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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1930-07-01 · 7 (1.7.1930) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
VII (1930-1931)
Issue
7 (1.7.1930)
Date
1930-07-01
Page
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Mk. 404.07 Anstaltsfürsorge.Mk. 85.— Ausbildungsbeihilfen.Mk. 102.28 Durchreisende.Mk. 280.00 An 18 Erwachsene und f .Kindern wurden insgesamt 85 Kleidungs- und Wäschestücke abgegeben. An Spenden erhielt das Fürsorgeamt Mk. 70.— von: Frau Flory Heilbronner, zum Andenken an ihren verstorbenen Gatten Herrn Ed. Heilbronner; Israel. Verlagsanstalt, f. Ortsarmenverein in Form eines Kostennachlasses; Frau B. Rosenfeld zum Wochenfest. Hans Ostwalds «Liebermann Buch" Von Helmuth Steinbrück. Dieses mit feinfühligem Verständnis zusammengestellte, ausgezeichnet ausgestattete Buch *) gibt nicht nur in 270 guten Reproduktionen mit einführendem Text einen vollen Ueberblick über den ungeheuren Schaffensbereich des Künstlers Max Liebermann, der einst als „Apostel der Häßlichkeit“ verketzert wurde, weil er das arbeitende Volk malte, wie es wirklich ist. („Der einzige, der Menschen macht, nicht Modelle“, sagte Menzel von ihm.) Es gibt, unterstützt durch zahlreiche Aussprüche, humorvolle Anekdoten, persönliche Erzählungen, Brief- und Abhandlungsbruchstücke des Meisters, auch ein fesselndes Bild vom Werden und Wirken eines vorbildlichen Menschen. Liebermann selbst bezeichnet seine Wesensart gern als „preußisch“. Vor allem aber ist sie die schönste Blüte echten, guten Berlincrtums. Sachlich, jeder Sentimentalität abhold, doch echt in Gefühl, übersonnt von Humor, durchsprüht von geistreichem, treffsicherem Witz. Die vielen Proben, die das Liebermann-Buch dankenswerter Weise auch gerade von Liebermanns Humor und Witz gibt, werden den geistigen Feinschmecker entzücken. Z. B. wenn Liebermann, sich für ein Bild Cdzannes begeisternd, auf den Tadel, der eine Arm sei zu lang, antwortet: „Ach was, der Arm ist so schön gemalt, der kann gar nicht lang genug sein.“ Oder wepn er jemandem, der ein Porträt nicht ähnlich genug findet, erklärt: „Hörnse mal. Sie dürfen von einem Porträt nicht verlangen, daß es Papa und Mama sagen kann“. Oder dem zeitweilig aufgetauchten Gerücht, einige Bilder Liebermanns habe eigentlich Lesser Ury gemalt, also entgegentritt: „Das ist mir egal, ■ua Oatwalcts »Das Liebermann-Buch*, 300 Seiten mit 270 Bildern von Max Liebermann, Oanxleioen Mk. CLO karton. Mk. 3.75. ’ wen/i gesagt wird, meine Bilder seien von Lesser Ury. Aber wenn er sagt, seine Bilder seien von mir, dann verklage ich ihn“. Oder wenn er einen seiner absolutesten Antipoden, einen klassischen Ausspruch klassisch variierend, kennzeichnet: „Wenn Anton von Werner auch ohne Arme geboren wäre, er hätte doch die größte Schnauze gehabt“. Auch eine Fülle von Liebermann selbst erzählter Anekdoten bringt das Buch. Unter anderem die von Frank Wedekinds Debüt in Liebermanns Salon, wo „der Mann mit den sieben Bärten“ seinen „Erdgeist“ in einem dermaßen übertrieben hochtragischen Ton vorlas, daß sämtliche Zuhörer zum Schluß, von den Sesseln herabgerutscht, sich vor Lachen auf dem Fußboden wanden. Dann Liebermanns erste Begegnung mit Leibi: Der hatte sich über die Angriffe auf Liebermanns „Zwölfjährigem Jesus im Tempel“ geärgert, erschien eines Morgens in seiner ganzen herkulischen Länge: in Liebermanns Atelier und erklärte ihm: .Ich bin der Leibi. Ihr Bild ist ein Meisterwerk, und wer Ihnen deswegen ein Haar krümmt, ich schlag ihn tot, den Hund“. Auf das künstlerische Schaffen Liebermanns, dessen Leitstern stets war: