Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- V (1928-1929)
- Issue
- 24 (16.3.1929)
- Date
- 1929-03-16
- Page
- [Seite] (sequence 7)
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- 319 - tion in dem überseeischen Absatz seiner Filme erzielte, seine Konkurrenten in Amerika nicht viel Zeit verloren, um das System nachzuahmen und sich in den Absatzmärkten der Welt festzusetzen, solange noch Zeit dazu blieb. Außer den vielen Ehrungen, die Carl Üaemmle infolge seiner außerge vöhnlich erfolgreichen Arbeit im Lause der Jahre zuteil geworden sind, fällt ihm eine ganze Reih«!'von Verdiensten und Gründüngen zu, die aufzuführen im Rahmen dieses Artikels zuweit führ'n würde. Es soll aber hervorgehoben werden, 1 daß er einer der Gründer einer Synagoge des großen und prächtig ausgestatteten ,L»ollywor i Tempels" ist, dessen Vorstand er auch als Direktor angehört. Er ist Mitglied der Bnei Bi^ith Loge und ist auch Freimaurer. Ferner gebärt er dem auch in Europa bekamiten ^Elch-Club' als Mitglied an. Unter den Clubs, zu deren Mitgliedern er zählt, sei >>och der Progreß uno Friars-Club hervorgehoben Sein Wohnsitz der als einer der gesellschaftlichen Mittelpunkte Californiens bekannt ist, befindet sich in 1051, Benedict Canyon, Beverly Hills (Calisornien), während in New Uork seine Büroräume in 730, Fisth Avenue, sind. •- (Mit freundlicher Genehmigung des Israel. Wochenblattes für die Schweiz.) Jehuda Halevi-Abend im Berthold Auerbach-Berein. Am 5. März veranstaltete der B.A.B. einen Je l,udn Halcvi Abend im Kleinen Saal des Oberen Museums, für den man die bekannte Stuttgarter Pianistin Frau Alice SchmucklerHeß und Emil Heß von den Württemb. Landestheatrrn gewonnen hatte. Ter Abend wurde von Frau Alice Schmuckler Heß eingeleitet, die mit brillanicr Technik und fein abgestimmter Tongebung eine „Sarabande" und eine „Gavotte mit Variationen" des altfranzösischen Meisters Rameau spiette. Tr. L'alter Einstein machte sodann mit Jehuda Halevi als Dichter und Mensch bekannt und zeichnete in interessanten Ausführungen den orientalisch okzidentalen Kulturkreis seines Wirkens. Sodann trat Emil Heß zum Bortragstisch und verstand es, bald Kontakt mit seinen Hörern zu gewinnen. Diesmal aber konnten wir uns, die wir seinerzeit seine erhebende rezita torische Gestaltung der ebenfalls im B.A.B. zu Gehör gebrachten „Chassidischen Legenden" ver dientermaßen nur lobend besprechen konnten, mit der Gesamtdarbietung von Emil Heß nicht so recht befreunden. Jehuda Halevi ist ausgespro chener Lyriker, ein Mensch mit. reichstem Innenleben, in dem Natur, Mensch und Äbtt zusammenklingen. Seine Sprache ist plastisch und klar und an die Wirklichkeit gerichtet, in erster Linie aber Gedankenlyrik, deren Interpretation einem an den bühnenmäßigen Ausdruck gewöhnten Künstler nicht leicht fallen dürfte. Bei aller Anerkennung der Bortragskunst von Emil Heß muß nun gesagt werden, daß er dem Menschen Jehuda Halevi, so wie er ufts in seinen Werken als kindhast-gläubige, halb resignierende, halb zukunftsfreudige Persönlichkeit ent gegentritt, nicht voll gerecht geworden ist — oder besser gesagt — gerecht werden konnte. Gerade die Gedichtreihen „Aus Zion", „Gott" --- wir denken an den herrlichen Hymnus „Es war ein Tag so sehnsuchtsvoll..." oder „Zu Dir steht all mein Sehnen..." erfordern eine gewisse Reserve in der Anwendung der stimmlichen Mittel, eine Rezitation, die weniger auf Ueberzeugung durch dramatisch pathetische Akzente, als aus stille, ganz auf gläubig primitive Demut und Ergebenheit gestellt ist. Am besten gelingen Emil Heß noch die Dichtungen, in denen Jehuda Halevi aus der Realität des Lebens schöpft, der „Becherspruch" zum Beispiel oder die gewaltige Impression „Das Meer", in dem der ungeheuere Aufruhr der entfesselten Elemente mit -grandioser Kunst ge schildert und, der Armseligkest des verzagenden Menschenkindes gegenübergestellt wird. Frau Alice Schmuckler Heß beschloß den inter essanten Abend mit dem C moll Präludium von Chopin, dem, wie den Rezitationen, lebhafter Bei fall gespendet wurde. H. St. QIhG Aut WfHtMiHuSiHefyG Stuttgart. Frauenvorträge im C. B. Tic Stuttgarter Ortsgruppe des üentralvcreins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens ha« sich die verdienstvolle Aufgabe gestellt, die jüdische Frau durch Borträge in die Bestrebungen und Wissensgebiete des C.B. einzuführen. Ten ersten Vortrag „Ucbcr Wirtschaft und Gesellschaft" hatte kr. rer. pol. Julie Meyer, Nürn berg, übernommen. Sic ging davon aus, daß die wirtschaftliche