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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1929-09-16 · 12 (16.9.1929) · p. Seite 160

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
VI (1929-1930)
Issue
12 (16.9.1929)
Date
1929-09-16
Page
Seite 160 (sequence 4)
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— 160 - Judentum muß aus dm Mauern der Lynagogen berauStreien und in die Zeit rufen, muß endlich das fürchterliche Elend der Wohnungs not, der Wirtschaftszerrüttung, der Familienauf löning jeden, muß auf der einen Seite das schwelgen im Ueberfluß, auf der andern Seite die Verelendung der Mafien wahrnekmen und e»d lich, endlich ein Wort der Entscheidung finden. Tas Judentum muß auch wissen, daß es trog Völkerbund und .Helloggpaki eine profil gierige Rüstungsindustrie, eine Fabrikation von ItfiTt und Gas gibt, die im gegebenen Moment wieder mit .'öitfe raufender Zeitungen und der gekauften öffentlichen Meinung einen >lrieg or ganifieren kann Auf alle diese brennenden Fra gen dar das Judentum eine Antwort zu geben, wenn es nicht völlig eine Angelegenbeit der Zn dineren; werden will, und wenn es auf feine Aufgabe nicht ganz vernichtet bar Ter Jndifcke Friedensbnnd in mit eineni Auf ru> an die £ in entlief fett getreten Menschen aller Religionen warten auf uns, auf unsere Vegeisiernng und Eingabe, auf unseren unbe dingte» Willen zum offenen ztamvf gegen einen "furchtbaren Ungein, und wenn es sein muß, - auf unseren Wille»;nm Leide um den (Meift der Wabedeii und .'lerechiigkeil. der doch der Olcisi Gories iß. Tie Wel», dir Vien sch de,, braucht das Juden tum Möge die große Pflicht, die unser darrt, und der wir uns nicht entziehen dürfen, nicht ein armseliges kieines Judentum vornnden! Mendelssohn-Gedenkfeier in Berlin. Ten Höhepunkt der Berliner Mendelssodn >^e denkfeiern bildere die vom Vorstand der jüdischen Genieinde zu Berlin gemeinsam mit der Aka demic für die Wissenschaft des Judentums und der Gesellschaft zur Förderung der Wiffenschast des Jndeninms veranstaltete Feier, die am Sonn lag, de» H. Lepiember, mittags, in der Zing akadeinie abgedalten wurde. Vertreter der Berliner jüdischen Gesellschaft und des geistigen Ber lin, iotoie Vertreter großer l^enieinden aus dem Reiche, füllten Saal und Kmporen. Mach der vom vbildarmonifchen Crchestör, geleitet von Tr, Heinz Unger, vorgetragenen £uoerlüre zu ..Alhalia" von Felir Mendelssodn Bar tdoldn, dielt der Vorsiyende des Vorstandes der Gemeinde, Tirektor Georg öareski, eine An Wir suchen einige junge Mädchen im Alter von 20 bis 23 Jahren, welche vollkommen gesund sind und über eine gute Schulbildung verfügen, zur unentgeltlichen Ausbildung als Krankenschwestern mHiHHHHinuMn iimiiiwiimiiiiiiiiitiHiniiniiiiniiminimnnminiiinniiiiwHiiiiiiuHiuin Anmeldungen mit Lebenslauf, Zeugnissen- und Lichtbild sind an die Unterzeichnete Stelle zu richten, welche über die näheren Bedingungen gerne Auskunft erteilt. Jüdisches Schwesternheim Stuttgart, Dillmannstr. 19 spräche, in der er die Vertreter der Reichs-, Liaais und Lladibchörden und der wissenschaftlichen Vereinigungen begrüßte und auSführte, cs gelte, eines Mannes zu gedenken, der über die Völker und Zeiten dinaus wirkte, und der besonders feinen Glaubensbrüdern ein Lehrer und Befreier wurde. Möge fein Beispiel wirken aus die Generation von heute und die späteren Generationen Hierauf ergriff Reichsinncnminister Zcvcring im Namen der - Reichs und der preußischen EkaatSregierung das Wort, Er gab einen Umriß der Mendelsfohnfchen Ideenwelt, schilderte derm befreimde Wirkung in Judentum und Teulschkum seiner Zeit und beklagte es, daß die Machwelt nicht genug den großm Lehrer würdigt, und begreift. Tie gesunden Kräfte des deutschen Volkes werdm jedoch diese unerfreuliche Entwicklung überwinden, Mendelssohns