das Lebendige in der Natur zum Bilde zu gestalten, hier kunstkritisch einzugehen, erübrigt sich. Max Liebermann, den genialen ^childerer der arbeitenden Menschen. Landschafter, Portrütisten, Tierbildner, Illustrator — den Präsidenten der Preußischen Akademie der Künste, der diesen Wahlposten nun schon lange von Jahr zu Jahr so selbstverständlich innebehält wie nur je ein souveräner Fürst den ererbten Thron seiner Väter — den großen Organisator unseres Kunstlebens — den Förderer allen echten Kunststrebens — den kennt die Welt. Wer aber weiß heute noch, wie hart diese geborene Herrscher- und Führernatur jahrzehntelang gegen Verständnislosigkeit, Gleichgültigkeit, Anfeindung. Spott und Hohn kämpfen mußte, ehe das Genie die langsam nachhinkenden Massen zur Erkenntnis und Gefolgschaft zwang? Aus den Seiten des „Liebermann-Buches“ tritt uns ein Werdegang von vorbildlicher Zielbewußtheit und Zähigkeit entgegen, ein eiserner Wille, dem einen großen Ziel alles andere unterzuordnen. Darum ist dieses Buch ein Vademekum für alle Strebenden, auf welchem Gebiet auch immer. Talente und Gaben sind so verschiedenartig wie die Menschen selbst. Aber eines ist ehernes Naturgesetz für jeden echten, höchsten Erfolg: Treue gegen sich selbst, Unermüdlichkeit im Ringen um die letzte erreichbare Vollendung. Mit unerschütterlichem Zielbewußtsein hat schon der Abiturient Max Liebermann für seine Sehnsucht gegen den Wunsch des Vaters gekämpft, ist der junge Kunstschüler in Weimar unbeirrt von Zeitmoden und den Forderungen verständnisloser Lehrer der inneren Stimme gefolgt. Mit der gleichen Treue hat er alle Ereignisse seines Lebens dem großen Hauptgebot der künstlerischen Aufwärtsentwicklung untergeordnet, und mit der gleichen Treue steht auch heute der Dreiundachtzigjährige in voller Frische Tag ist gesund und munter, wenn Sie es oor den Quai m des Wundseins schützen. Vermenden Sie ,-fuoU*/ den idealen Säuglings-Puder, er wirkt hoilend imd Dftrbeueend. Helnrii :h Mack Nacht.. Ulm a. D. für Tag vor der Staffelei, von der immer neue Meisterwerke [iii die Welt wandern, waltet er seines hohen Amtes als oberste Instanz preußischen Kunstleliens in allen Einzelheiten persönlich mit allbe't underter — manchmal auch gefürchteter Intensität. „Mir macht c ie Arbeit dei?meisten Spaß“, sagt er in seiner al k?n großen Worten abholden sachlichen Art. „A beit“, das ist ihm nicht Pflicht, das ist ihm höchste Lebenserfüllung, diesem großen Lebenskünstle , der genau weiß, daß über allem Erdenglüdc die Freude am eigenen Schaffen steht — oder, wie Goethe es ausdrückt — an der eigenen „Persönlic ikeit“. Das aber ist die ethische Krönung seiner Persönlichkeit, da I Max Liebermann nicht nur der eigenen Kunst lebt, daß er vielmehr in vorbildlicher Kamen dschaftlichkeit allen Strebenden die helfende I: and reicht, „den Jungen den Weg offenhalten“, > Hem Echten Entfaltungsmöglichkeit bieten will; nach seinem Lieblingswort: „Edel sei der Mensch; hilfreich und gut“. „Jugencf hilft der Jugend" - Die | sozialen Aufgaben des „Jüdischen Jugendrings Stuttgart" ton Dr. Fritz Bauer. Vor einigen! Wochen wurde in Stuttgart der jüdische Jugcntlriug ins Leben gerufen: ihm gehören fast alle jüdischen Jugendvereine- und . Bünde Stuttgarts an. Der Jugendring stellt keine Fusion der seitherigen Organisationen dar; er läßt vielmehr ||die Individualität der Einzelverbände, ihre Einstellung zu politischen und religiösen Fragen Unberührt, vergemeinschaftet aber, was alle Jugend bindet. Es mag sein, daß in “‘ROMINOER: . KONiaSTR. IS / TELEFON S4SS1 ■ ressen Auskünfte

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