Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- V (1928-1929)
- Issue
- 17 (1.12.1928)
- Date
- 1928-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
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derartigen Briefen eine wohlwollende tolerante Gesinnung spricht. Tie Abgaben waren ja ziemlich groß, namentlich wenn berücksichtigt wird, daß die Zuzügler arme Leute waren. Man sehe einmal die armseligen Häuschen in der Judengasse in Buttenhausen an! Die Juden hatten aber nun eine Heimat, wo sie geschützt waren; ihre Rechtsstellung war für jene Zeit nicht ungünstig, jedenfalls besser als in anderen Judengemeinden. Ter Grundherr versprach sich von der Zulassung der Juden wohl auch eine Hebung des kleinen Dorfs; er hat sich darin nicht getäuscht. Die Zuzügler kamen aus württembergischen, badischen und bayerischen Judengemeinden, aus Gemeinden, die übervölkert waren oder die drükkendere Verhältnisse auswiesen als Buttenhausen, oder wo den jungen Leuten das Recht zur Verheiratung versagt war. Es sind in Buttenhausen jetzt noch Nachkommen der ersten Ansiedler vorhanden, nämlich die Familien aus Laupheim Adler, aus Jllereichen Bernheimer, dsgl. Kahn, aus Hechingrn Levi, dsgl. Löwenthal, aus Fellheim Marx, von Oettingen im Ries Oettinger, und von Jchenhausen Tannhauser. 1798 wurde auf dem rechten Berghang in der Judengasse eine einfache, aber würdige und geräumige Synagoge erbaut; der silberne Thoraschmuck ist von 1825. Gegenüber der Synagoge steht ein eigenartiges Häuschen mit Walmendach; es war einst eines der Grafenecker Jnvalidenhäuser, das abgebrochen und' hierher versetzt worden ist. Ein weiteres derartiges Haus steht an der Hauptstraße. Im Jahre 1805 wurden für die israel. Gemeinde besondere Statuten auf» gestellt, die denen in Hechingrn gleichen. Tie Protokolle der Gemeinde sind bis zum Jahr 1831 in hebräischer Schrift nickergelegt worden. Infolge der Besitznahme von Buttenhausen durch Württemberg ging das Recht zur Erhebung der Sonderabgaben der Israeliten an den württ. Staat über. Im Jahre 1821 mußten die Israeliten bleibende Familiennamen annehmen. Durch das Gesetz vom 25. April 1828, betr. die öffentlichen Verhältnisse der israelit. Glaubensge SCHIRME V STÖCKE Oberziehen ■ Reparaturen HUGENDUBEL STUTTGART, HIRSCHSTR. 15 27 GEGRÜNDET ISIS / TELEFON SA. 253 SS Qualitäts-Originals aus Baron «m Rolhsdillds weltberühmten Weinkellereien In Rlschon le Zion F«nattTafer Us Dtuertvelne, Wtlebrand Uhöfa* Horvorrogendo Nadlslaalwalna für Oiobotihor, Blutarm#, Krön ko und Magonloidondo. AII*lnv*r1H#b für Doutschlond; Import-Ges.'Palästlna m. b. H. Berlin W57, Bü'owstreße89 gjiiiiiHiiiiiiHiiututiuiuiiuiuaHatimuBMntiiiiiiiiiniuiHiHiiiiiiiiiiiMiinniitiiiiiiiiiiiiHiunii^ 1 Willi. Hörr, Stuttgart 1 | diiiinHHtnmmiiiiiimn inh. cwihsit imiiiimiiiiiiiiii | g Ecke Klrdvu. Engettr. 7 Tel.25398 ■ gegr. 1873 | | empfiehlt W I Lebende Edelkarpfen, Forellen, | | Schleien, Aale. | | Haff-Lander, holl. Sdtellflsehe, Rheinhechle | | Rheinsalm, Blau/elchen | Nen» englische Matjesheringe, sowie f.Inste, MastgeflOgel. 