Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- VI (1929-1930)
- Issue
- 16 (16.11.1929)
- Date
- 1929-11-16
- Page
- Seite 227 (sequence 7)
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r<31 109.5 Mlll. RH. für 7305 Eigenheime ln kaum 5 Jahren bereitgestallt durch die ShMmSS!'Badi triailesg dar SpsAadtemm» niaKkirit InpH n 4°/. Ob Verlang*» Sl» Prapdil » M dar Biinp»rti»««» d*r Qanaliiichaft dar Freund« >«.m.h.K. feitet wurde, sprach Ministerialrat Tr. Ott» Hirsch über die ,Zewish Agency und ihre Bedeutung'!. Der Redner setzte die Entstehungsgeschichte der in Zürich im August d. Js. begründeten Jrwish Agency auseinander und schilderte die Bersassung dieser Institution. Er behandelte dann die Frage, ob der Aufbau Palästinas wirtschaftlich und politisch möglich ist, und die >»eitere Frage, ob er wünschenswert sei. Beide Fragen bejahte der Referent. Beim Ausbau Palästinas handle cs fid, nicht um eine Eroberung, auch nicht um eine Kolonisation alten Stil«, es solle vielmehr eins wirtschaftliche und soziale Reubelebung des Landes unter völliger Beachtung aller bestehenden Rechte herbeigesührt werden. Palästina biete auch die Gelegenheit, n irtschastliche Möglichkeiten (Bodenreform, Gemeinschaftsiedlung u. a.) zu erproben. Auch vom deutschen Standpunkt aus sei der Palästinaausbau wünschenswert. Wenn dadurch gleichzeitig englische Interessen gefördert werden, so könne das nicht gegen den Palästinaausbau lunchet» da man heute England nicht mehr als „Feind" Deutschlands betrachten könne. In jedem Falte müsse anerkannt werden, daß der Palästinaaufbau den deutschen Interessen nicht schade. Der Palästinaausbau sei aber insbesondere vom jüdischen Standpunkt aus zu begrüßen. Allerdings sei dabei Voraussetzung, daß man einen jüdischen Standpunkt habe. Das Reservoir, da« die ostjüdischen Massen in Rußland und Polen für das Judentum dargestellt haben, versiege infolge der dort herrschenden ungünstigen Verhältnisse. Andererseits erschweren Amerika und die anderen überseeischen Länder die Einwanderung. Besonders eingehend nahm der Referent sodann Stellung vom deutsch-jüdischen Standpunkt aus. Nicht maßgebend sei dabei die Beurteilung durch die Antisemiten. Wenn die antisemitische Phrasologie bisn>eik«n aus Judensreunde absärbe, so sei das zu bedauern, könne aber nur als eine Verkennung der wirklichen Verhältnisse ausgesaßt werden und deshalb die Förderung^es Palästinawerks nicht beeinträchtigen. Tie Mitarbeit Win Palästinaufbau könne auch nie und »immer b« deutschen Gesinnung der deutschen Juden Eintrag tun. Sie sei auch nicht identisch mit Zionismus. . Grundsätzliche Unterscheidungen bestehen: Für den Zionisten sei Palästina der politische und kulturelle Mittelpunkt seines Leben», während für den nichtzionistischen deutschen Anhänger der Palästinabewegung dieses Zentrum in Deutschland lieg«. Dieses Land sei seine Heimat; der Begriff des Galuth besteh« für ihn nicht. Der Zionist fth« in Palästina die Zukunft seiner Kinder und Kindeskinder, der Richtzionist in seiner deutschen Heimat. Dem Zionisten sei Palästina d i e Lösung der Judensrage, während sie dem Richtzionisten als einer der Wege zur Erhellung des Judentum» erscheine. Ter deutsche nichtzionistische Jude, der sich zum Palästinaaufba« bekenne, betätige damit di« Tatsache, daß er aus einer zweifachen Wurzel, einer jüdischen und einer deutschen, stamme. Deshalb werde das Bekenntnis zum Deutschtum durch das Bekenntnis zu Palästina nicht berührt. Lebhafter Beifall dankte dem Referenten für seine Ausführungen. An der Diskussion beteiligten sich Rechtsanwalt Dr. Emil Meyer, welcher den Ausführungen des Referenten entgegentrat, Rabbiner Dr. Beermann und