Krisis, in der sich Deutschland befindet, durch die Produklionsvernichtung im Kriegt, durch die Reparationszahlungen, durch den fehlenden AuSlandS- und den verrotteten JnlandSmarkt - bedingt ist. Ter Versuch nach amerikanischem Borbilde durch Massenproduktion die Industrie zu heben, mußte in Deutsch land versagen, da hier die kauskiästige Masse fehlt. Wie die Industrie befindet sich auch die Land Wirtschaft in Rot. Turch die Rot deS- Bauernstandes «st auch dec kleinstädtische Handel vernichtet. Diese allgemeine wirtschaftliche Rot auf der einen Seite und der Zusammenschluß zu Konzernen und Trusts auf der anderen Seite haben den deutsehen Mittelstand aus« tiefste gefährdet. Die Statistik von -- 1925 zählt in Deutschland zwei Drittel Arbeitnehmer (wozu auch die Beamten gezählt sind) und nur ein Drittel Unternehmer, lkin großer Teil der heutigen Arbeitnehmer kommt aus gehobenen Ständen und bleibt Bürger mit dem Dünkel einer unterqehenden Schicht. Tiefe Schicht will sich von dem proletarischen Arbeit nehmcr unterscheiden und klammert sich an den Anti semitirmus, in dem Glauben, durch ihn sein Bürger tum bewahren zu können. — »im -oiuuiiu, wie roc« oei j u oi i tu c 3Ktuci|tano bereit» gefährdet, wieviel 'selbständige Existenzen wir unter den Juden' noch zählen, gibt e« nichts Der Wechsel der selbständigen Existenzen ins Arbeitnehmer existenzen hat sich in Berlin und in.Rorddeutschland wohlschneller als in Süddcutschland vollzogen. Ein Handwerker und Bauernproletariat unler den Juden haben wir kaum, weil e« vor dem Kriege Verhältnis mäßig tvenig Handwerker, und Bayern unter den In den gab. Kritisch ist für uns Juden da« Angestellten , Problem, und e« ist. anzunehme», daß die Zahl der Angestellten bei uns Juden weiter wachsen wird. Der Sohn de« heute noch selbständigen Kaufmanns wird^ nur in seltenen Fällen das väterliche Geschäjt, dös keine Entwicklungsmöglichkeit mehr -hat, weitcrfühvkn. Ter jüdische Angestellte ist in der heutigen - eit der Arbeitslosigkeit dem christlichen Kollegen gegenüber im Rachteil. Tenn selbst ein großer Teil^-fudi sche.- Arbeitgeber bevorzugt aus ost^ganz—unberech li.stcn Gründen den christlichen Angestellten oder stettt Jude» nur in beschränkter Auüahl a». Während e« tem jüdischen Angestellten oft zum Borwurs gemacht Ivird, daß er sich nicht anpaßl, gsbt es aber, auch eine jüdische Schicht Angestellter, die sich wiftig—<ri« An gestellte cincrdnet. So sehr da« zVdegrüßen ist. liegt auch darin die Gcsahü der Setbstausgabe. Ge rade in dieser''Schicht finden wir die meisten Misch . ehe». In Berlin hat sich eine soziale grsellschastbich» Bereinigung gebildet, die, Klubräumc zur Verfügung stellt, ivo junge jüdische Menschen sich zwanglos treffen sollen. \ Gibt es ein- Möglichkeit, die selbständigen Eristenzc-i den Juden zu erhalten? Tic Redncrin kann den gemacht -i Borschlägen, wie Erziehung der Juden zum! selbständigen Handwerk oder als Siedler aus dem Lande > nicht bcipslichtcu. Sie glaubt nicht daran, daß die Käufer dazu zu erziehe» sind, ihren Bedarf im Klein- * Handel und in Spezialgeschäften zu decken und so! de» Kleinhandel zu erhalten. Töf christliche kaufmännische Mittelstand ist zum Teil durch genoisenschast fidr-i Zusammenschluß zur Selbsthilfe geschritten. Tieft Genossenschaften werden sich für den jüdischen Mittel s stand als weitere Konkurrenz auSwzrken, wenn er sich | nicht entschließt, diesen Genossenschäften beizutreten. Tic Rcdnerin meint, daß wir unS mit den gegebenen Tatsachen einer weiteren Zunahme der jüdischen Angestellten absindcu müssen. Unser Streben muß es sein, die jüdische Jugend so zu erziehen, daß sie sich lcich! LtHllIirlde Spezialistin entfernt mit Eiectroiyse SesiausNaare unter Garantie für immer Dffaff" ■1 h m ° h *" " Irl Hl I vorzflcllches deutsches Fabrikat 1 11111 «"* «.web. . „ _ ladaalria Ulnplt, Conradt&OL, Stuttgart, Krooprinzstraße 22 Esslingen, Untere Metzgerbachstraße 9 ► Aal Waaisk •rtolektnrta Zahlaofsbadlnffnaffan f M CIGARRE N-HAIST MOLTKESTR. 23 . Tel. 63722 * GARTENSTR. 42 Größte Auswahl in Brasil Berücksichtigen INSERENTEN PUNKTAL BRILLEN» ZWICKER LORGNETTEN BEI Sftaer Blicker »1ISTSTRABBC ft Buchdruck - Typnndruck Schablonendruck -— Werbedrucksachen, Warhebrlefa postfertig mm WILHELM SCHÜMM t«laor STUTTGART SCMUWE Schlosserslr. 35 7W16 Otto Truckses / Stuttgart Gak a. WasserlellnBtsaeMhlll FUsdmeret/Mntllre Hauten Rosenstraße 36, Ecke Weberstr. Fernsprecher 26192 Vt.&'ran/c &riedrichsbau Stuttgart ■ £7«rA 51. 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