Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- VI (1929-1930)
- Issue
- 14 (16.10.1929)
- Date
- 1929-10-16
- Page
- Seite 197 (sequence 7)
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- 19? Gründliche Handelt kurte (BnchMhmag, Stenographin, Maschinen- RIchHg-SchtSnsch reiben) 3I|IU|> Praxis Handelsschule Pani Vogel Friedrichstraße 13 / Telephon Nr. 25997 a sohinan deutsch«* Fabrikat ••werfe« ■ IMI1 Mr IteMfeai _ lafenMa M»PN. CHradt&DL, Stuttgart, KraipmzstraQE ZZ Esslingen, Untere Metzgerbachstraße 9 ► Aa« Waaaab erialcbterti Z>Uaa|*Mtani|nl < schild dir Verhandlungen. Er begrüßte zurrst den nrurn Rabbiner Tr. Auerbach, der an diesem Abend zum ersten Male an der Sitzung des Borsteheramtes teilnahm. Tr. Auerbach dankte für die Begrüßung und versprach eine rege Beteiligung an den Sitzungen des Borsteheramtes, soweit ihm eine solche bei den mannigfachen Pflichten seine« Amtes möglich sein werde. Im Auftrag der Finanzabteilung erstattete Oskar Rothschild Bericht über mehrere Anforderungen seiner Abteilung, deren Bewilligung von der Vollversammlung erbeten wurde. Zunächst wurde der Zuschuß der Gemeinde zum Gehalt des neu angestellten Beamten der Religionsgesellschast aus eine» weiteren Monat bewilligt.. Rach einer Reih« weiterer Bewilligungen für den Anstrich der Schulbänke und für die Berkittung und den Ersatz der Synagogensenster trat man in eine Besprechung der Wahl de« neuen Gemeindepflegers ein. Ter „Kleine Rat" soll alle Borbereifungen zu dieser Wahl erledigen. Ten Bericht der Gottesdienstabteilung erstattete der Stadlrabbiner. kr berichtete kurz über die Vorschläge der zu verteilenden Ehrenämter bei den Aestgottesdiensten und über die Verteilung der Predigten bei diesen. Es soll für die Beaufsichtigung der im Hinteren Raume des Gotteshauses während der Feiertage untergebrachten Knaben Sorge getragen werden. Turch Anschläge an die Synagogentüren soll die Gemeinde zur Wahrung der Ruhe und Würde des Gottesdienstes ermahnt werdett. Auch während der Lhorferien soll für das Orgelspiel im Gottesdienste geeignete Borsorge getresfen werden. In besonderen Fällen soll es ermöglicht werdendaß auch während der Lhorferien ein Snyagogenchor beim Gottesdienst mitwirkt. Ebenso soll dafür gesorgt werden, daß während der Ferien immer mindestens zwe» Religionslehrer zur Wahrnehmung de» Gottesdienstes ortsanwesend sind. Ueber das neu geschaffene Gebetbuch der Bereinigung der liberalen Rabbiner soll der Stadtrabbiner gelegentlich dem Kollegium Bericht erstatten. Ten Bericht der Wohlfahrtsabteilung erstattete deren Objnann Karl L e v i. Er verlas zuerst das Protokoll der letzten Sitzung dieser Abteilung. Im Anschluß hieran wurde «in Schreiben des Krankcnunlerstützungs- - und des Lrtsarmenvereins über die Berechtigung des Für« sorgeamles zur Delegation der Fürsorgerin zu Wahlfahrtstagungen behandelt. Rach aufllärenden Bemerkungen über dieses Schreiben wurde von der Versammlung dem Fürsorgeamt das Recht zuerkannl, dir Fürsorgerin zu Wohlsahrtstagungen zu delegieren. Zu dieser Frage äußerten sich nach dem Stadtrabbiner, dem Vorsitzenden de« Fürsorgeamtes, SanitStsrat Tr. Weil, Oderrechnungsrat Meyer, Tr. Flegenheimer. Kiese und Tr. Tänzer. Bor der Besprechung des Antrages aus Gewährung eines Beitrage« zum Hilfsfonds für di« bei den letzten Unruhen geschädigten Jude, in Palästina nahm Felix Wclss das Wort, um in. ernster und eindrucksvoller Weise daS tiefste Miteml finden des BorsteheramteS an den schrecklichen Ereigninen im heiligen Lande auS» zuspreche» Im Anschluß fieran beantragte Tr. Tänzer die Bewilligung von Mk. 1000.