Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- IV (1927-1928)
- Issue
- 22 (16.2.1928)
- Date
- 1928-02-16
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/4904101-5441811-5443003--1724-4905720- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Martin Bubers Einfluß auf die moderne zionistische Bewegung, namentlich auf ihre innere Entwicklung, war stets nachhaltig. Schon zu Hcrzls Lebzeiten hat er als erster die nach Herzls Tod allmählich eingetretene Wendung zu Kulturpolitik, Demokratie und Kolonisation mit dem von ihm geprägten Schlagwort „Gegenwartsarbeit" gefordert. Auf dem 12. Zionistenkongreß in Karlsbad (1921) trat er mit Entschiedenheit für eine Politik der Verständigung mit den Arabern ein. Die jüdische Jugend, nicht allein die zionistische, die Generation des Prager Jahrbuchs „Vom Judentum", sondern bald auch die liberale und zum Teil auch die orthodoxe, hat entscheidende Einflüsse von ihm empfangen. Für den Westen ist Bubers Wiederentdeckung des Chassidismus epochal gewesen; Buber verfocht die These, daß keine Erneuerung des Judentums möglich sein werde, die nicht die Elemente de? Chassidismus in sich trägt. Die nationale Bewegung ist ihm eine Synthese von Chassidismus und Haskala. — Seit dem 12. Zionistenkongreß (1921) hat sich Buber von aktiver zionistischer Politik zurückgehalten, doch ist er in das Kuratorium der hebräischen Universität zu Jerusalem eingetreten. Nicht nur auf dem Gebiete der jüdischen, sondern auch der allgemeinen Religionswissenschaft gehört Buber zu den führenden Persönlichkeiten. Er ist mit allen Kreisen, die die Wiedererwekkung religiöser Grundkräste erstreben, verbunden. Bon diesem Gesichtspunkt geht er auch an die sozialistischen und pädagogischen ^Probleme des heutigen Menschen heran. Diesen Problemen ist die von ihm gemeinsam mit einem Katholiken (Mittig) und einem Protestanten (Weizsäcker) herausgegebene Zeitschrift „Die Kreatur" (Berlin, seit 1926) gewidmet. Von Bubers Schriften sind zu erwähnen: Tie Selbstbiographie „Mein Weg zum Chassidismus" (1918), „ZuiH jüdischen Problem" und „Vom Geist des Zionismus" (1915), „Die Legende des Baal Schem" (1907), „Der große Maggid" (1922), „Ich und Du", Erstes Buch einer Gesamtdarstellung (1923). Seit 1926 erscheint die von Buber und Franz Rosenzweig gemeinsam besorgte Bibelübersetzung. Auch in Stuttgart ist Martin Buber ein gern^ gesehener Gast. Im Laufe des vergangenen Jahres sprach er im Rahmen des Jüdischen Lehrhauses, Stuttgart, über „Der heutige Mensch und die Bibel". Zu Beginn dieses Jahres sprach Martin Buber ebenfalls im Jüdischen Lehrhaus, Stuttgart, über den Chassidismus und zog durch seine geistreichen, aus tiefster Sachkenntnis beruhenj den Ausführungen alle Zuhörer in seinen Bann. Mögen dem schöpferischen Gelehrten noch Jahrzehnte ungebrochener Schaffenskraft beschicken sein! Ad meoh schonoh! BRIEFPAPIERE PRÄGUNGEN GÄSTEBÜCHER RINGBÜCHER KALENDER FÜLLHALTER SCHALLER STUTTOART / MARI KN STRASS! 14 Wir empfehlen an* SKORNELL © Co.l I G. m. b. H. I Tel. £4166/Stuttgart/Pest ntr. 8 I ■ (fHlhap ■otaabaakaablada) I I Grundstücke I I Hypotheken I I Finanzierungen I Taxationen I ontinental-Saldiermasdiinen Äontinental-flddiaru. Alleinvertrieb: Firma Dr. Allred Kinder * Slulljiarl vormal* Emil Schwehr KSnigtlrate 15 / Fernruf 22528 and 23528 FRANZ v ERNST jr. Kunstgärtnerei ^Blumen Obst Südfrüchte Rotabü hl sfr. 44 (Hcku Sllberburgstr.)