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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1929-10-01 · 13 (1.10.1929) · p. Seite 185

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
VI (1929-1930)
Issue
13 (1.10.1929)
Date
1929-10-01
Page
Seite 185 (sequence 13)
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185 Gedaulo ihre Stellung zu diesem historischen Ge schehen sestlegen. ES ist selbstverständlich, daß anläßlich der letzten Geschehnisse in Palästina die zionistische und die agudistische Leitung alle ihre Eingaben, Proteste und sonstige Maßnahme» ge meinsam unternehmen. Ter Rabbinische Rat hat sich mit diese» Pro blrmen befaßt und ist zunächst einstimmig zu dem Resultat gekommen, daß der Eintritt in die Jewish Agency in ihrer jetzigen Form aus rcli giösen Gründen unzulässig sei: in erster Reihe deshalb, weil die Agency auch die religiösen und kulturellen Gebiete in ihren Aufgabenkreisein bezieht und hierdurch der Lrlhodoxie Gewissens opser auserlegt, die zu tragen sic niemals imstande ist. In Ausführung dieses Beschlusses hat der Geschäftsführende Ausschuß eine Re solution beschlossen, über .reiche die Äenejsio Gr daulo am Tienstag abzustimmen hat. Wir rufen unseren zionistischen und liberalen Brüdern zu: wir Menschen sind doch nichts weiter als der Mund der Gottesosfenbarung. Brüder, entschließt Euch und tut nicht unrecht in dieser erhabenen Stunde. Wir haben Euch eins» Gesetz entwurs seinerzeit unterbreitet, i» welchem alle öffentlichen 'Institutionen ans der Basis der Thora geregelt werden. Heute weisen ivir Euch wieder aus diesen Entwurs hin, damit Gottes Segen in reicher Fülle über das jüdische Land und daS jüdische Volk herabströme. Rach Jakob Rosenheim betrat Oberrabbinrr Le win Rzeszoiv die Tribüne und setzte de» Stand-- Punkt der Leitung zur Jewish Agency ausein ander. Tie Frage der Jewish Agency, führte er aus, ist für die AgudaS Jisroel zweifellos von weittragender Bedeutung. Von keiner Seite ist man an uns mit der Forderung herangctreten, in die Agency zu gehen. TaS Ignorieren der ei» zigen orthodoxen Weltorganisation beweist zur Genüge, auf welcher Seite die Kampflust besteht. AgudaS Jisroel fordert, daß die kulturellen Tinge aus dem Tätigkeitsgebiet der Agency herausge nommen werden. Wir ivollen nicht teilhaben an Institutionen des Unglaubens. Im Moment, wo es gelingt, den Ausbau von Erez Israel im Geiste der Thora zu leiten, werde eS gelingen, alle jüdischen Herzen auf dem weiten Erdenrund zu entflammen. In der Abendsitzung sprachen noch Oberrabbinrr Zirelsohn Kischincw und andere Rabbiner und Rabbis. Sie traten für eine intensivere Palästina Arbeit ein, lehnte» aber die Jewish Agency in ihrer gegenwärtigen Zusammensetzung ab. Rabbiner Tr. Pinchas Kohn sagte, die Agency in , ihrer gegenwärtigen Zusammensetzung reprä sentiert das Volk ohne Thora. Wenn die Zionisten sich an die Agudah wegen deren Eintritt in die Agency nicht gewandt haben, so ist dies nur ein Zeichen der Achtung, die die Agudah bei ihre» Gegnern genießt. Einen gemäßigteren Ton schlugen Tr. Robert Weiß Berlin und Rabbiner Reu stadt Nowydwor, die für Zusammenarbeit mit der Jewish Agency eintraten, an. Rabbiner Neustadt appellierte an die Versammlung, die Politik von der Palästina-Arbeit sernznhalten. Aus den Reihen der Telegierten wurde ihm zugerufen, er sei vielleicht' kein Zionist, aber auch kein Agudist. Schließlich nahm die Versammlung die folgende von Jakob Rosenheim im Namen des Geschäfts führenden Ausschusses unterbreitete Resolution an: 1. Tie K. Ä. erklärt, daß bisher seitens der neukonstituierten Jewish Agencn keinerlei Versuch zur Gewinnung der Mitarbeit der AgudaS Jisroel unternommen worden ist. 2. Tie st. G. richtet nichtsdestoweniger angesichts der das ganze jüdische Volk tief erschütternden und zur Einkehr mahnenden Ereignisse in Erez Israel einen letz ten Appell an die in der Jewish Agency zusammengeschlossenen Brüder, durch die Berücksichtigung der unerläßlichen Aewissensforderungen der orthodoxen jüdischen Massen diesen die Teil-, nähme an der Lösung der wirtschaftlich politi schen Ausgaben der Agency zu ermöglichen. 3. Die wichtigste dieser durch den Rabbinischen Rat re ligiös bindend erachteten Gewissenssorderungen ist die absolute Beschränkung der Agency-Kompetenz auf wirtschaftliche und politische Angelegenheiten und der Verzicht auf die Finanzierung kultureller Aufgaben, die angesichts der nun einmal vorhandenen weltanschaulichen Gegensätze nicht gemein sam gelöst werden können. 4. Die K. G. ist HEILBRON Eugen Kaise^, Heilbronn «.n. LADEN SQLMERSTR. , TEL. 807 und «0 Bluktr. Balauchtungskörpnr Koch- und Huisapparat« Staubsaugar und Bohnar Rundfunk-Empfangsgarlta Muslkapparat Scha MUSIK- UN Hob. Bar llplatten Radio-Geräte D RADIO-HAUS / HEILBRONN SSS / SUImerstr. 31 a« Fische. H :y. Treuer k m lUartt - Zcl. 312 H Hld, Geflüoel | Stets vorrätig: Lebern Forellen, Nedcarflsche! Spezialität: Ia. Mast-ol e Spiegel-Karpfen, Sdileien, :: Seefische aller Art flügel lebend u. geschlachtet HEILBRONNER MÖBELFABRIK FR. STRIENZ I Kunstgewerbl. Werkstätten f. I den gesamten Innen Ausbau HEILBRONN a.N. 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