über Fragen der G HFangenenfiirsorge beteiligtem sich Rabbiner Dr lelirer Metzgeif. Steckeimacher und Landgerichts direktcir Stern. Mit der Mitteilung einer Zuschrift der Zehtralwohlfahrtsstelle über Hotels, die eine Ermäßigung für jüdische Kurgäste den Tänzer, die Fürsorgerin. Ober Nachruf Nach einer ein Menschenalter Hindurch währenden Wirksamkeit als Lehrer, Dordeter, Prediger und Verwalter der Religionsgemeinde ist Herr Oberlehrer r. R. Max Straßburger verschieden. Gemeinde und Vorsteheramt beklagen tief den Hingang dieses allzeit pflichterfiillten Dieners des Judentums und werden sein Andenken immerdar in Ehren halten. Isr. Dorsteheramt Baisingen Schlankheit, Elastizität, AnmutfGrazie,JugendlSchönheit Unerreicht in Wirkung Vollkommen ohne Difft Garantiert ohne sdi&dliche Nebenwirkung ist die echte RlffORHAM'ScmanklieU$Knr Nur allein echt zu haben im WMMntr irialertuj Un.tJL MnuiMt Stuttgart, Seidenstraße 1. Tel. 00172. Saddeutschlands größtes und reichhaltigstes Kräutermagazin. Zirka 2000 Heilkräuter in feinst, frischer Verarbeitung vorrätig Bei uns zu sehen die neuen Buic k Modelle Nie hat Buidt schönere ^agen gebaut ... Alle Modelle sind von neuer Be*chwingtheit der Form und neuer großartiger Leistungsfähigkeit. Oberzeugen Sie sich duich persönliche Besichtigung von den vielen Verbesserungen, die den neuen Buick auszeichnen, wir stehen jederzeit für eine unverbindliche Probefahrt zur Verfügung. Illustrierte Literatur. 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