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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1929-09-16 · 12 (16.9.1929) · p. Seite 169

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
VI (1929-1930)
Issue
12 (16.9.1929)
Date
1929-09-16
Page
Seite 169 (sequence 13)
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169 - Lehrkurse in der tropischen M«dizin wurde beschlossen, gemeinsam mit der Hadassah-Organisation ein Universitätskrankenhaus zu errichten; ein Komitee, bestehend aus Berticetern der Hadassah und des amerikanischen jüdischen Aerztekomitees. soll die erforderliche Aktion in die Wege leiten. In den geisteswissenschaftlichen Fächern wurde beschlossen, die Philosophie als Hauptfach anzuerkennen. Im Orientalischen Institut wird eine Tozentur sür Assyriologie geschaffen. Tie Frage der Ausgestaltung und Besetzung weiterer Lehrstühle in der geisteswissenschaftlichen Fakultät/ für deren Begründung Angebote Vorlagen, wurde Kominissionen übertragen. Des weiteren wurde beschlossen, daß die Mathematik auch in den Lehrplan der geisteswissenschaftlichen Fakultät -- zunächst als Nebenfach — ausgenommen lverden soll. Tie erste Schlußprüsung soll mit Rücksicht auf die bisherige Unvollständigkeit der Fakultät erst am Ende des akademischen Jahres 1930 31 abgehalten werden. Tie Erteilung eines Doktor- Tiploms soll an die Absolvierung einer Forschungstätigkeit von zwei weiteren Jahren und Einreichung einer Tissertation geknüpft werden. Hinsichtlich der am Iudaistischen Institut gelehrten Disziplinen wird der Berwaltungsrat des Institutes, der am 22. und 23. August zu seiner Jahrestagung zusammentritt, die diesbezüglichen Entscheidungen zu treffen haben. Im Zusammenhang mit diesen Beschlüssen wurde der außerordentliche Professor der Parasitologie am mikrobiologischen Institut, Tr. S. Adler, zum ordentlichen Professor ernannt, und dem Dozenten am mathematischen Institut, Tr. Fekete, der Rang eines außerordentlichen Professors verliehen. Es wurden Dozenturen für analytische Chemie und systematische Zdlogie geschaffen. Ter im Vorjahre zur Leitung des mathematischen Institutes berufene Prof. Dr. A. Fränkel lKiel), der an der diesjährigen Sitzung teilnahm, begibt sich im Herbst zur Uebernahme seines akademischen Amtes nach Jerusalem. Das Kuratorium genehmigte sür das kommende Jahr ein Gesamtbudget von 71 000 Pfund. Zur Aufbringung der hierfür erforderlichen Mittel und Sammlung größerer Jnvestierungssonds wird sich Tr. I. L. Magnes, der Kanzler der Universität, im Herbst dieses Jahres aus Einladung des amerikanischen Universitätskomitees, an dessen Spitze Felix M. Marburg steht, nach Amerika begeben. (ITA.) DaS Problem der Klagemauer vor der Mandatskommission im Völkerbund. Das Protokoll der Sitzungen der 15. Session der Mandatskommission des Völkerbundes, die vor etwa einem Monat in Genf abgehalten wurde, ist soeben allen Mitgliedern des Völkerbundsrätes übermittelt worden. Der Völkerbundsrat widd sich in seiner nächsten Sitzung mit dem Protokoll befassen. Das Protokoll gibt ausführlich die Aussprache wieder, die in der Sitzung der Mandatskommission über den Bericht der britischen Regierung betreffend die Verwaltung Palästinas im Jahre 1928 und über die verschiedenen Petitionen, insbesondere diejenigen, die das Problem der Klagemauer zum Gegenstände haben, geführt wurde. Sir John Chancellor, der die britische Regierung vor der Mandatskommission vertrat, besprach eingehend die Fragen, die mit der Klagemauer verbunden sind. Vor etwa 6 Monaten, sagte er, hat die britische Regierung j ein „Weißbuch" über die Geschehnisse an der Klagemauer am jüdischen Berrsöhnungstage herausgegeben, das die Zufriedenheit der Moslejmiten gefunden hat, indem diese die Darlegung in dem Sinne deuteten, daß die Juden nicht das Recht haben, Bänke und andere Gegenstände vor der Klagemauer aufzustellen. Auf ihre Forderung, aus dieser Schlußfolgerung die Kowsequenzen zu ziehen, hatte der Oberkommissar ihnen erklärt, daß er ohne die besondere Erlaubnis des Kolonienministeriums ihren Wunsch nicht erfüllen könne. Sir John Chancellor legte den Kommissionsmitgliedern einen Plan der Klagemauer vor und setzte