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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1929-01-01 · 19 (1.1.1929) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
V (1928-1929)
Issue
19 (1.1.1929)
Date
1929-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
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FrGÄ" Emil Hothes^tr Ptla« Nalarbali In Icbahwaraa Raparalaraa AauknitoJJei Qataabergstr. 27e, part. Qeneralvertr. kittechnischer Erzeugnisse Lehrwerkstätte für das Kitt-Verfahren i DRUChLHtl STUTTGART STPASSk 41 FIRNSPRCOH1R SA. 00078 Anfertigung lAmilldicr Dradüadicn L Prirale, Verds«, ■aseai. amtMsritMiiirt« SBtxr, dessen Echtheit auch von der Wissenschaft nicht angezweiselt wird. Rach einigen sehr interessanten Bemerkungen über die Masora, der, nach Ansicht des Redners, die unversehrte heutige Fassung der Thora zu verdanken ist, führte Oberrechnungsrat Meyer seine Hörer in die Werkstatt der Kritiker selbst und zeigte, wie schwach in vielen Fällen ihre Beweisführung ist. Bon den angeführten Beispielen sei eines wiedergegrben: Im Buche „Daniel" wird erzählt, daß Daniel und sein« Freunde aus religiösen Gründen nicht an des Königs Tafel speisten. Da der Geschichtsschreiber Josephus dies mit dietätischen Gründen motiviert, wird von der . Bibelkritik der historisch« Wert des ganzen Buchesofort angezweiselt. Di« Ausgrabungen im Orient, vor allem die Funde der Deutschen Orirntgesellschast, zeigen nun eindrücklich, daß auch das alte Kanaan seine eigene hebräische Sprache hatte. In Ekbatana wurden Grabungen vorgenommen, die beweisen, wie sehr Graetz irrte, aler Kyro-' Edikte für unecht erklärte. Die biblisch« Aufzählung 'der Bölterstämme wird durch zahlreiche Jnjchristsunde erhärtet und dafrüher als Sage behandelte Material wird zu Angaben aus allerfrühester Weltgeschichte. So hat die Kritik, di« auch aus dem Wechsel der Gottesnamen die Homogenität des Bibeltertes an« zweifelte, viele Quellen getrübt und übereilte Schlüsse gezogen. Wenn auch in der Bibel manche Stellen zu finden sind, di« auf den ersten Blick hin Widersprüche zu enthalten scheinen, so muß man doch, wenn man das Gesamtwerk ins Auge saßt, mit unseren Weisen sagen, kraß es in der Thora kein früher und später gibt, und daß sie uns nicht als chronologisches Geschichtsbuch entgezentritt. In seinem Schlußwort sprach der Redner über seine persönlichen Standpunkt zur Bibel und ihren Krftikern. Er respektierte die Kritik, die ja auch nur der Ausdruck einer Gottesgab«, nämlich des logischen Denkvermögens ist, läßt sie aber über Wert und Unwert der Bibel nicht entscheiden. Sicher ist, daß von „Glaubenmüssen" in der Bibel nirgends die Rede ist. Aber Glaube und Wissen lassen sich in Einklang bringen, wenn auch verlangt werden muß, daß der Forschergeist mit Pietät gepaart ist. DaS Endliche und Erkennbare ist nicht die einzige Wirklichkeit. Biele Generationen sind an einem Tradition-gut vorübergegangen und eine andere Generation hat eS wieder zu ihrer Grundlage gemacht. So hat sich auch ein Franz Rosenzweig, der dem Judentum doch fernstand, wieder zur Thora gewandt und mit Buber die Bibel erneut überseht. Der Redner schloß mit einem eindrucksvollen Bekenntnis zur götllichen Offenbarung und zum Ewigkeitswert der Thora. — Wir konnten an dieser Stelle die ausgezeichneten, auf ein umfassendereligiöse« Wissen gegründeten und von hoher Ueberzeugungskrast durchglühten Ausführungen von Oderrechnungsrat Meyer nur mit wenigen Worten wiedergeben. Jeder aber, der diesen erhebenden Bortrag hörte, verspürte irgendwie die Größe des biblischen Geistes, der unserer Gemeinschaft bis heute die Züchtung gewiesen hat und unsere« Dasein auch fernerhin Werl und ethische Schwungkraft verleiht — wenn wir modernen Menschen nur mit Ehrfurcht an die Thora herantreten, di« mit unserem Einzelleben und der gesamten Gemeinschaft untrennbar verbunden ist. — Langanhaltender dankbarer Beifall lohnte die trefs,. iichen, von echt jüdischem Geiste getragenen Ausführungen. 