Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- VI (1929-1930)
- Issue
- 22 (18.2.1930)
- Date
- 1930-02-18
- Page
- Seite 293 (sequence 1)
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Gemeinde Äetinns für die ffraelttifc0eu Gemeinden WiietlemvergS «i,>»«»»«><: etaf4tlicett4 flWWIfltlfc tdirflci s JIM, balMtrtkfc 2» JUt 1.25 JIM, SinjiliinnK 25 R»ich<pli»»ig PoÄ-bvt »«,,-: 36258 «m» )KiMl mt. «. 16. Verlas: MrarlUlsche DerlaaSaaAalt &. m. b. H. Seraspr. 222 S» ft Gluttaart ft ftafernenftr. 13 Schriftleituag: Gladlrabbiarr Dr. Rieger, Gtaltgart, Lbarlolleastro-e 13 XiMlieifriii: die eijfpalfia* 9ton9ar*iUt>ciU 30 9td<fr*pfmmig AmschlagfetleH imL DorzvAdplätzr »ach Tarif. AaMt11e»a»Mae» unb kleine Knzeigea bi* Klein >eile 30 Reichapfennia, Neklamezeil« 1.50 JUH »rl ^Ufterfctli Seti Mi VL Jahrgang Stuttgart, 16. Februar 1930 Nr. 22 Amtl. Bekanntmachungen Israelitischer Oberrat. Stuttgart, 29. Januar 193«. Bei der am 26. Januar 1930 stattgehabten Tagung der Israelitischen Landesversammlung wurde gemäß I 66 der . Verfassung der israelitischen Religionsgemeinschalt Württembergs vom 18. März 1924 der Oberrat, mit Ausnahme des theologischen Mitglieds, Stadtrabbiner Dr. Rieger, in Stuttgart, dessen Amtszeit bis 1936 läult, neu gewählt. Das Wahlergebnis war tolgendes : Präsident und rechtskundiges Mitglied aul die Dauer von zwei Jahren (die restliche Amtszeit des Regierungsrat Dr. Nördlinger, Stuttgart): MinisterialratDr. OttoHirsrh, Stuttgart, stellvertretender Präsident: Kaufmann Leopold Levi, Stuttgart, ehrenamtliche Mitglieder: Kaulmann I. Flegenheimer,, „uh.ri«. Heilbronn l Mitglieder de, Kaulmann Moses Herz, Hall j Oben»«» Konsul Max Straus, Stuttgart, Amtsrichter Dr. ErnstEinstein, Stuttgart. Dies ist in ortsüblicher Weise den Gemeindeuiitgliedern bekanntzugeben. X ö r d I i n g e r. Israelitischer Oberrat. Stuttgart, den 27. Januar 1930. Steuer-Beschluß für das Rechnungsjahr 1929/30. Zur Deckung des Abmangels im Haushaltplan der Israelitischen Zentralkasse für das Rechnungsjahr 1929/30 wird eine Landesumlage von 4.23 % erhoben: a) aus der Reichseinkommensteuer für das Kalenderjahr 1928, b) ans dem dreifachen Betrag der auf 1. Januar 1928 veranlagten Vermögensteuer. Außerdem sind die Lohnempfänger, die im Kalenderjahr 1928 nicht mehr als 8000 Mk. steuerbares Einkommen gehabt haben und diejenigen Steuerschuldner, die weder zur Einkommensteuer noch zur Vermögensteuer veranlagt worden sind, hinsichtlich ihres steuerpflichtigen Einkommens von den Vorsteherämtern einzuschätzen und in Steuerklassen einzuteilen. Steuerfrei bleiben die Steuerpflichtigen, welche ein steuerbares Einkommen bis zu 1100 Mk. im Kalenderjahr 1928 gehabt haben. Von den übrigen Lohnempfängern usw. bis zu 8000 Mk. steuerbarem Einkommen werden erhoben: Bei einem steuerbaren Einkommen in Klasse I von über 1100 bis 1800 Mk. — 10 Mk. in Klasse II von über 1800 bis 3600 Mk. — 20 Mk. in Klasse III von über 3600 bis 6000 Mk. — 40 Mk. in Klasse IV von Uber 6000 bis 8000 Mk. — 60 Mk. Es steht den Steuerpflichtigen jedoch frei, ihre Veranlagung zu den örtlichen Steuern und