Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- VI (1929-1930)
- Issue
- 8 (16.7.1929)
- Date
- 1929-07-16
- Page
- Seite 115 (sequence 9)
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Sa4«a. Später als im Vorjahr beschloß diesmal der hiesige Israel. Frauenverein die Reihe seiner Monatsvotträgc. Ueber die ersten zwei Borträge wurde an dieser Stelle bereit» berichtet. Aus sie folgte ein ausführliche» Referat von Frau Jda Moos Buchau über die Himer Frauentagung: Frau Levy, die Vorsitzende de» Himer Frauenvereins, hielt einen fesselnden «ortrag über ihre Palästinareise; Frau Berg, mann, die Vorsitzende des Wütttbg.-Hohrnz. Frauenverbande«, erfreute uns durch die ausgezeichnete R«j;itation ausgewählter Szenen aus Zweigs „Jeremias": Frl. Peppi Dreifuß-Buchau sprach über E Fleg und verstand es, seine beiden Schriften „Ter Herne Prophet" und „Warum ich Jude bin" zu einem einheitlichen Ganzen zu verarbeiten. Sämtliche Tarbietungen waren sehr beachtenswerte Leistungen und zeigten, daß gerade die Frauen viel zur Hebung de» geistigen Lebens in unseren kleinen Gemeinden beitragen können. Crailsheim. Anläßlich des 85. Geburtstages von Io - s u a Stein, der lange Jahre dem hiesigen Israel. Vorsteheramt als Mitglied angehört hat, begab sich das Gesamtkollegium des Borsteheramte» in die Wohnung des Jubilars, um ihm namens der Gemeinde seine Glückwünsche zu entbieten. Im Auftrag des Borsteheramts überreichte ihm Samuel Friedmann ein Blumengebinde und gedachte mit warmen Worten der Verehrung und Wertschätzung, die der würdige Greis in der Gemeinde genießt. Er würdigte auch die großen Verdienste, die sich der Jubilar um die Gemeinde erworben hat. Sodann hielt Hauptlehrer Silbermann eine Ansprache, in der er Josua Stein als aufrechten und frommen Mann zeichnete. Ties gerührt dankte Josua Stein für die zu Herzen gehende Ehrung, worauf Berthold Stein, sein ältester Sohn und jetziger Vorsitzender des Israel. Borsteheramts. den Tank der Familie zum Ausdruck brachte. Haigerloch. Jüdisches vom HaigerNcher H e i m a t t a g. Am 6. und 7. Juli veranstaltete das Städtchen Haigerloch einen Heimattag. Neben einem packenden Heimatspiel und der Einweihung einer Gedenktafel für einen großen Sohn Haigerlochs (Pater Tesiderius Lenz, den Gründer der Beuroner Kunstschule) bildete eine heimatkundliche Ausstellung von erstaunlicher Reichhaltigkeit unter den Stichworten ,Haigerloch in Buch und Bild" und ,Haigerloch«r Altertümer" den Hauptanziehungspunkt. Diese Ausstellung enthält auch eine Reihe jüdischer Sehenswürdigkeiten. Zu der Urkundensammlung hat die Jüdische Gemeinde den Schutzbries beigesteuert, der die Verlegung der Haigerlocher Juden ins „Haag", das spätere (und heutige!) Judenviertel anordnet. In der Sammlung der Familienbilder finden wir auch eine Reihe wertvoller Pastelle und Oelgemälde aus jüdischen Häusern. Besondere Aufmerksamkeit erregte die von Lehrer Spier geschaffene .Lüdische Ecke". Bilder nach biblischen und jüdisch-religiösen Motiven schaffen einen stimmungsvollen Hintergrund. Davor baut sich unter der von der Decke herabhänge den Sabbathlampe eine harmonisch geordnete Zusammen.' ellung jüdisch-häuslicher Kultgeräte aus: Sabbathleuchter, Kidduschbecher, B'ßomimbüchschen verschiedenster Form, Ehanukka-„Eisen" und »Menoras, Sederplatten und manches andere mehr. An der Wand hängt ein schönes alte» Gießsaß. Die .jüdische Ecke" fand bei den zahlreichen Besuchern der Ausstellung starkes Interesse, besonders bei den vielen geladenen Pressevertretern aus Hohenzollern, Württemberg, Baden und Bayern. Lehrer Spier hatte vielfach Gelegenheit, über den Sinn und Zweck der ausgestellten Gegenstände und über das Wesen des häuslichen Kultus im Judentum Aufklärung zu geben. Zu erwähnen ist noch, daß bei den öffenttichen Feiern der Haigerlocher jüdische Gesangverein an hervorragender Stelle mitgswirkt