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Oberlirchenbehörde angestellt; «allmann 1834; Samson Gunzenhauser 1859; De. Silberstein 1868; Stern 1874; Laupheimer 1880—1887. Seit 1826 ist an der besonderen Volksschule der isr. Gemeinde ein Lehrer angestellt. Religionslehrer waren hier: Salomon Oettinger, Hirsch Berolzheimer, Abrahm Löwenthal. An der isr. Volksschule unterrichteten: Liebmann Löwenthal ab 1826; Sänger 1858; Baruch Straßburger 1864, Neckarsulmer 1882, Nathan Forchheimer 1896; Naphtali Berlinger ab 1908. Die israelitische Bevölkerung von Buttenhausen nahm anfänglich sehr zu, nach der Oberamtsbeschreibung von 1825 dreimal so stark wie die christliche. Dieses Verhältnis änderte sich aber bald durch eine infolge ungenügenden Verdienstes einsetzende Abwanderung von Israeliten und durch die verminderte Kinderzahl. Während 1825 41,60/0, 1858 49o/o der Bevölkerung von Butten Hausen Israeliten waren, betrug der Prozentsatz 1900 noch 33,8 und 1925 nur noch 22,6. Von Interesse ist, daß im Jahre 4863 eine Frau Gella Lindau« Witwe im hohen Alter von 107 Jahren gestorben ist. Buttenhausen ist eine der wenigen - noch vorhandenen ländlichen Jsraelitenjiedlungen. Tie Israeliten dort widmen sich hauptsächlich dem Handel mit Pferden, Vieh, Fellen, Häuten NOBEL VON I BUSCHLE * AUSSTELLUNG: SILBERBUROSTR. 168 Ihnen die guten gesunden Petto- Jugend- Schuhe <7}\fäiuh*/kiuf und Leder. Es besieht auch eine Reihe offener Handelsgeschäfte. Das Verhältnis zwischen der christlichen und der israelitischen Einwohnerschaft war immer ein gutes, stets sind auch einige Israeliten im Gemeinderat vertreten. Durch Fleiß, Geschäststüchtigkeit und größte Sparsamkeit brachten es viele Israeliten zu Ansehen und Wohlstand. Zum Aufschwung des anfänglich sehr kleinen und armen Orts haben die dortigen Israeliten zweifellos viel beigetragen. H. Ldt. (•Kit Ergänzungen von Cbcrlehrer Berlinger.) Aus der Jugendzeit. Don Berthold Auerbach. Mein Bruder Maier kutschierte, ich saß neben chm, hinter uns mein Vater und der Lehrer. Wir fuhren nicht über Möhringen, sondern über Empfingen. Mein Bruder vermick den Ort Mühringen, denn dort in dem Hause nicht weit von der Eyachbrücke lebte seine ehemalige Braut, die, wie es hieß, ihn noch liebte, obgleich sie sich bald entschlossen, sich mit ihres Nachbars Sohn, dem Ladenbesitzer Bietigheimer, zu verloben. Wir fuhren die Friedrichstadt vorüber, ich hörte, daß da nur Juden wohnen. Das erschien mir als ein wahres Paradies. Keinem Spott und keinem Haß ausgesetzt, unter lauter Juden wohnen, wie herrlich muß das sein. Wir kehrten in der unteren Stadt beim „Rößle" ein und verzchrten die mit gebrachten Fleischspeisen. ~ Wir gingen bald nach der oberen Stabt am Schlosse vorüber, wo ein: Wache stand; auf der anderen Seite war ein unausgebauter Schloß flügel, dessen Fenster mit Brettern verstelltwaren. Auch hier wurden wir im Vorübergehen be grüßt; au der Ecke wohnte der Kaufmann, dessen Frau eine Schwester von Samuel Rothschild in Nordstetten war. Und weiter stand aus den stei nerncn Stufen seines Hauses der Moses Renwind, genannt! Bacher, und grüßte meinen Vater als alten Freund und Verwandten, und da hörte Lehrsaal: AlleeustraSe 231. St., Tel. 214*8 (Frauenklub) Wohnung 1 SeestraSe 82II. St., Tel. 20783 (Umsehaltung) Gesellschaftstänzen Einzelunterricht, kl. 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