auseinander, daß die Juden eigentlich nur der Platz vor der Mauer interessiert, und daß die Mauer selbst eine Stütze des Haram as Scharif (Heftiger Bezirk der Araber) bildet. Das ganze G^iet vor der Mauer! gehört den Arabern. Ter Oberkommissar berichtete dann über die Bauarbeiten, die in unmittelbarer Nähe der Mauer durch die Mosslemiten aufgeführt werden, und gegen welche die Juden protestieren. Der Staatssekretär für dis Kolonien hat beschlossen, nur solche Bauarbeiten zu verbieten, die den Status quo verletzen ki unten, z. B. eines Gebäudes, in welchem rauschende Feste gefeiert werden. Von diesem Standpunkt aus wurde dem Groß-Musti erlaubt, < ine Wand aufzusühren, die die Frauen seines Hauses vor zudringlichen Blikken von außerhalb schützen soll. In Uebereinstimmung mit dem Sta atssekretär wurden ihm auch andere Bauarbeiten in der Nachbarschaft der Klagemauer gestattet, in der Annahme, daß diese Bauten das Recht >er Juden aus Ausübung chres Kultus an de: Mauer nicht schmälern werden. Sir Chancellor erilärte, er habe sich bemüht, die im vergangenen Jahre von der Kommission ausgedrückte Hoffnung, daß es möglich sein wird, beide Parteien zu einer Uebereinstimmung zu bringen, zu verwirklichen. Er war sich darüber klar, daß von einer vor der Mauer keine Expropriierung des Platzes Rede sein könne. Tie Araber wachen darüber, daß keinerlei Erweiterung der Rechte der Juden ar der Mauer stattsindet, und der Mufti behaupteti, daß wenn die Araber den Juden irgendwelche Konzessionen gewähren sollten, die Juden sofort auf dem Platze eine Synagoge erbauen würden zivar absurd, aber . Tiefe arabische Meinung ist sie ist bezeichnend sür die Stimmung unter den Arabern. Der Platz vor der Aiauer dient!en marokkanischen Arabern, die in der Nachbars hast der Mauer wohnen, als Turchgangsstraße; lies stört die Juden oft in Schwierigkeiten.würden bee Araber zustimmen würden. chrcn Gebeten. Tie hoben sein, wenn d den Platz an d«e Juden zu verkaufen, so daß es möglich sein würde, ihn zu umzäumen, damit die Juden in Ruhe und in gebotener Würde ihre Gebete verrichten könnten. Die jüdischen Führer in Palästina und auch Tr. Weizmann haben diesen Vorschlag sympathisch ausgenommen, sie haben auch schon eine gewisse-Summe zur Leistung des Ka rfpreises berritgestellt. Er, Chancellor, habe bei eits dem Mufti den Kaufvorschlag unterbreil et. Seine Haltung aber ist eine negative, der B>den ist» Bakus (Kirchengut) und darf nicht verkauft werden. Der Oberkömmissar machte dem Mysti den Vorschlag, daß die Juden den maronkanischen Arabern bessere Wohnungen, als sii jetzt haben; an einer anderen Stelle beschaffen, und daß der Platz vor der Aiauer der Regierung zur Verfügung gestellt »verde, die ihn jdann ihrerseits den Juden überlassen würde. Der Mufft erwiderte, die Stimmung sei jetzt chne solch«, daß auch nur. die Bekanntgabe eineb solchen Vorschlags «ine tiefe religiöse Unzusriedenheit und sogar Unruhen Hervorrufen würdig (ITA.) Dr. T. R»sse»chatt: Zeitgenossen übe^r L> erzl. Jüdischer Buch-^ und Kunstverlag, Brünn.- Broschiert RM. 6.50. In diesen Tagen jährte sich der Todestag Theodor Derzls »um 25. Male. Leit der Llundr, da Tausende den »»ermüdlichen Kämpfer zur letzten Ruhe geleiteten, hat dis von ihm begonnene Werk in einem Maße Fortschritt: gemacht, das er selbst vielleicht nicht geahnt hatte. Winn auch in den letzten Wochen schwere Schicksalsschläge über die palästinensische Siedlung gegangen sind, so (kann man doch nur mit Bewunderung I das zionistische Werk der Gegenwart betrachten und seststcllcn, daß mit ihm das Judentum in eine neue, ULM o,ooo.o.o.ooooo«£oooo. MOHREN-APOTHEKE "o o o I AUGUST HEISS f § ALLOPATHIE! UND HOMÖOPATHIE g e GROSSES SPBZIALITÄTEN'LAGER o Ol o o o V FERNSPRECHER Nr. OM <? i_.o lermann Uietzen Ilm / PrauMistraS« 21 d. Stadtpoct (Trambahn-HalttttoJI«) empfiehlt für Jede Gelegenheit passend Bitte bfjdnwi Sie die Schaafaufter ... Hans Maler/Ulm a. D. Elektr. InatallationsgeschHft u. Radio Fernsprecher! 3640 nur Kornhauaplatz 8 usführung elektr. Licht-, Kraft-, Klingelu. Telefon Anlagen sowie alle einschlägigen Reparaturen TEPPICH! 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