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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1928-05-01 · 3 (1.5.1928) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
V (1928-1929)
Issue
3 (1.5.1928)
Date
1928-05-01
Page
[Seite] (sequence 7)
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endlich« Sein und di« Welt ist eine Selbstdarstellung Gotte». Alle« in der Welt spielt sich naturnotwendig ab. Da» höchste Gut ist der Verstand und die menschliche Glückseligkeit steht in direktem Berhältni» zum Grade der geistigen Erkenntnis. Im „theologisch-politischen Traktat" nimmt Spinoza auch zur israelitischen Prophetie, zu den Zeremonien und zur Bibel überhaupt Stellung. Man muß sich an da» Schicksal eine» Galiläi oder Giordano Bruno erinnern, um den Widerstand der damaligen Geisterwelt gegen Spinozas diesbezügliche Lehrmeinungen zu »erstehen. So sieht Spinoza im ProphetiSmu» nur ein« lebhaftere Borstellungskrast, die ganz natürlich zu erklären ist. Die Heiligen Bücher erklärt er au» sich selbst heraus und auch die Ztremonien hält er für Gebote, die nur im soziologischen Zusammenhang verstanden werden können. Erst viele Jahrzehnte später ließen Männer wie Goethe, Schelling, Hegel usw. dem Philosophen die verdient« Würdigung zuteil werden und auch jüdisch« Wissenschaftler sehen heute in Spinozas Lehrsystem da» Dokument einer wahrhaft großen und sittlichen Persönlichkeit. ' E» ist selbstverständlich an dieser Stelle nur möglich, einen ganz kurzen Ucberblick über den aurgezeichneten Bortrag von Rechtsanwalt Dr. Gunzenhauser zu geben. Aber da» eine soll nochmal» gesagt sein: Der Redner hat eS verstanden, nicht nur die Lehre, sondern auch die Persönlichkeit de» großen Philosophen klar und instruktiv zu zeichnen und äußerst wertvolle Anregungen zur Beschäftigung mit Spinoza zu vermitteln. Reicher Beifall lohnte di« trefflichen Au«, führungen, an die sich noch «ine rege Diskussion über Spinoza» Stellung im modern. Judentum anschlcß. 8. 8t. - 37 - St»tll«rt. Berthold Auerbach.Berein. Am Dienstag, den 8. Mai 1928, spricht Dipl.-Jngenieur P l a w n e r über „Da» heutig« Palästina im Lichte de» Techniker»". Am 16. Mai 1928 spricht Dr. meo. S a e n g e r über „Da» Wunder von -onnersreuth". Wir empfehlen den Besuch dieser beiden hochaktuellen Vorträge aus» wärmste. Siehe Inserat! Baisivge». Hier wurde am Tag« nach Peßach der in weiten -reisen de» Lande« bekannte Viehhändler Steg, mund -ahn zu Grabe getragen. Rach langjähriger Leidentzeit erlag er den Verwundungen, die er sich alt Stoßtruppfahrer im -riege zugezogen hatte. Die Be. liebthrit, deren sich der nunmehr Entschlafene allerwärt» erfreute, bekundete sich in der herzlichen Teilnahme der Ortsbewohner wie der auswärtigen Freunde. Ein Trauergefolg« von hier nur selten zu verzeichnender Stattlichkeit zeugt« von der Wertschätzung de» Dahin» gegangenen. Der hiesige -riegerverein erwies ihm die üblichen militärischen Ehren, obgleich der Kamerad seit einiger Zeit in Böblingen wohnte und, wie immer an den religiösen Festtagen, mit seiner Familie die Peßach» tage hier verbracht«. Rabbiner Dr. Schweizer, Horb, Hauptlehrer Unikower, Baisingen, Oberlehrer -ahn, Laupheim, als Bruder, sowie rin Vertreter eine» Böb» linger Freundenkreise» widmeten dem Verstorbenen herzliche Gedrnkwort«. Crailsheim. Der seit 17 Jahren im hiesigen Vorsteheramt amtierende Vorsitzende und Vorsteher L. H. Gold, stein hat au» gesundheitlichen Gründen sein Amt nie. dergelegt. Sein Rücktritt wird innerhalb der Gemeinde umsomehr bedauert, 'als L. H. Goldstein durch sein biederes Auftreten und seine stete Hilfsbereitschaft sich überall größten Ansehen« erfreute. Wir wünschen dem »erdienten Manne einen gesegneten Lebensabend. 8. Heilbk»»». Am 14. April d». I». fand die Generalversammlung der hiesigen Ortsgruppe de« Eentral-Berein» statt. Recht»anwalt Dr. O». kar Mayer referiert« über die Hauptversammlung in Berlin, insbesondere über die Tätigkeit de» E.B. in den letzten zwei Jahren. Der Redner führte au«, .daß der E.B. gegen den derzeitigen Boykottantisemitirmus energisch Vorgehen müsse, der unter der Parole: „Geht nicht zum jüdischen Rechtsanwalt; geht nicht zum jüdischen Arzt! etc." sich bemerkbar macht. Deshalb ergeht der Appell an all« Gemeindemitgliever, sich dem L.B. anzuschließen. Als zweiter Redner sprach an Stelle des verhinder« ten Dr. F «l d m a n n, Stuttgart, Recht»anwalt Dr. Albert Mainzer, Stuttgart. Er berichtete über die Tätigkeit de» Landesausschusses und konnte an Hand von Tatsachen beweisen, daß auch in Württem. berg der Antisemitismus noch stark in die Erscheinung tritt. Da der L.B. sich immer mehr der jüdischen Jugend annimmt (Stellenvermittlung)^. erwartet der Red« ner, daß auch die Jugend und insbesondere die jüdische Frauenwelt in Zukunft die Reihen Jui C.B. verstärken werde n, damit «ine gesteigerte Arbeitsleistung ermöglicht wird. Rechtsanwalt Tr. Gumbel, der seitherige Vorstand der hiesigen Ortsgruppe, leitete die Versammlung und wies ergänzend daraus hin, daß auch di« hiesige Ortsgrupp« alle Vorgänge antisemitischer Art.in Heilbronn mit Interesse verfolgt und bekämpft. Auch wird beabsichtigt, anläßlich der Wahlen hier «inen Aufklärung»- [Damen- H Kleiderstoffe I fl w I I I laAmfhwn I Io unerreichter Auswahl I I Elulfu fpeZialfleSClläft iirtttikni I tu vorteilhaften Preisen II Wr I _ I I iATAIlticrt InHaefKrenflaffhlda I ■ MM P UM I I <Lh. wasch-, licht and weheredüe Stoffe I Indanthren-Haus Stuttgart t s | STUTTGART/SRVKiSKI! * f I K«n,w,. «„„Ol» 6, M.,.1.11 I xC.LHoff&Co.x Kohlenhandelsgesellschaft m. b. H. 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