hat und daß ferner die beiden lokalen Zeitungen längere Ausführungen über die Geschichte der jüd. Gemeinde Haigerloch brachten. Heilbrau». Der gesellige Verein „Einklang" hielt sein Kinderfest am 22. Juni im Garten der .Harmonie" im alten Rahmen ab. Zuerst fand der Vorbeimarsch der Kleinen unter den Klängen der Musikkapelle und lustigem Schwenken der Fahnen und Ballons statt. Die Jugend holte sich dann schöne Preise in den Wettspielen und vergnügte sich auf der Rutschbahn. Die Alten sonnten sich an der Freude ihrer Kinder, manche hatten sogar zur Freude der Juaend den Mut, auch eine Rutschpartie zu unternehmen. Heil braun. Bezirksrabbiner Dr. Beermann sprach am 8. Juli über „Spinoza", am 15. Juli über „Tolstoi" im Südd. Rundfunk. Wie wir hören, bat die Rundsunkleitung den bewährten Redner zu weitere» Borträgen verpflichtet. Hellbraun. Die hiesige Ortsgruppe des R.J.F. hielt a« 4. Juli eine Mitgliederversammlung ab, die gut besucht war. In Bertretung des «orstandes leitete Lehrer Kahn den Abend. Bon den zur Debatte stehenden Punkten der Tagesordnung ist besonder» hervorzuheben, daß die nächste Laudesversammlung de» R.J.F in Heilbronn stattfindet, was von alle» Seiten freudig begrüßt wird. Man wird sich Mühe geben, diese Tagung würdig und festlich zu gestalten. E» wurde ferner festgestellt, daß die Hnterfchrist der X 115 - hiesigen Ortsgruppe bsi der Kundgebung gegen die Kriegsschuldlüge in des hiesigen Presse auf Weisung de» .Landesverbandes erfolgte und keinesfalls gegen die politische Neutralität des R.J.F. spricht. Hirn. In der am 28. Juni vorgenommenen Ersatzwahl eines Mitgliedes!des Vorsteheramts ist mit 111 von 124 abgegebenen Stimmen Max Bern heim er gewählt worden.. | OiM tot tot JÜtotifUH# Don der Iewish Agency. Am 26. Juni ist in Berlin das Jnitiativ- Komilee für die Erweiterung der Iewish Agency, in Deutschland zu seiner ersten Beratung zusammengetreten. Zu den Mitgliedern dieses Komitees — die Liste nennt 156 Personen — gehören von Stuttgartern Ministerialmt Dr. Otto Hirsch und Kommerzienrat Albert Moos. In den Council der Iewish Agency, der am 11. August in Zürich zusammentritt, wurde als stellverttetendes Mitglied Ministerialrat Dr. Otto Hirsch, Stuttgart, gewählt. Ausführlicher Bericht über die Tagung folgt in nächster Nummer. Kennen Sie es? |SCHLüSSG4BTEN-mNK0ST| OHLOM^ARTCN-HOTIL *TUTT3ART von «userem ^Tiergarten Daggenburg. Wer einmal einige wirklich vtrgnügte und nicht zuletzt interessante Stunden verleben will, der sollte nicht versäumen, den Stuttgarter ^Tiergarten Doggenburg zu besuchen. Sein äußerst reicher Tierbestand — Eis- und Braunbären verschieden^ Arten, afiikanische und australische Strauße, Bison«) - Kamele, Lamas, Affen, Papageien usw. — vermittelt einen guten Uckerblick über das bunte Reich der? Tierwelt und macht Jung und Alt immer wieder Freude. Zwei allerliebste Löwen-Babys, die mit Aefichen,, kleinen Bären, Gürtel- und Murmeltiere» eine lustigq Kinderstube bilden, sind die Lieblinge der Besucher. Alb neuer Gast wurde eine Schimpanse (Eunga), die im Stadtgatten in letzter Zeit Aufsehen erregte, ausgenommen. Vereine und Schulen von hier und aufwäcks erhalten ermäßigte Einttittskatten. Unseren Lesern tmpfehlen wir den Besuch des Tievgattens Doggenburg auch diesmal wieder aufs wärmste. ULM Münster- Drogerls Apoth. L. FEES Hindu fra^e 26 Sämtliche Artikel z. Körperpflege, Verbandsstoffe, Drogen und Chemikalien in nur bester Qualität bei fachmännischer Bedienung MOHREN-APOTHEKB AUGUST HEISS ALLOPATHIE pNv HOMÖOPATHIE o o o o GROSSES SPE^IALITATEN-LAGER o o o FERNSPRECHER Nr. 2296 o o 0 o o o » Blumenladen Hermann Uietzen Ulm / PrauesstraB* 21 naben tf. Stadtpoet (Trembehn-Halteetelle) empfiehlt Blumen f»r Jede Oetegenhett passend Sl« die Mufcider . Hans Maier/Ulm a. D. Elektr. Instpilatlonsgesoh&ft u. 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