Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- VI (1929-1930)
- Issue
- 1 (1.4.1929)
- Date
- 1929-04-01
- Page
- Seite 11 (sequence 9)
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insbrsonbrre brt Rrligionsgemeinde Stuttgart zu blei briibrm Scgr« gereichen! Mögr er selbst hier volle Befriedigung i» seiner AmtSbetätiguiig siubeu! Möge dir iVtnabc bc« Schicksals ihn, bei alle» seiuei, Br mühiiugen segnend begleiten! Er sinbrt hier ossenr Herze», bir ihn froh willfomme» heißen. Tr, Auerbach entstammt einer alle» Rabbinersamilic. Er hat sich aus innerem Brbürsnis icinrm Brrusr geivibincl. Bach Beenbiguiig sriner Gnmiiasialausbil b»»g stubicrir er am Breslauer Rabbiners,minar, bas er »ach verhältnismäßig kurzer Zeit mit brm Rabbi nalszeugnis verliest. Seine lvriterr wissenichasllichc Bus bitdullg brsct'lok rr mit brr Ablegung brr Toklor vrüsung i>> Heidelberg Er lvar hieraus zwei Jahre in der Religioiisgcineinbe Tresbe» als Religioiistchrer »nler bcr Leitung bes bortigc» Rabbiner« Pros. Tr. Winter tätig. Dieser erstr» Amtstätigkeit folgte bir Bckleibung der Rabbinale in Elbing »nb Göttingen. Uebrrall tonstlr er sich bir volle Sympathie seiner Gemeinde za eriverbe» Als gewissenhaster Lehrer und tüchtiger Prebigrr hat rr es verstanden, bcli. religiösrii Geist ber ihn, al,vertrauten Grmeinben zu fördern. Bebel, seinen lheologischen Stubie» hat er sich lange mit ber Naturwissenschaft brschästigt unb über brren Berbältnis zur Religiosität verichiebrue Aussätze ver ösientlict't. Sri» rabbinischrs Borbilb ist brr erste Ti reklor bcs Bre«lauer Rabbiiirrsemiiiars Zacharias Fra» kel, über besien Lebe» er eine Arbeit erscheineu liest. Brioiibereu Einbruck habe» auf ihn bic Werke von Moritz Lazarus ausgcübt. Eine Rebe über bie Wahr Hastigkeit in' Lazarus Leben unb Schristr» lvar bas Ergcbilis birser Stubiru. Obtvohl Auerbach Rorbbeut scher ist, kinpsinbet rr eine besonberc Zuneigung für Sübbeutschland, dessen religiöses Lebe» »nb Strebe» ihn sietbesoubers gefesselt hat. Möge sein Wirken hier sin segensreiche» sein! St! lttgart. E l t e r » a b e n b ber Kameraden. Ai» >. M.irz saub im dicht besetzten Saal bes erst kürzliäi cingeueihteu Jng>nbhauses ein Elternabenb der „.Naueraben" statt. Wenn es die Absicht der „Name gaben" war, beu Eltcru „nb Freunden einen Ausschnitt aus!hreni Leien, >in Bild von dem Geist, der bei ihnen herinht, zu gebe», io ist ihuc» dies vollkoinuien ge lun in! es ist iln.eu geglückt i» linem Maste, bast jeder Beiul her seine wahre Freude hatte an bei» Lebe» unb Tieibeii, bas uch seinen Augen und Ohren bot. Echt jugendlicher Frohsinn, «berschä»l»e»bc Kraft unb banebeii das liest Strebe», bas Lebe» in seiner ganze» Grösse, in seinem Erust unb seiner Schönheit zu er sasien und es bemeutsprecheub zu lbe», bas lvar der Eindruck, den ber Besucher mit nach Hause »ahm, beglückt, eine fugend »m sich zu wisse», die Jugend im besten Sinne ist, sröh und ernst, strebend nach Schönheit unb Wahrheit. Tast bei» so ist, verdanke» die ^Kameraden" vor allem ihren Führern, in erster Linie dem Leiter ber hiesigen Oitsgruppe, Er» st «ah», ber einen gedrängte» Bericht über die Arbeit i», zergangenen Jahre gab. Tie „Kameraden" setzen sich z. Z aus H Gruppe», :! Mädels» und 5, Jiingengrupreii zusammen. Tie .! Pimpsengruppc» — da« sind die Gruppen ber jüngere» „Kameraden" sind