Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- V (1928-1929)
- Issue
- 20 (16.1.1929)
- Date
- 1929-01-16
- Page
- [Seite] (sequence 9)
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Ausländer). ES folgen Frankfurt mit 369 Juden unter 3657 Studierenden, Freiburg mit 285, Heidelberg 251, Münster 247, Breslau 224 jüdischen Studierenden. In Aachen, München, Braunschweig usw. studieren zur Zeit nur wenige Juden. Bon den Technischen Hochschulen hat Berlin-Charlottenburg weitaus die meisten jüdi fchen Studenten. Liberales Judentum und Iewifh Agency. Der Vorsitzende der Bereinigung für das liberale Judentum in Deutschland, Rechtsanwalt Heinrich Stern, veröffentlicht in der „Jüdisch- ■ liberalen Zeitung" einen Aufsatz „Zur Frage der Agency" in welchem er die Richtlinien einer ge meinsGnen Arbeit von Liberalen und Zionisten zeichnet und hierin seine Ansicht und, wie er glaubt, die vieler gleichgesinnter Liberaler, darlegt. Mit Lilienthal stellt er die Rechtsverbindlichkeit der völkerrechtlichen Akt«, nümlich des Mandats und der Balfour-Deklaration, als selbstverständliche Voraussetzung der Agency-Aröeit fest. Sie ist ein historisches Faktum, das nicht aus der Welt geschaffen werden kann. Die Anerkennung dieser Tatsache bedeutet nicht, daß alle aus ihr die gleichen Schlußfolgerungen ziehen. Er findet sich auch mit der Tatsache ab, daß die Worte „Nationalheim für das jüdische Volk" in die Balfour-Deklaration übergegangen sind; die Differenz besteht darin, wie man diese Worte auslegt. Er wiederholt, was schon Woyda in einem Satz ausgesprochen hat: Wie sich Palästina selbst entwickelt, ist von keiner gesetzlichen Definition abhängig, sondem nur von der lebendigen Entwicklung der Dinge und er fügt hinzu: Jedenfalls würde es für meine Mitarbeit in der Agency incht hinderlich sein, wenn die Siedlung in Palästina selbst sich zu einer autonomen nakionalen gestalten würde. Tie Entwicklung muß abgewartet werden. Aus der Tatsache, daß die Balfour-Deklaration diese Siedlung als nationale Heimstätte für das jüdische Volk bezeichnet, dürfen außerhalb Palästinas keinerlei Schlüsse gezogen werden. Daß rechtlich die Stellung der Juden in ihren Heimatländern unverändert bleiben soll, sagt die Deklaration selbst, das ist aber nicht ausreichend. Die Nichtzionisten gehen mit der ausgesprochenen und von den Zionisten anzuerkennenden Gesinnung an die Mitarbeit in die Agency, daß sie nicht nur rechtlich, sondern auch volklich Mitglieder ihrer Heimatländer bleiben und sich nicht als Glieder eines jüd. Volkes betrachten, dessen Nationalheim Palästina ist. Ihre Mitarbeit in Palästina im Rahmen der Agency bedeutet also keine Anerkennung der Phraseologie der Balfour- Deklaration außerhalb Palästinas. Wir machen uns zu eigen, was Eugen Fuchs in den Sturmjahren 1918 19 wiederholt mündlich und schriftlich niedergelegt hat: Palästina als ein Nationalheim für die, die dort national leben wollen, im übrigen nationale, geistige, religiöse und selbstverständlich rechtliche Unabhängigkeit in der Diaspora. Wird diese Einstellung von' zionistischer Seite anerkannt, dann, aber nur dann, ist gemeinsame Arbeit möglich." Das soeben erschienene Dezemberhest für Geschichte und Wissenschaft des Judentums beginnt mit einem Sammelbericht von Heinrich Speyer über neuere bibelwissenschaftliche Arbeiten. Die folgenden drei Aussätze geben auch dem Fernerstehenden ein Bild von dem Geschick unserer Borsahren im späten Mittelalter und zu Beginn der Neuzeit. Ellen Littmann zeigt, zum Teil »ach unveräfsentlichten Urkunden, unter welchen Bedingungen es denjenigen Juden, die in der Zeit des PUOTU-PFEIFFE tt.FLM Dl« Bildnis - W«rkst*tie Hrltdn Oeschnuuh IidlfIdullM Eingehen a»f ckl« Persdnllchkelt AafBBkBMB las eigenen Hein Technischen. Indastrielle Aatnahiaen Jeder Art PHOTO-REKLAME ULM a. D., König WilbelmitraBe I, Telefon S-A. Mit | Konditorei lenz ' 1 Neu-Ulm " Qualitätserzeugnisse / - 267 - Schwarzen Todes um Heimat und Besitz gekommen waren, gelang, neu« Niederlassungsmöglichkeiten zu finden. Eine kleine Arbeit von Professor Donath behandelt die Gesundheitsverhältnisse unter den Juden zu Beginn der Neuzeit und weist nach, welch furchtbare Krankheiten die sehr ungesunden Berufszweige, di« man den Juden übrigließ, zur Folge haben mußten. Was sie ausrecht erhielt, ist deutlich zu erkennen aus L. Landau'S Aussatz „Der jiddische Midrasch Wajoscha"; hier wird zum ersten Male ein Spielmannslied über den Auszug aus Aegypten veröffentlicht, das uns veranschaulicht, wie bereits unsere Borsahren di« biblischen Stoffe mit den Stilmitteln ihrer Umwelt darzustellen wußten. Zahlreiche Besprechungen folgen. I« lehrreicher und anregender das Heft ist, umso weniger ist es zu verstehen, daß anscheinend noch weite Kreise unserer Glaubensgemeinschaft der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums, der Hrrausgcherin der MGWJ, fremd gegenüberstehen. Im letzten Jahre hat dies« Gesellschaft ihren Mitgliedern gegen den geringen Jahresbeitrag von 10 Mark die sechs Hefte der Monatsschrift (zusammen 610 Seiten) zugesandt und ihnen außerdem Vergünstigungen beim Bezug wichtiger jüdisch wissenschaftlicher Berössentlichun gen gewährt. Hoffen wir, daß im neuen Kalenderjahre zahlreiche neu« Mitglieder das segensreich«, von Juden und Nichtjuden anerkannt« Wirken der Gesellschaft unterstützen werden. Ihre Anschrist ist: Berlin, Schöneberg 1, Beljigerstraße 46, II. 2., das Postscheckkonto: Paul Beit Simon, Berlin, 7030. ULM f MOHREN-APOTHEKE °° AUGUST HEISS 8 s ALLOPATHIE UND HOMÖOPATHIE | | GROSSES SPEZIALITÄTEN-LAGER | °o FERNSPRECHER Nr. 29S J A Münster - Drogerie 1 Apolh. L. FEES Hirschstrafe 26 Sämtliche Artikel x. Körperpflege, Verbands- Stoffe, Drogen und Chemikalien in nur bester Qualität bei fachmännischer Bedienung ■lumaNladan aj nermann Vietzen Ulm / FrauanstraBa 21 ntbBn d. 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