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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1929-10-01 · 13 (1.10.1929) · p. Seite 173

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
VI (1929-1930)
Issue
13 (1.10.1929)
Date
1929-10-01
Page
Seite 173 (sequence 1)
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Aber ih^ Aufruf nur Besinnung, zur Einkehr und Umkehr fin- Zum Neujahrsfest 5690 Et ist eigentlich eine wunderliche Tatfilche,' daß dir Menschen das wehmütige Lich voni.Sterhkn' lieber hörn' de« Sang vom lachenden Leben. Der fröhlich« Mensch gilt im Alltagsurieil für twerftSchtich, der sonnige für ein törichtes Lind. Wer mit der Miene _ des Weltschmerzlers kopfhängerisch,grub- §g lerisch durch die Straße zieht, wird als B timümiger Denker bewundert. Die mah- W ne»» Predigt zit^Meltslucht wird auch W vou dcht Äeltki^erN andächtig °nzehört> W ilber.l, Gehör. Mancher ist gleichgültig, matter ist ^4 SBtfpnut vurch betne* Ufe Minen Brüdern lichd dem jßoti seiner Väter fremd x^lrvrden. Rche tlingen, sprich mit verhaltenen g| Die Zeit scheint dahin ziijthin, da^die geacblaasenen Gadchäftc der Jüdischen Kauflente aär Sabbathen und Festtagen, auj, Bosch Haschonoh und Jom Uakiptirim^ ein stumme«, aber eütdring. liebes Bekenntnis lu Cbttj und cum Judentum vor, allor^Welt ablegten. Ana dieser IMTähigkeitr die heiligen Tage, zu j^pt-rn, sprechen 'Not Ond BitiA der jüdischen Seele. » * Ems« Vefantworlupg bewegt die deutschen Rabbiner isaebem ernstdn Wort ap die deutschen Juden. Genug des Leids,«a» so vielen von uns der Sabbath, di^ Quelle vertieften Fumifccnlebens und der edelsten Tugenden unserer Cejurilischagk Ver Tag der Seele, das Wahrzeichen des Glaubens, verloren Mngen ist. Rollen nun auch Idie ehrfurchtgebietenden Tagch <tem Materialismus tarn Opfer Ifatlen?. Die^Tagr der Umkehr“ nähen. Möge ein jeder den Wille^ and den Weg finden, die heiligen Tage zu feiern. Möge jeder jüdische Ceschlftsinbaber seine Angestellten von jeder Arbeit Hn den hohen Tagen befreien. Möge« die Treuesten der Trdhgp, denen es. ein Riefet Bedürfnis des Herzens ist, der rcligjjsy Pflicht geraiS Trimen, zeige ein besinnliches Gesicht unt du giltst alS ejn Weiser» Die Wäll W fft -chlecht, sinnlos dein Ringen, Leben W Heis i Irren, der Schelm trügk"bfl» 'Sech M lügpPerTch tst^iwGl-ck—L daF^ist vtd M WochMiminze^dir 'MltästSweitheff,' ftitb.'jj iver sie verausgabt/^st ein' Wegweiser. AuS solcher LebegDverneinüyg spricht, W die Ohnmacht, mitdepi Leben und seinar Aolderungen fertig zn werden. Det Pes« simiSMus. ist dA'Dilettantismus fit der" PhibDqchi«, da- Versagen gegenüber dep Problemen b^ Daseins, die Unfähigkeit sich im.L«brn zurechtzufftidetL.Lr i' geistWst^l keit. Er. UMharur bis De''' Pfad, den denkt nicht Wegwende das soinchse^al weitet, daß der steinige Pfad zum Höhenblick aus die Wunder der Bergwelt leitet, daß der Dornbusch .am Rande nur für den Augenblick die Schau aus das blühende Land hemmt. Dem Pessimismus fehlt W die Blickweite, die Fernschau, das Visionäre. Er klammert sich ängstlich an den Einzel fall, den ersten Fehlschritt, die erste Enttäu schung. Der Optimismus schaut aus offenen Augen über die Einzelerfahrung und Einzelerscheinung hinaus. Er läßt sich vom Einzelfall nicht beirren, sondern blickt aus die Totalität. Die Einzelerfahritng mag enttäuschen, die Einzelerscheinung mag wehetun. Aber sie sind nur der Stein am Wege, der Dornbusch am Rande. Willst du zur Höhe, schau über die bange Stunde, über das erfahrene Leid hinaus - noch immer kam der lachende Morgen nach der düsteren Nacht, der sonnige Frühling nach dem rauhen Winter, das