— zum HilsssondS fü- Palästina./Tr. Flegenheimer sprach sich gegen diese Bewilligung aus, da Paragraph 12 der Verfassung verbietet, fSleuermittel für derartige Fälle zu gewähren. Außerdem sei der vorgeschlagene Betrag, gemessen an den ^sonstigen Zöohlfahrtsleistungen der Gemeinde, viel zuVhxch. Auch Felix Wolfs erklärte, daß die Gemeinde nicht^berechliät ist, Steuermittel für politische Auslandszwea^ zu bewilligen; dagegen hielt er die Gewährung eines Beitrages für die Opfer der Unruhen für gerechtfertigt. Karl Levi schloß sich diesen «eußerungen an. Aus Anttag Ebsteins wurden schließlich mit fünf gegen vier! Stimmen Mk. 000.— für die Opfer der palästinensischen Unruhen bewilligt. Ueber die Eingabe de« Verein« Linath Hazedek berichtete Rothschild. Ter Stadlrabbiner ersuchte, dem Vereine einen Jahresbeitrag vl>» Mk. 1200.— zu bewilligen und die Rückzahlungen aus da« gewährte Tarlehen ein Jahr zu stunden. An der Aussprache beteiligten sich Karl Levi, Tr. Tänz r, Wolfs, Tr. Flegenheimer und Oskar Rothschild. Trr Beschluß ging dahin, den Beitrag vom l. Oktober n» aus Mk. 1200. - zu erhöhe» und dir Stückzahl», ge» aus das Tarlehen erst im Jahre 1930 beginnen zu lassen. Ein Antrag de« Frar enbunde« auf Heranziehung von Frauen zu den Sitzungen de« BorsteheramteS wurde zur Verlesung get rächt. Eine Zuziehung von Frauen zu den einz«lnen Abteilungen bezw. Kommissionen des BorsteheramteS ann aber erst erfolgen, sobald der „Kleine Rat" die Angelegenheit vorberaten hat. Tiefer soll dann seine Verschlage der Vollversammlung unterbreiten. Ter Vorsitzende machte davon Mitteilung, daß inzwischen der Oberrat die Zuständigkeit des Vorsteher, amtes in der Frage des Anlegens des Tallis ausgesprachen und den Einspruch des LandgerichtsdireUors Stern gegen die Entscheidung des BorsteheramteS in dieser Angelegenheit zurück,ewiesen hat. Ebenso berichtete er, daß der Oberrat den Wahltermin für die Ersatzwahlen zum Borsteheramt auf best S. Tezember angesetzt hat. Aus die öffentliche Sitzjung folgte eine geschlossene Sitzung de« BorsteheramteS. Stuttgart. Tod'und! Bestattung de« Mitgliedes des Vorsteher amtes Felix Wolfs. Unter außerordentlich großer Beteiligung weiter Kreise fand am Tienstag, den 3. Oktober, die Bestattung des nach kurzer schwerer Krankheit am Vorabend de« zwei len Rcujahrstage« verschiedenen Mitglied«« de« Borsteheramtes Felix Wolfs statt. lBei der Bestattungsfeier kam noch einmal zum Aufdruck, wie großer Beliebtheit sich der plötzlich Verstorbene hier erfreut hat und wie allgemein die Trauer Wer seine» jähen Tod empfunden ward. Ter Verstorben war ein Kind der Haller Gemeinde. Rach dem Besuch de» Eßlinger