zur Landesumlage nach Maßgabe der von ihnen entrichteten Reichseinkommensteuer einschließlich der Lohnsteuer zu veranlagen, andererseits ist es den Gemeinden nicht gestattet, über diesen Tarif hinaus Lohnempfänger nach dem örtlichen Steuersatz zu besteuern. Die Hälfte des Aufkommens aus dieser Klassensteuer für Lohnempfänger und Nichtveranla^te ist als Landesumlage an die Israelitische Zentralkasse ab zuführen. Die andere Hälfte bleibt der betreffenden Religionsgemeinde. Lohnempfänger, die Vermögensteuer zu zahlen haben, haben außer ihrer Kirchensteuerschuldigkeit auf Grund des dem Steuerabzug vom Arbeitslohn unterliegenden Einkommens auch aus dem dreifachen Vermögensteuersoll zu dem angesetzten Hundertsatz Steuer zu entrichten. Die Gemeinden dürfen Nachlässe auf die Lau desumlage im einzelnen Fall bis znm Betrag von 20 Mk. gewähren, soweit die Gemeinden denselben Nachlaß auf ihre Steuerforderungen gewähren. Für die Erhebung örtlicher Kirchensteuer sind die Reichseinkommensteuer 1928 und die Vermögensteuer auf 1. Januar 1928 als Grundlage zu benutzen. Es bleibt aber den Gemeinden anheimgestellt, ob sie die Vermögensteuer im einfachen, zweifachen oder dreifachen Betrag zugrunde legen wollen. Ausnahmefälle, insbesondere die Aufbringung des örtlichen Bedarfs einschließlich der Landesumlage durch Klassensteuer bedürfen der Genehmigung des Oberrats. In diesem Falle haben die Gemeinden die Landesumlage mit den örtlichen Steuern festzusetzen und einzuziehen und haften gegenüber der Zentralkasse für etwaige Ausfälle. Diese Beschlüsse der Israelitischen Landesversammlung über die Landesumlage für 1929 sind durch Erlaß des Kultministeriums vom 14. Januar 1930 Nr. 137 für vollziehbar erklärt worden. Es wird bemerkt, daß Ausnahmen für die Besteuerung der Lohnempfänger unter keinen Umständen zugelassen werden. Das Vorsteheramt hat die Gemeindepflege zu beauftragen, die dort ansässigen Lohnempfänger in die verschiedenen Klassen einzuteilen und dem Oberrat diese Steuerklassen sowie den Ertrag hieraus mitzuteilen. Nördlinger. Bericht des Israelitischen Fürsorgeamtes über den Monat Januar 1930. Sprechstunden der Fürsorgerin: Sonntag, Montag, Diens- | tag, Donnerstag I Mittwoch, Freitag vorm. 9)4—11)4 Uhr nachm, von 3—3 Uhr Das Israel. Fürsorgeamt hat im Monat Januar 1930 unter Mitwirkung der angeschlossenen Wohltätigkeitsvereine folgende Tätigkeit entfaltet: Laufende Unterstützungen .... Mk. 838.42 Einmalige Unterstützungen .... „ 423.09 Anstaltsfürsorge.. 231.— Gesundh.- u. Erhol.-Fürsorge ... „ 393.21 Winterfürsorge. 66.83 Durchreisende. 204.30 An 13 Erwachsene und 3 Kinder wurden insgesamt 68 Kleidungs- und Wäschestücke abgegeben. An Spenden erhielt das Fürsorgeamt 330 Mk. von M. B., Frau Bertha Rosenfeld, Herrn Herrn. Ernst Stern (Chanukaspende), Herrn Max Wolf (anl. seines 70. Geburtstages). Zur Winterfürsorge gingen weitere Spenden ein von: Herrn Friedrich Alexander. Firma Marx & Nachmann. Die Sendung der „Habimah". Nach siebzcfhnnionaligei» Aufenthalt in Palästina hat dasl hebräische Künstlertheater ..Hall i m a h“ auf der Rückreise aus der Schweiz in