Geist, gepaart mit dem durch ihn angeregten Geist Lcssings, dargestellt im „Nathan der Weife", muß das deutsche Volk führen, Europa braucht den Geist MathanS des Weisen, der Client braucht den Geist des weisen LultanS Paladin, Tie Grüße der Stabt Berlin überbrachte Cberbürgermeister Böß: Mendelssohn und sein KreiS legten den Grund zu der geistesgefchichtlichen Entwicklung von Berlin, Männer solchen Lchla- Dr. Dannhauser, Nervenarzt Hohenheimersirofie S zurück Telefon 26640 / Spreekstunden 11V, — 1, 4— 6 Uhr Bridge-Nachmittage Im CafO FUrstenhof, Marienstraße 7* Wiederbeginn: Dienstag. 24. September Um zahlreiches Erscheinen bittet Bertha Blumenthal-Weil Telefon 26713 - Guter Bridge-Unterricht wird erteilt Der Lehrkurs von Lehrer MEYER .Bibelkunde“ findet anstatt Dienstag, 17.September, ausnahmsweise am Mittwoch, den 18. September, statt. VerelH ffldlsdies Leferiuuif ges braucht gerade die Gegenwart, die sich dankbar erinnert Mendelssohns, der zu seiner Zeit nicht das Bürgerrecht der «ladt erlangen konnte. Erst nach Friedrich deS Großen Tode wurde der Familie Mendelssohn das Bürgerrecht verliehen. Für die in- und ausländischen Gmppen der Kant-Gesellschaft sprach Privatdozent Tr, Baumgardt: Kant und Mendelssohn waren als Philosophen Gegner, aber von größter Achtung vor einander erfüllt, 2o lehrten sie auch durch ihr Beispiel, was Hochziel ihrer Lysteme war: Toleranz, Lehrten sie Toleranz der Religionen, so müssen wir bestätigen Toleranz unter den Nationen! Tie eigentliche Festrede hielt Rabbiner Tr. Bacck: Mendelssohn war kein „Genie" im eigentlichen Zinne. Tenn er gestaltete nicht in fanatischem Kämpfergeist und -willen die Welt, sondern er ließ sich von seiner Zeit tragen, verband aber in sich die sämtlichen Kulturströmun, gen seiner Zeit zu harmonischer Einheit. - Als Philosoph ist er von Kant überwunden. Wäre er nur Philosoph gewesen, hätte seine Wirkung seine Zeit nicht überdauert. Und doch hat sein Werk bleibende Bedeutung. In seinem Werke „Jerusalem" zeigt er, wie man nur dann der Allgemeinheit etwas sein kann, wenn man sein Besonderes pflegt. Zo kann erst ein ganzer Jude Bcrfliold Ancrbadi' Verein Dienstag, den 17. Sept., Stuttgart-Loge, Calwerstraße 33 Hhs., abends 8]4 Uhr, spricht UMnM Meyer über „Moses Mendelssohn“ Alfred Dralfuss rezitiert * Dienstag, den 24. Sept., Stuttgart-Loge, ‘ Calwerstraße 33 Hhs., abends 81, Uhr, 1. Heim-Abend. „Die Lehrer des Talmuds“ Refer.: Rabbiner Dr. Auerbach * Dienstag, den 1. Oktbr., Stuttgart-Loge, Calwerstraße 33 Hhs., abends 81, Uhr, spricht Konsul Max Straus über „Pani Nathan“ Um zahlreichen Besuch wird gebeten. f-\ EINLADUNG für die am Sonntag, 22. Sept. 1929, vorm. , 11 Uhr in der Synagoge Göppingen stattfindende MITWIRKENDE: Oberkantor Herrn. J. Fleischmann - Köln Jlse Rosenthal (Sopran) Otto Tröster (Orgel) Der Synagogenchor Göppingen Leitung: Siegfried Löwenstein Hanke & Kurtz Oe IHe bs Me Das Haus der mode Stuttgart, Könlgstr. 50 52 Die neu» Moderichtung für Herbst u. Winter mit kOrzerer Taille und längerem Rock bringt ein völlig verändertes Modeblld Bereits heute sind unfere Läger f. die neue Saifon in fertiger Bekleidung aller Jtrt für Damen - Mädchen - Kinder Karten 2u RM. 1.— u. RM. 2 — in der Buchhandlung Dietler, Gdppingen. ■ ~ ■ ■ Näheres im Bericht unter Gftppingen-- f Edith JIdler Fritz Flehinger Verlobte MAntel, Kleider für alle Tageszeiten, Strickwaren aller /Tri, Morgenröcke, Strümpfe, WAsdie, Modewaren usw. in Stoffen ln Wolle u. Seide reichhaltigfi fordert. Wir bitten um Ihren unverbindlichen Befuch. Stark vergrößerte Pelz-Abteilung ROTTWEIL a.N. ( Württemberg) ESSENER. Witteringstr. 66 September 1929 Maß- Anfertigung ln eigenen Ateliers UnMi-bawihrtaninduti: .Qualitätswaren - preiswert* PARIS 6 Tage Mk. 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