große Auserstehen im Frühjahr nach dem Wintersterbe». Meistere dein Schicksal, indem du über die Stunde hinaus denkst. leiernweitherzige s»r>- une*.' : Treu iefeS ' ' 'enuwei ‘dtfffijudiechen Persiin r Bitten wir: Setzt alles daran, age unserer Gemeinschaft erhalten Judentum fordert Opfer. Aber ihr Lohn us Bewußtsein treu erfüllter Pflieht. die Festigung und Erhöhung des Judentums. — Ini Geiste eng mit Euch allen verbunden, wünschen wir Euch den Segen der heiligen Tage. Möge alle Sorge von Euch weichen; die Freude an Gott bleibe die Quelle Eurer kraft. Der Vorstand des Rabbinerverbandes in Deutschland u . fin ie bleiben. {Me Treue zum ist Ruhe des Gewissens. Spiciman» fukltf, kam über Elisa der Weift Walles (2. Hörige 3, 15): „die Schechina wohnt nicht am Lrl: der Schwermut Saooath 30- Peßactm 117)". Das sind die «in der Wvitcs, die auch im Leide die Liebe M des Laniers verspüren, die unbeirrt durch m die ItfibDolIf Stunde die Taseinsfreudc 1Ü sich ibahren. M Taf Fest des Wlaubens an das Leben, jH an tjeii Sieg des Wüten, an den §§ Triumph des Wötllichen ist das Neu W jahrssen. TaS alle Fahr war schlecht H[| das heue wird besser sein: das Lied. jjdes chten Jahres ivar voll Tisharmo W nicn „singet dem Herrn ein neues W Lied! ' Das Leid war groß „größer |§§ als i tolles («roll ist sein Erbarmen". Piell icht ist cs wahr, daß das alte B Fahr dich bitter enttäuscht hat, daß W heiiiees Hassen, ehrliches Ringen, treue Arbeft erfolglos geblieben glaube an W daS >eue, das" kommende Fahr! Siehe, WM es sctlvebt dir entgegen mit dem Füll W Horn "der («imdc. Tausend mal tausend W Augenblicke hat solch ein Fahr, und je W der isl ein Engel, der dir den Weg zu K neue» Seligkeiten weist. Fedc Stunde W kann dir däS ersehnte Wlück schenken. ül Nur jglaube an das Leben! W Njicues Fahr bringt neues Hoj^en, W Deinem Leben steht die Pforte W Einer netten Zukunft offen. HP Nettes FahtPist neuer Segen, W Will zu neuen Paradiesen W Führen dich auf neuen Wegen. Bett Seins Meer der Ewigkeit. Wlaubst du an dich und deinen Wott, dan Schaue: alles ringsum ist werdeirdes, reisendes, wachsendes Leben. Uebergang, Brücke sich mangelitde (V leugnet, verleugne gut", das ist das keit. Taseinssreudc berflutend, mündend in daS i ist der Tod überwunden. Was wir Tod^ nennen, ist zu neuem Land, Pforte zu neunn Leut, Waiidcl in neue «rast. Willst du wahrhaft leben urd den Augenblick besiegen, so («tauben, unsterblich zu sein! Der PessimiSmu 5 ist der Grabscheit aller fKclt gion hinter Weltangst und Weltslucht birgt ottzuversicht. Wer das («lück die Gottheit. „Die Welt ist UroekenntniS aller Frömmig und Lebensbejahnng ist Gütt unter Berufung « vertrauen, ist Reli >ion. Darum sagt der Talmud uf daS Schriftwort: Als der ^et(umtimuhiing Aus dürfen au nicht tneh als Plätze muffen ur sind gehall zuhallen, nicht im 2 Ordnungs Stuttgar polizeilichen Gründen f den Emporen der Synagoge l Personen zugelaffen werden, lvorhanden sind. — Die Gänge jbedingt frei bleiben. — Wir pn diese Bestimmung streng ein- und müßten jede Person, die esitz ein'tt Platzkarte ist, von den Mannschaften wegweisen lassen. t Isr. Dorsteheramt i. V. Rothschild inniiiiHmninnmiiiiiuaiHniBiiinwiiwimiHiiniitiiiiiiiiiiHiinmTniiniiimmmiiiiiinjilinititminnmiiimmnnmiiiiiitmimnmiiiimMiiiimiHiiinni SCHIED WIAYER rtanotortatad>i1k v. J. u. I* STUTTGART, Neokarstras^ FLÜGEL / PIANINOS Sohltdmaysr 8 12, Kcko UlrtoriatraM« HARMONIUM t MICTC fALWOH STIMMUNGIN EQUIMI tHLUNQEN pfSOhf 41/48 im«ni«mn»iMmmuHRMiiiiinmiiimufiiiimiK)iKii 5353234848535323484848232323534853 949975^2019658

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