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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1929-12-16 · 18 (16.12.1929) · p. Seite 257

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
VI (1929-1930)
Issue
18 (16.12.1929)
Date
1929-12-16
Page
Seite 257 (sequence 11)
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' mp" Sanitätsrat Dr. Nördlingar dankt« sichtlich gerührt fit« all diese Ehrungen. Er brachte in formvollendeter Red« zu« Ausdruck, daß er stet» nur seine Pflicht getan hätte, sei e« als Mitglied der Harmonie" oder all Arzt. Er lasse sich heute abend von drei Empsiwdüngen leiten: der Freud«, daß di« von ihm gesäte Saat so schäne Früchte trage, der Wehmut, daß die hiesig« Gemeinde kleiner werde, und der Dankbarkeit für alle ihm bewiesene Treue. Sei» Dank galt gleichzeitig Oberlehrer Schädel und dessen Mitwrrkenden, die durch Instrumentalmusik und Gesangsvotträge den Abend verschönern halfen. LreÜshri». Unter der Leitung de» neuen Vorstandes Josef Böhm fand vor kurzem ein Simcha» Thora-Ball statt, der auch ein schäne» Programm br«hte. Ein Reigen, ansgesührt von Senta Landauer, Klgza Metzger, Hedwig Schlesinger und Else Oppenheimer darf besonder« erwähnt werden. Der Ehrenvorsitzende de« Lrrein« „Einllang", Berthold Stein, brachte in einer Ansprache die Verbundenheit der Verein-Mitglieder zum Ausdruck und zollte auch dem rührigen Vereins* Vorstand hohe Anerkennung. , Lrailshet». In Anerkennung der Verdienste, die sich der Synagogenchor um di« Gemeinde erworben, hat, veranstaltete da» Israelitisch« Vorsteheramt für die Mitglieder de» Synagogenchors ein Essen, das im Haus« von Frau Jda heinssurter abgehalten wurde, hauptlehrer Silbiermann verlas zu Beginn eine Adresse des Vorsitzenden des Borsteheramts Berthold Stein und später sang der Chor den „Schir hamaalaus" in erhebender Weis«. Lies«! Schlesinger erfreute die Anwesenden durch Vorträge, und die Damen de- Chor» überraschten den Dirigenten und das älteste Chormitglied durch die Ueberreichung eine« Lorbeerkranz««. Der schöne Abend wird noch langt in aller Erinnerung sein. Frenbental. Frau Fanny Levi beging am 27. November ihren 96. Geburtstag. Im Namen des Israelitischen Oberrats überreichte Lehrer Warscher der greisen Jubilarin «in Glückwunschschreiben nebst einem Geschenk. Ebenso gratulierte er im Auf« trag der Israelitischen Gemeind« Freudental. Schultheiß Schmid überbrachte die Glückwünsche der politischen Gemeind«. Frau Fanny Levi wurde anläßlich ihre« Geburtstages von allen Seiten reich geehrt. Nur dadurch wurde die allgemein« Freude getrübt, daß ihr« Tochter, Frau Jette Neu, nach langem Siechtum wenige Tage vorher aus dem Leben geschieden ist. Säppinge». Di« Borstandsitzung des „W ü r t t.- hohenz. Landesverbandes de» jüdischen Frauenbund««", die am 16. November in Göppingen im Hotel Dettelbacher sta.tsand, nahm einen sehr angeregten Verlauf und bot vielseitige Anregungen für die weiteren Arbeiten des Verbandes. Die Nachmittagsversammlung, zu der der Israel. Frauenverein Göppingen eingeladen hatte, eint« ein« große Anzahl jüdischer Frauen aus dem ganzen Lande. Die Damen Lendt und Rohrbacher eröffneten den Nachmittag durch die künstlerische Wiedergabe der Egmontouvertür«. Fron Mari« Gutmann sang mit fein burchgebildeter Stimme, begleitet von Frau Johanna Gut - n> a n n (Stuttgart), mehrere Lieder. Frau Johanna Krämer-Rothschild trug sehr eindrucksvoll da» Gedicht „An Such" von Bornes v. Münchhausen vor und erntete wie alle Künstlerinnen reichen Beifall. Frau Dr. Steiner, Göppingen, begrüßte die Erschienenen. Frau Else Bergmann, Laupheim, dankte dem Israel. Frauenverein für die Einladung und Gastfreundschaft und erteilte alsdann Frl. Thekla Kauffmann, Stuttgart, das Wort zu ihrem Bortrag „Unser« jungen Mädchen und die Be - rusSfragt". Frl. Kauffmann führte au«, daß nach der Kriegs- und Inflationszeit infolge der wirtschaftlichen Rot und d«r schlechten Eheaussichten jedes junge Mädchen vor di« Notwendigkeit gestellt ist, «inen Beruf zu ergreifen. Rur «ine gute Berufsausbildung, Fleiß und Tüchtigkeit geben heute die Gewähr für eine einigermaßen gesichert« Zukunft. Der Beruf gibt aber dem jungen Mädchen nicht nur Existenz, sondern auch Befriedigung, äußere und inner« Sicherheit und erzieht zur Selbstbeherrschung und zur Einordnung in die Gesellschaft. DaS im Berufe tätige Mädchen wird in der Ehe