8. 8t. Am 8. Januar wird im Rahmen des B.A.B. ein Diskussionsabend stattfinden, der jedem Teilnehmer Gelegenheit gibt, sich sowohl über di« Psychoanalyse in ihre« Berhältnis zur Religion wie über die «ibelkritik zu äußer«. Man darf dieser Veranstaltung, di« zwei hochaktuellen Wissensgebieten gewidmet ist, mit größtem Interesse entgegensehen. (S. Inserat S. 247.) -251- VkM Butftfu. KImfllbwrburgstr.M (Eck« usd«^«^.) HWsK * SpnslalgaschAft 9^,^^EIE,^ , Efjt Frischkost! In der ersten Stuttgarter Frischkoststube pENGLER Kriegtbergotrage Nr. 9 Edie SdilllerilraSe. Tel. 391M Wiin-Friinr-SilH Mturgdr. Hnarerbeitcn » Nor iri&L Bedienung Totktteartlkel Eugen Sulzberger, Urbanslr. BZ ÄS Stempel Alfred Moderne Radio-Anlagen Neu aufgenommen: Musik-Apparate Neueste'Schallplatten C D A T\T/\ CD A XT1/* . rotebühlstrasse «o ii/UilU'rnAIlli / TELEFON 63223, 64293 | Verlaogea Sie Katalog oder Vertreter besä de Stuttgart. Bon den im Kunstgebäude ausgestellten Porträts, Holzschnitten und Oelgemälden des Malers Hermann Fechenbach wurden 4 Bilder vom Württcmbcrgischen Staat für die Staatliche Bildergalerie erworben. Stuttgart. Kunfthaus Schalter. 10. Januar bis 15. Februar. Prof. Willi Jaeckel, Albert B i r k l e, Willi D r e ß l.e r, Rudolf S ch l i ch t e r. Eonrad Felixmüller. Cauuftatl. Einer Anregung de- Ausschußmitgliedes des I s r. F r a u « n v e r e i n s. Frau Jda Earlebach, entsprechend, folgten eine große Anzahl Frauen der Aufforderung zur Besichtigung der vor kurzem ihrer Bestimmung übergebenen Landeshebammen-Anstalt. Ter Direktor der Anstalt, Obermedizinalrat Dr. F e tz e r, übernahm in liebenswürdiger Weise die Führung durch die sreundlichen, nach den neuesten Errungenschaften der Hygiene eingerichteten Zimmer und Räume des Hauses. _ Buchau. Am 15. Dezember trat der hiesige I ü d. Jugendbund zum ersten Mal mit einer Beranstaltung an die Oessentlichkeit. Im Mittelpunkt des ersten Programmteils stand ein Bortrag von Max Dreifuß „Ter Jugendbund", in dem des zweiten ein solcher von Max Hirsch über die geschichtliche Bedeutung des Chanukkasestes. Beide Borträge waren von gesanglichen, musikalischen und deklamatorischen Darbietungen der übrigen Mitglieder und einem Sprechchor umrahmt. Die wohlgelungcne Feier machte aus die zahlreich erschienenen Gemeindemitglieder ossenbar einen sehr guten Eindruck. Zum Schluß ermunterte San. Rat Tr. Rördlinger die Jugend in Form eines selbstversaßten Gedichtes zur Weiterarbeit und dankte dem Leiter des Jugendbundes, Rabbiner Tr. Schlesinger. Außerhalb des Jugendbundes, dessen Hauptarbeit in wöchentlichen Lchrkurjen besieht, herrscht starkes geisti- -ges Lebe» im Jüd. Frauen verein. Tieser veranstaltet alle 4 Wochen einen Bortragsabend. Bisher sprachen Rabbiner Dr. E h o n e, Konstanz, über „Das Judenleid bei Shakespeare" und Siegfried Einste in,'Buchau, über „Nathan der Weise und Shylock". Weitere Borträge werden im Lause des Winters folgen. Ferner haben sich 15 Damen des Frauenvereinzu einem Lese- und Diskussionszirkel vereinigt, in dem in einem wöchentlich zweistündigen Kur« unter Leitung von Rabbiner Dr. Schlesinger „Die Richtungen im modernen Judentum" ausführlich behandelt werden. Croilshei«. Bei der Gemeinderatswahl erhielt das seitherige