Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- IV (1927-1928)
- Issue
- 19 (1.1.1928)
- Date
- 1928-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 13)
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— 591 — lebt. Wie kann sie sich ihrer annehmen? Judentum und Deutschtum, deutsche Juden und Ostjuden, das jüd. Gesetz und die Forderungen der Zeit usw. Ein Wille zur Mitarbeit und zur Lösung dieser und ähnlicher Fragen muß vorhanden sein. Es berührt die besondere Haltung zur Kultur unseres Heimatlandes nicht, wenn unsere Jugend gebend und nehmend an dem neuen Werden in Palästina teilnimmt. Alle Fragen, die dort ausgekämpft werden, sind echte Jugendfragen und können auch zur Lebensbereicherung unserer Jugend beitragen. Nichts. Jüdisches darf unserer Jugend fremd sein. D) Endlich gelangt der junge Mensch zum Jüdischen auch dadurch, daß er sich gewöhnt, alle Jugendfragen im Licht und Geiste des Judentums zu betrachten: Staat, Beruf, sexuelle Fragen, Alkohol, Nikotin usf. Alle diese Fragen sollten an dem Maßstab unserer Gotteserkenntnis und unseres religiösen Bewußtsein geprüft werden. Das würde den jungen Menschen von dem großen Jrrtumc befreien, das religiöse Leben als eine isolierte Insel des Lebens anzusehen. Alle Vorgänge um uns und in uns im Lichte unserer Religion zu sehen, das führt uns zu uns selbst, zu unserem Judesein: dann ist dieses nicht etwas Losgelöstes, das nur dann und wann austaucht, sondern etwas mit unserem ganzen Sein eng Verbundenes, das uns in allen Lebensäußerungen Führer und Lehrer ist. | Wer soll in den Bünden führen? Die Jahre dürfen nicht entscheidend sein. Jeder, der Gläubigkeit, Begeisterungsfähigkeit und Hingabe besitzt, soll leiten dürfen. Jeder, der fern von jeder Selbstsucht, Liebe zur Jugend und zum Judentum hat, wird Liebe aus den Reihen der Jugend finden und er soll führen, denn die Jugend wandelt sich dem Bilde des Menschen nach, den sie liebt. Nur die Stumpfheit und alle, die ihr verfallen, sollen aus dem Jugendreich verbannt sein. Und wer soll in den Bünden sein? Ich antworte mit einem Wort Martin Bubers. In seiner ersten Rede über das Judentum steht am Schlüsse folgende Parabel: Vor den Toren Roms sitzt ein Bettler und wartet. Es ist der Messias. Damals kam ich zu einem alten Mann und frug ihn: Worauf wartet er? Und der alte Mann antwortete mir etwas, was ich damals nicht verstand und erst viel später verstehen gelernt habe, er sagte: A u f d i ch! Oberlehrer Th. Rothschild-EBIingen. Dr. Nathan Birnbaum über das überlieferungstreue Judentum. Im Rahmen der Vorträge, welche das Jüdische Lehrhaus in Stuttgart in diesem Winter veranstaltet, sprach am Dienstag, den 13. Dez., Dr. Nathan Birnbaum-Berlin über das überlieferungstreue Judentum. Eine große Zuhörer- ‘Bei fis und Schnee uiarmt Itfllill} Der Feinste den dieWelt erzeugt IER IST UALITAT Zu haben in allen einschlägigen Geschaffen xC.E.Hoff&Co.x Kohlenhandelsgesellsdiaft m. b. H. FrlefflldlftrOC 8» (am Frtedriduplafz) LAGERS MRMUaslraRe (fe. RattlwR— Garten) FERNSPRECHER 20790 Nur ersflüafflge Brennmaterialien aller Art Sorgfältigste Belieferung! Unbedingte Garantie für abgeliefertes Gewldii Generalvertreter fOr SOddeutechland: PH. KRESS, STUTTGART, Sllberburgatr. las a A:^47292+:+.4/+.7/.:.:4/.+/..:.A