eine verständnisvollere Gefährtin sein und wird auch als Unverheiratete kein verfehltes Leben betrauern. Di« Berufswahl ist eine sehr schwer«. Die häuslichen, die pflegerischen sowie die Lehrberuf« standen schon stets den Frauen offen. Heute ist die Frau im Bürodienst, als Beamtin bei den Behörden und als Arbeitskraft in Handel und Industrie tätig. Die künstlerischen und die akademischen Berufe sowie die der Sozialbeamten sind heute der Frau erschlossen. Bei dieser Vielseitigkeit ist die richtig« Berufswahl für das Lebensschicksal de» Einzelnen wie für das Gesamtwohl des Volkes von größter Bedeutung. Die Berufsberatung wird deshalb mit Recht als ein wichtiger Faktor betrachtet. "In Württemberg sind Berufsberatungsstellen in Stuttgart, Mm, Heilbronn, Eßlingen, Göppingen, Reutlingen, Gmünd und Ravensburg, die kostenlos und bereitwillig Auskunft erteüen. Die Berufsberatungen arbeiten grmeinsam nen sich der Kennt»! technischen Eignungtp Ausbildung und Asu und zeigen ihre Bor und akademischen gadtesten ergriffen w im akademischen L<§h Schwierigkeiten gem fessionelle Bolksschul schullehrrrin an. Auh wenig von Jüdinnyi Beruf der Handels! Wirtschaftslehrerin, stentin hin. Zu deist hat die Frau befand' heit, Nächstenliebe u rus« wie Schneiderin Möglichkeiten. Ersor» kannter Meisterin, © c| an der Tätigkeit, heute noch die m kommen. Gründlich« Handelsschule oder Mitteln. Auch der - 287 - «it Eltern, Lehrer», Aerzten, bedies der Graphologie «nd der psychorüfung. Sie gehen Auskunft über «sichten der verschiedenen Berufe und Nachteile. Di« wissenschaftlichen 1 Jerufe sollten nur von den Brüden. Bei der staatlichen Anstellung rberufe werden der Jüdin wohl icht. Württemberg, da« nur konn kennt, stellt keine jüdische Bolksandere beamtet« Stellungen sind besetzt. Rednerin wies aus den hrerin, der Handarbeit«- und der owie ans den der technischen Assisozialen und pflegerischen Beruf re Eignung. Sie bedingen Gesundub Geduld. Die handwerklichen Be- und Modistin bieten gute Erwerbserni» ist gute Lehre bei anersuch der Gewerbeschule und Freud« die kaufmännischen Berufe bieten listen Aussichten zum Borwärts- und vollwertige Ausbildung in der eine gute Lehre kann sie ver- Berus einer Lerkäuferin verlangt eine gut« Heranbildung in eine« erstllassigen Geschäft. Di« Frage der jüdischen Hausangestellten sei äußerst schwierig. Erziehung der jungen Mädchen zur Arbeitssreudc und zur Unterordnung ist hier Bedingung. Entweder müssen die jüdischen Hausangestellten gründlich in der Hpuswirtschast geschult sein »der als Lernende ohne Ansprüche und Vorbehalte sich jeder Arbeit gerne unterziehen. Di« Redneysn richtete zum Schlüsse chrer inhaltsreichen Ausführungen den Appell an all« Jüdinnen, die im Berns« stehen, durch Fleiß, Treue und schlichtes Wesen der christlichen Umwelt zu zeigen, was jüdische Art ist. Geräts« die berufstättge Jüdin kann in besonders starkem Maße den antisemitischen Berläumdungen begegnen.! Nach dem kottrag, der mit großem Beifall ausgenommen wistcde, gab Fra« Else Bergmann Bettcht über die geleistete Arbeit des „Württ.-Hohenz. Landesverbandes de» Jüd. Frauenbundes" im letzten Jahre und Aufschlüsse! über die Arbeitsgebiete des Jüd. Frauenbundes. Sie gab bekannt, daß in Berlin eine jüd. Erziehungsberatungsstelle für schwer erziehbare Kinder ins Leben gerufen I werden soll. Das Stellenvermittlungswesen sollte ist Wütttemberg durch eine größere Kommission, die überall Bettrauensftauen hat, verbessert HEILBRONN Karl Certier Jmxuelier SpazIaUUli Brudunaimfilbar-Bciteck« Paul Ulbrich Das Spezialhaus für Kaiserstr. Hrtatfe, TrtlMMMc Vühnrca ’eüciiar •. Hvfra.»,« Pelze u. Schirme Lohiotftrafie 31 \ - Telefon 096 HE Jldolf Lörcher i ggj Konditorei u. Kaffee I I deübronna.'Neck. Sc mlffasse 13 - Telephon 463 KMfN <B. U |> I De» all»'» Nachfolger Eavrivatt«» u. «e»arat»r von «du»«, nl Iatouße» «ülmeemühlftea >« 87 -«rusprecher 9ti. 806 rr*lb«as«b >»••- ■•Mi ■>«r- WarfciiUHt« - all«r Sj atema - ZIMMER * Badstraße 4 TeleL 1087 FILM-PALAST Das fahrende UchtspMhauaH illbronns mit dem bekannten Ufa-Orch der prachtvollen Oskalyd-Orgel Demnächst auch Tonfilm-Theater »ster und C. Brenner-Sdiilling iiimMniiiimniiiiiittiMmiUHimiiinHHiiHUininiNHini FLEIN ERSTRASSE 35p37 Größte Auswahl Spiel wäre Preisgekrönte Pappen Beliebte Weiknateta- OesdMBke, Dameasrtlkel byg. 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