Gemcinderatsmitglicd Kaufmann David Stein unter 10 Kandidaten di« zweithöchste Stimmenzahl, ein ehrendes Zeugnis für den Gewählten wir für di« Gemeinde. Erailsheim. Religionslehrer Silbermann hat die 2. Bolksschuldienstprüfung mit Eyfolg bestanden. Erailsheim. Am 15. Dezember feierte die Gemeinde Crailsheim das 65-jährige Jubiläum des Bestandes ihrer Synagoge, verbunden mit dem gleichzeitigen Jubiläum de- Synogogenchors. Tie Feier wurde durch einen Festgottesdienst am Freitagabend in der festlich geschmückten Synagoge eingeleitet. Am Samstag Bormittag hielt Lehrer Silbermann die Festpredigt, und abends fand in Verbindung mit der Ehanukkaseier des Vereins „Einklang" ein Festabend statt. Unter Leitung von Lehrer Silbermann saiig der Synagogenchor als Einleitung „Tie Himmel rühmen des Ewigen Ehre" von Beethoven. Tr. mcd. Königsberger hielt die Begrüßungsansprache und leitete damit zu den Ehanukkafestspiclen über, die, von Lehrer Silbermann einstudiert, von den Kindern zur glanzvollen Aüfführung gebracht wurden. Sodann ergriff Bert hold Stein das Wort zur Festrede, in der er mit trefflichen Worten den Werdegang der Gemeinde zeichnete und der Männer gedachte, die in ihr vorbildlich gewirkt haben. Ganz besonders dankte er auch dem Synagogenchor, der immer sein Bestes zur Verschönerung des Gottesdienstes beigetragen-hat. Frau Böhm und Frau T r e y s u ß boten im Verlaus des Programms mit bewährtem Können Gesangsvorträge und Frau Fanny Stein brachte in meisterhafter Weise zwei Klaviersoli zu Gehör. Kantor I s i Krämer, Heilbronn, spendete ebenfalls einige Gesänge, die wie die übrigen Darbietungen, reichen Beifall fanden. Zum Schluß trug der Synagogenchor den Psalm 128 in der Komposition von Japhet vor. Aus Anlaß des Jpbiläums schloß sich am Sonntag, den 16. Dezember, eine Totenehrung auf dem hiesigen Friedhof an. Rach einem Gebet von Lehrer Silbermann verlas Berthold Stein die Namen der verstorbenen Lehrer, Vorsteher und Mitglieder des Synagogenchors und würdigte ihre großen Verdienste um die Gemeinde. Zuletzt gedachte er noch aller, die nicht im Heimatfriedhof, sondern, als Opfer des Weltkriegs, in Ost und West zur Ruhe gebettet sind. Tas Kaddischgcbet beschloß die ernste Feier. Eregllugeu. Daß man auch in mittleren Gemeinde» es versteht, Chanukkaseste zu veranstalten, konnte man am Samstag, 15. Dezember, anläßlich der Milgliederversammlung des hiesigen Frauen-Bereins bemerken. Nachdem von den nahezu vollständig erschienenen Mitgliedern die Berdienstc der verstorbenen Vorsitzenden des Württemb. Hohen;. Frauenbundes, Frau Heule, gewürdigt wordenwaren, wurde dem Oberlehrer Preßburger, der am 7. Dezember 1928 das 70. Lebensjahr vollendete, in Anerkennung der für den Berein geleisteten Dienste eine. Ehrengabe überreicht. Ter Kassenbericht zeigte kein ungünstiges Bild. Durch die Inflation war das Vermögen des Vereins vollständig verloren. Nunmehr beginnen sich di« Bermögensverhältnissc zu bessern. Einstimmig wurde beschlossen, alljährlich dem Waisenhaus in Eßlingen, dem Asyl in Sontheim, dem Schwesternheim in Stuttgart CANNSTATT I» <£ofö 6(f)ioeiift)ar6t MARKTSTR. 24 / TELEFON Nr. 50012 II EIGENE KONDITOREI P&nkilldier Versand nadi auswlris Pani Mauser / Cannstatt Spezial-BesiMtt Sr Aussteuer-Artikel WOhelmstr. 18/20 - Telefon 50090 Aafarttgug hmyl. Aaaataaan la etgaaar Wackatitte / M CANNSTATT KAnlgsträfe 41 / Tel. 275 empfiehlt «eine eigenen Fabrikate SpazierftMie/SlotkMlürine/leparatMr Karl Kunze KOnigstrabe 46 / Telefon 51124 Lager feiner, moderner Pelzwaren Erstklassige Maßarbeit Umarbeitungen

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