Psabsinbergruppe». vier wirb itsonbelcr Wert auf Zucht und Disziplin ge legt! als Mittel zur Erziehung zu innerlich freien, aufrechten, gemeinschastssrohen Menschen. Basteln, Mor .cm, «arlenlesen, Turnspiele, Ori-irlierung im Gelände. Hyziene, Unierricht in erster .Hilfeleistung unb Lebensle'lüng unb Beschäs.igung mit Fragen des allgemeinen Le csts, t er Jugendbewegung, de» Judentums, mit Geschichte unb Ideographie sind die hauptsächlichsten Arbeitsgebiete. Bbn den Mäbchengruppe» beschäfligien sich die jüngere* mit Büchern wie Bonsels .^immelsvolk", mit jüdische» Legenden, mit allgemeine» unb jüdischen dem Aller entsprechenden Fragen. Tie mittleren befasse» sich z. Z. besonders mit 2 Problemen: Schule unb Religion (Tagebuch bes Schülers Kostja Rjabzew", „Ter steine Prophet"). Tie Aelieren suchen soziale Betätigung: iie beschäftigen sich seiner mit Gesundheitspflege, erster Hilseleistung, Brauns' „Gqchichte ber Juden". Die mittlere Jungengruppc liest z. Zt Klassiker und hat für später eine systematische Beschäftigung mit Kunstgeschichte in Aussicht genommen. Ti« ältere» Jungens behandelten Probleme wie Zionismus, Selbsterziehung unb Willenrbilbung, bie Alkoholsrage. Ferner wurden Bücher besprochen wie Cou benhove's „Held, und Heiliger", „Paneuropa", „Napo leon" von Emil Ludwig u. a. mehr. Für alle Jungens ist bas wichtigste die „Fahrt", da« Wandern in Gottes freier Natur mit ossenen Augen und freiem Sinn. Hier in der Natur erlebt ber Einzelne erst richtig den Zauber ber Gemeinschaft, hier reist bie Arbeit, bie in den Heimabenden geleistet wurde, hier werben bie am tiefsten berührenden Probleme erörtert, hier werben die Freundschaften sürs Leben geschlossen. Das Programm des Abends selbst war sehr reichhaltig unb bestätigte ganz den Einbruck, de» bie Rebe des Lrtsgruppenleiters bei den Zuhörer» hiulerließ. In bunter Reihenfolge wechselten Märsche, Lieber, Turnübungen, Bolkstänze, Sprechgruppen. Ter Berichterstatter unb Führer „Kaijreraben" vorhanden — 11 — ist versucht, hier ins einzelne zu gehen und eingehender von de» Tarstellern und ihren hervorragende» Tarbietungen, bie vielfach eine wirstich künstlerische Höhe erreichten, zu berichte», ^tber dies liegt nicht in ber Absicht der Tarsteller: den» bas lvar nicht ber Zweck des Abend«, bie künstleiischeu Leistungen der Einzelnen ins l:chte Licht zu setzen, sondern er sollte künden von dem Geist unb Leben brr „Kameraden", und dies ist ihm, wie schon eingangs bemerkt wurde, in vollem Mast« gelungen. Tit Elter», bie Kinder bei de» „Kameraden" haben, können sich glücklich schätzen, bast ihre Kinder in solchen, Geist heranreise» i»iirfe«, denn es gibt für die Jugend nichts Wertvoller:s, als gleichgestimmte Freunde zu sinben. Tast diese bei den sind, nahmen alle Gäste als Geivistheit mit nach vlause. Möge dies immer so bleibs»! tultgart. Ten ziveiien Frauenvortrag, de» der veranslallei Hai, hiell Fra» Tr. Ebelheim Berlin über! bas Thein» „J»t> ressanle Rechtsfrage» für die jüoiithe Frau". Es gibt so führte die Rebnerin aus, nur! eiiiAifle Rech »frage, die ausschliestlich die jüdische Frau angehl, bis ist die ber jübischen Frau i» her jüdische» Itzemei» »Verwaltung ^aklives unb pas live» Wahlreckt usiv.s. Alle anderen Rechtsfragen iinb entweder rein jüdische, die bas ganze Jubenlum be rühte», ober Rechlssra, e» sür die Frau schlechthin. Beifass,ingsgeinäst