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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1929-09-01 · 11 (1.9.1929) · p. Seite 151

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
VI (1929-1930)
Issue
11 (1.9.1929)
Date
1929-09-01
Page
Seite 151 (sequence 9)
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zu wirken. Wir hassen, daß dieser Wille i» der ganzrn »Gemeinde Rvsonanz findet und daß dem Lehrhaus viele neue Mitglieder gewonnen werden. (Siehe Inserat Seite 144.) Stuttgart. Vor kurzem fand hier die Beisetzung von UniversitätSprosessor Emil H i l b. Würzburg, stall, der im Aller von 17 Jahren aus einem arbeitsreich«» Lebe» gerissen wurde. Er gehörte der naturwisscnschastlichen Fakultät der llniversiläl Würzbnrg a» und genoß bei Lehrkörper und Hörer» de» Rns eines hervorragende» Mensche» und Wissenschastlers. Rabbiner Tr. Auerbach zeichnele in seinem Nachruf die Persönlichkeil des Verstorbenen und auch die Ansprachen des Vertreters der llniversiläl und der Hörerschaft zeugte» von der anßerordenlliche» Velieblheil Professor Tr. Hilbs. Stuttgart. Am 2.4. Anglist feierte Fra» Helene M a h n in Nürnberg ihre»!><>. Geburtstag in voller geistiger und körperlicher Frische. Sie ist die älteste Pensionärin des Oberrats der Israelitischen Religion«- genteinschasl Württembergs. Ihr Ehegatte war der Borsänster Salomon »ahn s. A., der am 2t. November IHll i„ Nordsletlen geboren wurde und am l. Oktober! l».II in Lndwigsburg als Vorsänger eine AnstellniNl bekam. Tie Stelle dort versah er bis zu seinem am 7. Januar 1878 erfolgten Tode. Seitdem befindet sich FrN» »ahn im Wilwenslande. Frau »ahn lebt bei ihrer Tochter in Nürnberg, die sich ebenfalls schon i» hohem Allier befindet. Wir wünschen der Jubilarin noch viele glürtliche Jahre! Stuttgart. Ter bekannte Stuttgarter Nervenarzt Tr. Alfred Tann, ha ns er hat im Walter Haedecke Verlag (Stuttgart! ei» Buch mit dem Titel „Tic Tragödie der Frau, das Problem »er reiferen Jahre" herausgegeben, das von der Tagespreise überaus günstig beurteilt worden ist. I» de» Besprechungen wird der praktische, menschliche »nd sittliche Wen des Buches besonder« hervorgehoben. Stuttgart. Tie Jüdische Telegraphen Agentur meldet: linier der lleberschrist „Antisemitische Flegeleien einer württembergischen Behörde" teilt das' sozialdemokratische .Hauptorga» „Vorwärts" mit: „Welche wundervolle» Blüte» zuweilen der Antisemitismus heute noch bei amtlichen Stelle» treibt, zeigt ein Briefwechsel, den kürzlich ei» Berliner Arzt mit dem würllcmbcrgiicheu Lberaml F r e u d c n st a d t führen mußte. Ter Arzt war kürzlich mit seinem Motorrad auch durch Frcudenstadt gefahren, wo sei» Motor nach Ansicht der Frcudenstädter Polizei „in übermäßiger Weise Rauch und üblen Geruch entwickelte". Er erhielt daranshiu eine polizeilich« Strafverfügung mit der Außsordernng, eine Geldstrafe in Höhe von 10,60 Mark zu zahlen. Ter Kraftfahrer glaubte zu Unrecht bestraft z» sein, teilte dem Oberamt jedoch gleichzeitig mit, das, er nur bitte, ihm die Hälfte des Betrages bis zum l. September zu stunden. Ta« Oberamt Freudenstadl verstand scheinbar kein richtiges Teutsch und schrieb: „Sie wollen de» Strafbetrag von 10 Mark aus .'