Stuttgart Hall gemacht und hier fünf Vorstei lange» veruifdaltct. Durch diese Aufführungen ist das Problem der „Huliimuh". die Beroch-, tigung eines hebräischen Künstlertheaters, wieder in den Vordergrund der Teilnahme weiter Kreise getreten. Die Vorstellungen selbst fanden hier eine ungeteilt begeisterte Aufnahme-. Das Problem der ..Habimah ist aber durch das Interesse derjOeffentlichkeit au den hebräischen Darstellungen nicht beantwortet. Die Eigenart und hin/igurtigkeit der ..llahimuh“ beruht darin, daß sie iiy Gegensatz zur StarbUhne, die: sich um eine kleine Auslese führender Künstfer gruppiert, eine Bühne der künstlerisch Gleiclijgestellteii ist. Jeder ihrer Künstler muß nicht nut zwei Hauptrollen in jedem Stück völlig beherrschen, sondern ist auch zugleich Komparse, min 11 also als Statist. Tänzer. Sänger oder in einer kleinen Nebenrolle dem Ensemble zur Verfügende stehen. Dadurch wird eine einzigartige. Höhe lies Xusummcnspiels erzielt, da oft die ersten klunstler diebescheidensten Nebenrollen übernehmen müssen und sicmit größter .Vollendung clurchführen. Damit ist zugleich der Rollenehrgc-ii unmöglich gemacht, ein Gedanke, der von ihrem ersten Regisseur Wachtangoff herrührt. Das zweite durchaus Neue im Schaffen der ..Habimah“ ist die Mitarbeit aller ihrer Künstler an der Regie»— und am Texte der aufgeführte» Stücke. Jedcpträgt seine Ideen bei, die dünn vom Regisseur zusammengefaßt und vereinheitlicht werden! über doch ein geistiges Spiegelbild der Gesamtlfeit der Künstler bieten. Was bei jedem ander! n Theater als Willkür empfunden wird, ist durch die Eigenart der wenigen bisher vorhandenen hebräischen Bühnendichtungen geboten gewesen,: die Texte haben erst ihre sprachliche Abrundung, ihren festen Aufbau und ihre Bühnen wirksaimkeit durch die darstellenden Künstler gefunden. So sind die Stücke beinahe als Schöpfungen der Künstler der „Habimah“ /,) bezeichnen.! Die dritte Besonderheit der ..Habimah“ ist ihj- Szenenbild, f\in blutjunger Maler. EI-( hananij. hat die in |ihrer Farbe und Gestaltung fast naiven Bühnenbilder entworfen. Bilder, die von überraschencl|!-r Kraft und Wirkung sind. Die' ' Einführung Iler Maske zur Bereicherung der Statisterie ist einzigartig und eindruckscoll. Die zumeist pucUende slavisch-jirdische Musik Rosowskys schafft bei geschlossenem Vorhang die Vorbereitung]|auf die Darstellung. Kostümierung,. Haartracht ulid Gesichtsbemalung sind auf das Groteske, die Uebertreibung abgestellt. Die Künstler schminken sich selbst nach den ihm ,, vom Regisseur in der Art Marc-Chagalls entworfenen Skpzzenbildern. Die grobe Linie, die sniiiifniftiniiaMiiuiiiimifiiHiHifiiiiiiiimfiini nnfiiaiitniiriniiiiniiuiiiniiifiiiiiuituiiiiniiiHiiiHnniiiiiiiifniiRiiiiiiiiHiiiiiiimiiiiiiiiiiHfiuufiiiiiiiuiiHiiuiiiuMiuniuiiiiiiMiniiiimiiiiiiiiuiHiRniuiiiniiiriiiiitiiifi miinniiiiininnriiiiHiniiniinfniiniin: »it r SCHIEDMAYER Ptanofortwtabrik v. J. u. P. SoHl«dmay»r STUTTGART, Neokaratraaae 12, Kok* uirtonatraM« FLÜGEL / PIANINOS / HARMONIUM II ETC KUSCH STIMMUNGEN BEQUEME TEILZAHLUNGEN F«rnaprtoh«r 9M41/4& PRIX nuos'srnm BUMY-TUtM IfKTJG T