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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1927-12-01 · 17 (1.12.1927) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
IV (1927-1928)
Issue
17 (1.12.1927)
Date
1927-12-01
Page
[Seite] (sequence 25)
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„Stimme der Jugend" von Karl Bröger. Im Mittelpunkt des Abends standen zwei Referate über das Thema „Tie Jugend in der Gemeinde". Als erster sprach Rabbiner Dr. Beermann, in feiner Weise anknüpsend an die eben verklungenen Worte des Sprechchors: „Gebt Raum, daß wir wieder Straßen zum Himmel sehn, und unserem Traum der Sonne verbrüdert entgegengehn!" Ter Redner zeigte die verschiedenen Aufgaben der fügend daran, daß wir Juden zugleich Kultusgeineinichast, Kulturgemeinschaft und Abwehrgemeinschast sind. Er begrüßte mit warmen Worten das Streben der jungen Generation, dem Judentum wieder näher zu kommen. Ta dürfte es keinen Unterschied geben zwischen Cftiuben und Westjuden, zwischen Liberalen und Orthodoxen, zwischen Armen und Reichen — das Wort Herzl's müsse für sie gelten: „Wir wollen sein junge (lubcn!". Dr. Beermann schloß mit einem Appel an bic Gemeinde, die Jugend in ihrem edlen Wollen zu unterstützen, aus daß der Abend ein Auftakt werde i» neuen, engeren Beziehungen zwischen Jugend und Gemeinde. Reicher Beifall dankte dem Redner für seine Russührungen. Sodann ergriff Dr. Lutz Rosengart das Wort: Ausgehend von dem Wesen und der historischen Bedeutung der. Jugendbewegung schilderte er, wie jene große ^cit der Revolution auch die jüdische Jugend zur Beiinnung erweckt habe, wie sich damals überall neue Bünde gebildet hätten, und so in Heilbronn aus einer kleinen, aber glühend begeisterten Schar der jüdische Schülerbund" erwachsen sei, der nun 8 Jahre hindurch ein der Oesfentlichkeit fernes, innerlich bewegtes Leben geführt habe. Die Bibel, die jüdische Geschichte und die modernen Probleme des Judentums hätten die we ientlichsten Arbeitsstoffe gebildet. Daneben habe man an schönen Heimabenden jüdische Erzählungen und neuere Tichtungen religiösen Inhalts gelesen, auch manches frohe Fest gehalten und immer sei man gerne hinaus aus Fahrten gezogen, die Jungens und Mädels gleich begeistert hätten. Run wolle der Bund, dem bisher die jungen Leute über 18 Jahre fast ganz fehlten, auch 531 - diesen Teil der Jugend in seine Kreise ziehen uub sich aus eine breitere Grundlage stellen. Man sei sich bewußt, daß die Zeit von 1919 vorüber sei und daß! eine solche „ältere Gruppe" in mancher Hinsicht andere Wege zu gehen habe als die Jungen- und Mädelgruppen. Reben der Gruppenarbeit, die durch unterhaltende und gesellige Abende unterbrochen werden solle, seien öffentliche Borträge vorgesehen, wozu man auch auswärtige Redner gewinnen wolle. Notwendig sei für eine derartige Ausgestaltung des Bunds weitgehende finanzielle Unterstützung seitens der Gemeinde. Es möge sich ein Fördererkreis bilden mit einem kleinen Ausschuß an der Spitze. Schließlich gedachte Lutz Rosengart des früheren „Montesiore - Vereins", nach dessen Auslösung (Ende 1923) der Bund seinen jetzigen Namen angenommen hat. Der Redner betonte wiederholt die Notwendigkeit, in unserer Zeit wieder mehr al§ bisher jüdisches Wissen und Leben zu pflegen, wenn nicht der Bestand des Judentums ernstlich gefährdet werden solle. Eine an geistigen und wirtschaftlichen Kräften so reiche und angesehene Gemeinde, wie Heilbronn dürfe angesichts de« Aufschwungs der jüdischen Jugendvereine im ganzen Reiche nicht zurückbleiben. Die anschließende Aussprache, eröffnet und geleitet von Tr. Gumbel, bewegte sich auf namhafter Höhe. Uebereinstimmend wurden die Grundgedanken der beiden Referenten gutgeheißen und die Tatsache begrüßt, daß die Jugend wieder die Brücke zur älteren Generation gesunden habe. Es sprachen in der Diskussion Tr. Würz burger, Rabbiner Dr. Feinberg, Rechtsanwalt Rosen gart, Dr. Oskar Mayer, Lehrer Kahn, Max Stobezki. In seinem Schlußwort dankte Dr. Lutz Rosengart für die Sympathie, die man dem Bund entgegengebracht habe, und erklärte, daß nunmehr die „ältere Gruppe" sowie der freilich noch kleine Fördererkreis als gegründet gelten könne. Der Fördererausschuß besteht aus den Herren Dr. Gumbel, Dr. Würzburger und Dr. Oskar Mayer. Es wurde noch bekannt gegeben, daß man in der älteren Gruppe mit der Lektüre von Edmond Fleg's „Ein Keiner Prophet" beginne. Zwei Fahrtenlieder, GUSTAV SATTELMAYER Auguitenstr. 3 - Gegr. 1869 - Telefon 01410 BAUFLASCHNEREI Haosentw&sserongen, Sanitäre Anlagen Reparaturen aller einschlägigen Arbeiten prompt und billig Zinngiefcrei KllftZ & CO. Kanzlaistrassa 8 Haus- und KQchengeräte Spezialität: Tollst. HUtfieii'ElitrUfetaiiCea Bf jr^ VT» ^FriizNOhrle PETa. caroaeielcnaaoer Spezial-Geschäft für gute Uhren Feraspr. 0X9 09 / STUTTGART / Aagastenttr. 2 Edelholzmöbel der Firma Schildknecht &Cie. Stuttgart! 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