> Mark herabgesetzt wisse n. I u handeln p s l e g e » die Juden b e i a h r e n G e s ch ä s t e n; d i e Polizeibehörden sind a u s s .Handeln nicht e i n g e st « l l I." Tarauf erwiderte der Bestrafte: „Ich bin kein Jude, gjlaube aber doch verpflichtet zu sein, dem württembergischen Jnncnininislerium Ihr ossizielles Antwortschreiben mit der osseusichtlich gehässigen antisemitischen Aeußerung zur Verfügung stellen zu müssen." Tic forsche Antwort aus Frcudenstadt sah so aus: „Wenn Sic übrigens glauben verpflichtet z» sein, mein Schreibe» vom 30. Juli 1923 dem württembergischen Jnncnmiiiistcrium milzuteilen, so steht das durchaus in. Ihrem Beliebe». Ich werde die Worte „zu Handel» pflegen die Juden bei ihren Geschäften" zu verantworte» wissen." (Und was hat das württembergischc Jiiiienministerium dazu gesagt? T. Red.) Stuttgart. Unter der Uebcrichrift „Sari Satmmli e in p s ä n g l" lesen wir im Berliner „8-Uhr-Abendblatt" folgende interessante Notiz: „Im vornehmen Frühslückssaal des Hotels Esplanade empfing Karl Luemmle, Präsident der Universal Pictures Corporation, die Vertreter der Berliner Presse. Der „Alte .au» Lauphcim" machte selbst die Honneurs, liebenswürdig, altfränkisch, ewig lächelnd. Mit der sorglosen Heiterkeit des gesicherte» Sechzigers gab er bereitwillig aus seinem Leben einiges preis, rezitierte kleine Schulgedichte und war überhaupt nicht das, was man sich unter eineni Filmdiktator — noch dazu einem amerv kanische» — vorstellt. Was soll man sage», wen» der millionenschwere Vorsitzende eines Filmtrusts Verse vorbringt wie: „Wir lieben stark und treu jeden, Sonntag neu."? Ter einsachc Reim, der mit einigen Aendernngcn in fast jeder Landessprache zu finden ist, wird in diesem Mund und bei dieser Gelegenheit zum besten Beweis für die unter Millionenzifsern nicht erstorbene Menschlichkeit des Filmkönigs." Erailshel«. Im hiesigen jüdischen Jugeudverein herrscht reges Leben. Die Mitglieder kommen alle vierzehn Tage abwechselnd bei einer jüdische» Familie ztisammeu, um in einem hebräischen Sprachkurs zu einer möglichst vollkommenen Beherrschung der Gez> bete und der Bibel bemerkenswerten Ereij sprachen, so auch an zionistische Bewegung derselben. tzeilbrauu. Frau geb. Karlsruher feiert« tag. Tie äußerst rüstig reiches Leben zurückbli Achtung. Bier Jahrzeha - 151 - gelangen. Auch wird über alle nisse de« jüdischen Lebens geletzten Bundesabend über die und die jüngsten Ereignisse in a » » ch Mi L e h in a n » Wwe dieser Tage ihre» 82. Geburt» Jubilarin kann aus ein arbcit» cken und erfreut sich allseitiger te hindurch »versah sie da« ehrenvolle Amt der pflichtgetreu ver Jahre beschiedcn Totenwache und chen. Mögen ihr sei»! hat dasselbe immer noch viele gesegnet« Lterdors-Bapf iugtu. Am 18. August konnte Hein-, r i ch Leiter ind seine Ehefrau Amalie geb. Levi j bei bester lRsnniheit das seltene Fest der Goldenen! Hochzeit im (»reise ihrer »inder und Enkel feiern.; In der Spnagoäe wurde am Tage vorher in einem be sondere» Mischeierach der Jubilare gedacht. Stadtschult i heiß Enslin übeibrachte Glückwünstbe der Stadt Bopsin MST <KDT PreDCDadegegenüber dem Kurlheater Das ganze Ja Geschäftsführ Hotel mit jedem Comfort Restaurant mit erstkl. Küche Cafe mit eigener Konditorei lr geöffnet. Pensionspr. v. S.» Mk. an er: F. 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