Tr. Strauß. Keikbroau. Die alte jüdische Sitte, am Simcha« Thora die Kinder am Thoraumzug teilnehmen zu lasse», wurde in unserer Gemeinde dieses Jahr tvieder ausgenommen. Infolge der Stiftung der Familie Benjamin Strauß-Frankfurt konnten unsere Kleinen mir Fähnchen, Kränzchen und einer inhaltsreichen Tüte als Festgabe besthenkt tverden. Es war eine Freude, die Sinderschar in religiöser Begeisterung die Thorarollen tragen und hinter denselben schreiten zu sehen. Ter würdevolle Verlauf der Feier wird dazu beitragen, daß diese Gepflogenheit auch in Zukunft beLehalten wird. Am Abend veranstaltete der Synagogenchor für die llhäre (Hirtenchor aus „Rosamundr" und „Am Wörther See"), Duette von Brahms und Mendelssohn (gesungen von Frau Frida Marx und Krämer), heitere Vori), ,Lnternes au» dem Synausw. boten beste Unterhaltung, dem Frau M e n d e l s o h n, die Herren Major und leitete zum Tanz über. und den Lehrern Kahn träge (Else R y p i n « gogenchor" (Lehrer Kahn) Ein lustiger Einakter, Frl. Landsberg uisd Schmidt mitwirkten. Heitdronn. In der s a m m l u n g der hiesigen bunds jüdischer F kanntgegeben, daß die diesmal in Heilbronn Stiftungsfest insolg« aussallen wird. Der Fritz Kirchheimer, Lehren Adolf Oppenheimer I) Lonphei«. Der I ü d. Mitglieder zur ordentliche» Oktober in das Bahnhof ho Frau Rabbiner Tr. T erschienenen Mitglieder sofort in die Tagesordßu dir < lte diesjährigen Generalver- Ort »gruppe des „Reichsrontsoldate n", wurde be L mdesversammlung des R. j. F. stattsinden und da« alljährliche wirtschaftlichen Verhältnisse Vorstand (Eugen Viktor, Kahn, Arthur Marschall und wurde wiedergewählt. Frauen verein halte seine i Plenarversammlung am 23. tel eingeladen. Tie Vorsitzende eitel begrüßte die zahlreich vie die Ulmer Gäste und trat ng ein. Der von ihr »orgetragene Tätigkeit«, eicht gab wiederum ein Bild eifriger und vielseitiger Täfy müdlichen Leitung: nigsachster geistiger Berichtsjahres mit igkeft des Vereins bzw. seiner uner- Gesellige Zusammenkünfte mit man- Anregung wechselten im Laufe des ernster Tätigkeit aus allen Gebieten der Fraueijragen, insbesondere aber auf dem arbeitsreichen Feld: sozialer Fürsorge ab; die Rihstube der Kinderhi fe, die dem Verein unter der tatkräftigen Leitung ton Frau Lina Kaufmann angeschlossen ist, konn e mit 1277 Arbeitsstücken so manche» Kleider- und Wäs, jepaket versenden und dafür warmherzige Anerkenn» >g ernten. An allen ernsten und freudigen Anlässen innerhalb der Gemeinde nahm der Frauenrerein reget Anteil, und in allen Standes und Organisationsfragei war er itisb, lottere durch sein Mit glied, Frau Elf Bergmann, führend vertreten. Mit besonderem Ji teresse wurde daher deren Bericht über di« Landesversamr ilung in Stuttgart, wie auch über den oberschwäbischt it jüdischen Frauentag in Ulm ent gegengenommen. A ich daß Frau Bergmann seit längerer Zeit zu den wichtig eren Sitzungen de« hiesigen Borftehrr» amte» mit berat« >ver Stimme zugezogen wird, fand allgemeine Anerke >nung. Ter Kassenbericht von Frau Berta Heumi nn zeigte auch in finanzieller Hinsicht eine gesunde luswärtsbewrgung, wie auch der Pro tokollverle» von §rau Lina Kaufmann einen Ein- HEILBRON Karl Certier Juwelier Spezialität i Bruckmann. Kaiserstr. filber-ltost^ck« Paul Ulbrich Pi Lohioiftraße 30 - Da»| Spezialhaus für Izc u. Schirme Telefon 906 48. « v Dewald» Rachfolger 9«MI<tiN N. Aeparatse »»»ttoRifveu ■tut Ialouge» eBla«rmMIftcsb<| 87 Kersspeeche» 9tc. pOfl irelbasaschls > Rapara I Werks annr- (fette - alter Sy«1 m H. ZIMMER Badstraße 4 TeleL 1087 KU1ZVA1 Kaffee stramme, im Weuwerat chCMlart* #4olf Lördier ditorci u. Kaffee e^Ibronn a. 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