bürte es weder Rechtsfragen iür die bculsche Frau, noch solche sür -die deutschen Inden gebe»: den» nach ber kLeimarcr Bersassuug ist alte» Tenlschen bas gleiche Recht gewährleistet. In Wirklichlrit sieht die Lage i.nbers aus. Es wirb versucht, der Fra» ivieber eine» Teil ihrer Rechte zu nehmen, »ilb die Nationalsoziali te» sind an ber Arbeit, den Juden ihr Trulschlum j und damit alte Rechte, die ihniett als Deutsche zustehen, abzuspreche». Aus die jem »a»o»alsojialistiichett Gedankenkreis heraus ist er zu -!-i---- " ' . 1 iverstehen, baß jetzt entschieden lverden Bestrebungen, bie rechtigung nehme» in Nürnberg durch Sachverständige soll, ob bic Juden eine Religio» ober eine Klasse i!nb unb ob es eine» Ritualmorb gibt. Unsere Ausgcbc muß eS sein» uns gegen alle de» Inden bic deutsche Glcichbe ivollen, zu wehren unb uns über all unser Recht zu erringe»,, ob es sich um Berunglimp suiigeu in Zeitungen, um Kollektivbeleibigungen ober bcrgl. handelt. Ar. eh die Anzeigen „Jude» ist der Eintritt nicht gesichtet" sind durchweg,, sofern e» sich nicht um privarel Peranstaltungen handelt, ansecht bar. Ost fehlt nnfihen jüdische» Mitbürger» bas volle Pertraue» zur Rechlsvrechiing, weshalb iie Belridigungen im öfieiitlich » Letten und Zurücksetzunge» ber -Kinder in ber Schule, ohtze Gegenwehr hiuilchmen. Rebnerin ist von der fast iburchweg objekliven Rechtsprechung der Berufs» ichter ßberzeugt. Beim Schivnrgewicht. wo Laienrichter amtier«», ist die Sachlage vielleicht anders. Sie erinnert in diesem Zusammenhänge an den Fall .Halsmann im Zillertal, Ivo eine starke antisemitische Beeinslustung der hkaicurichter möglich war. In alle» solchen Rechts »ich Benvaliungsfrage» ist Auslläruiig ber »lastgebeiiden hl re sie- »oiwenbig. Pflicht der jübi scheu Fra» must s sein, bei dieser Ausftärungsarbeit milzubelstn, auch Hit ihrem engsten Kreis, und durch ihre ganze LebenP>ali»ng sonne durch Erzichuug ber Kinder zur BeschEibeudelt vorbildlich zu ivirke». Tie inlercssanien Aussi hruirge» wurden in.der regen Ans spräche nock> weit rhin verliest. M. K. Sluttgart Jnr stimmungsvolle» Kouzerlsaal der „Lieberhalle" verchistallele ber B e r t h o l b Auerbach Verein jim l>>. März ei» gut gelungenes, fröhliches P u r i nf K o ft ü m f e ft. bas durch ein lleines, in jeder Nummer aber hervorragendes Programm, eine besondere N^te erhielt. Tic PorlragSsolge wurde von Frl. Ilse j B e r l i tz h e i m e r erössnet, die zu den mitreißtuben | Rhyrhine» eines Jazz eine Tanz groleslc improvijierlc unb durch stürmische» Beifall Es ist in Ihrem Interesse, L wenn Sie sich voir Kauf eines Radio-Apparates von mir beraten lassen / Katalog gratis . ROTEftOtfLSTRASSE 40 / TELEFON «3225, «4295 , RADIO-FRAN | Verlangen Sic Kainlog oder V< Autovermietung Friedrich Oehling / Stuttgart Friecthufstrafje 14 - Telephon 215 1« : empfiehlt sich für Hochzeiten, Beerdigungen. Stadtu. : Fernfahrten mit «-Zylinder Horchu. Mercedeswagen- \ Gewissenhafte u. zuvrrlass. Fahrer - Mäßige Preise. Obiger empfifjhlt sich auch für Überführungen von Leidien nach dem ln- und Auslände mit speziell dazu gebaute^, modernen Mercedeswagen. ^l.&ran/c Friedrichsbau - Stuttgart Di. <?ranfc <§ Qul. DHarxtr QtgrÜndet 1894 <Spe3^algescbhß feinster ‘■Bonbons und (Scftofcoladen TBeUfon 21202 der«« 15 Aug. 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