Seminar» war er als Lehrer in drn Gemeinden Thalheim, Freudenthal, Wiesbaden und Hechtngen tätig. Ueberall verstand er es, sich di« allgemeine Wertschätzung zu erwerbe», bis er als 33jährigen Mann sich au« inneren Gründen entschloß, den ßlehrerderus aufzugeben und sid, kaufmännisch zuerst tu Heilbronn und dann in Stuttgart zu betätigen. Eo verstand c«, sich überall ausrich - tigc Freundschaft unv höchste Wertt'chätzuiig zu erwerben. Tiefe kam auch! darin 'zum Ausdruck, daß er in da» Borsteheramt del Jsr. ■ Rcligionsgcmeinde gewählt wurde, wo er sich besonders in der Schulabteilung und im Fürsorgeamte betätigte. Aber darüber hinaus hat sich der Verstorbene durw seine vorbildliche Mitarbeit an allen Angelegenheiten der jüdischen Gesamtheit all gemeine Achtung erwarben. Sie kam bei der Bestattungsfeier noch einmal »u ergreifendem Ausdruck. Rach einem Gesang des Synagogenchor», dem Felix Wolfs stets besonderes Inte eise entgegengebracht, entwarf der Stadtrabbiner im A ischluß an den Satz Hillet» vom Priestertum« de» M nschen im Tienste de» Friedens, der Menschenliebe ui d des Idealismus da» Lebensbild des viel zu jung I cn Seinen und .seiner lyemeindc entrissenen Mannes, ' lach ihm dankte Arthur E s i i n g e r dem Verstorbenen für seine treue Mitarbeit im Borsteheramle. Recht lanwalr Tr. Mainzer rühmte den Verstorbenen a « vorbildlichen Logenbruder und charaktervollen Man >. Für die ttzemeinde Hechtngen, deren Vorsteher an der Bestattung teilnahmen, sprach der dortige Lehrer und Prediger Schmalzdach, der in bewegten W >rten die unvergessenen Verdienste des Verstorbenen um die Hechinger Gemeinde schilderte. Rektor Sch-iller fand ergreifende Worte, um die schmerzliche Teilnahiic seiner Kursgenosien und Kol legen de« Eßlinger und Rürtinger Seminar» zum Ausdruck zu bringe t Oberlehrer Rothschild gab dem Schmerze der Jsr. Lehrer de« Lande» beredten Ausdruck, die mit Felix Wolfs einen der besten Vcr treter ihrer Sachtz-vejloren haben. Besonders eindrucksvoll waren di« schlichte,! Worte, die ein Werkmeister de» . Wolsf'schen Unternehmen« im Ramen der Arbeiterschaii sprach. Aus allen niesen Aeußerungen sprach die aus richtige Anteilnahme weiter Kreise an dem Hinscher/ de» Felix Wolss«. Rfch den üblichen Gebete» wurde seine sterbliche Hülle dey Erde anvertraut. Mit ihm ist ein ausgezeichneter 'Menschenjreund und treuer Bekenner seiner GlaubenHemeindc au» dem Leben gegangen, der bei Allen unvsrgeisen bleiben wird, die ihm im Leben nahegestandeft. i Stuttgart. AnläÄich de« Ablebens des lveineiudcvaistehers Felix 1 W o t f f trat das I s r. B erst e h e r a m t am st. Oktober zu einer Trauersitzung zusammen. Ter Bbrsitzeiide widmete dem Entschlafenen einen warm tmpsundenen Rachruj und beklagte den Verlust, den!>a» Kollegium und die Gemeinde durch das Hinscheilfen des verdienten Manne« erlitten haben. Tie Anwesenden erhoben sich zu Ehren de» Verstorbenen von ihren Sitzen und «eihten dem hock, - geschätzten Kollegen fein stilles Gedenke». Nauxaltllotia Tapeten Stoffe / Teppiche Lienhardt SMliirt, LMnstnM?- EdiUncrstr. UNGEZIEFER! 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