Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- IV (1927-1928)
- Issue
- 15 (1.11.1927)
- Date
- 1927-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 11)
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— 457 - Ein großer Prozentsatz unserer Jugend, strömt ja noch immer den kaufmännischen Berufen zu. Aber auch hier sehen wir nur zu oft, daß junge Leute nach verhältnismäßig kurzer Zeit sich selbständig machen und lieber sich mühevoll mit Vertretungen abplagen als jahrelang einen Buchhalterposten innezuhaben, nur um dem Angestelltenverhältnis zu entrinnen. , Wie im kaufmännischen Beruf, so geht es auch im Handwerk. Es eignet sich mancher sehr wohl dazu. Aber gerade hier kommt außer dem Verlangen nach Selbständigkeit noch das Moment in Frage, daß der Handwerker in jüdischen Kreisen gesellschaftlich nicht für voll anerkannt wird. Ter Handwerkerberus wird wohl von Schulen, jüdischen Aemtern usw. der Jugend vorgeschlagen und zu ihm auch der Weg geebnet, aber aus den Kreisen, die tonangebend sind, werden die Söhne und Töchter doch immer eher auf die Universität gehen, als daß von diesen Eltern Kinder dem Handwerk zugeführt werden. Das ist das Schlimme. Die Gesellschaft selber muß lernen, vor jedem Beruf die gleiche Achtung zu haben, damit die Jugend von vornherein weiß? mein Können und meine Leistungen, der Wert meiner Persönlichkeit ist es, der mir die gesellschaftliche höhere oder niedrigere Einordnung einräumt, nicht die Art meines Berufes macht mich geachtet. Es muß der Wert der Persönlichkeit vor die Art des Berufes gestellt werden! Dann wird bei der Berufswahl der Eignung mehr Rechnung getragen werden, und die Zahl der wirklichen Qualitätsmenschen in jedem ,Beruf wird sich mehren. 6. A. Die Schächtfrage in Deutschland. In den letzten Tagen fanden im Münchener Schlachthose Versuche mit elektrischer Betäubung der Schlachttiere statt. Zur Anwendung gelangten zwei verschiedene Verfahren, eines von Ober- Ingenieur Wcinberger (München), das andere von Dr. Salomon Lieben (Prag). Beide Verfahren haben bei der Betäubung von Großvieh gute Ergebnisse gezeitigt, das Lieben'sch« Verfahren außerdem auch bei der Betäubung von Kälbern. Das Liebeu'sche Verfahren zeichnet sich auch noch besonders dadurch aus, daß eine schr niedrige Spannung verwendet wird, die für die bedienenden Menschen ungefährlich und überall leicht anwendbar ist. Eine besondere Bedeutung dürften die Versuche für die Betäubung der Schächttiere gewinnen. Wie dem „Jüdischen Echo" dazu von gut unterrichteter Seite mitgeteilt wird, bestehen gewisse Aussichten, daß das Liebeu'sche Verfahren, das freilich erst noch einer eingehenden PHOTO KINO- APPARATE IN JEDER PREISLAGE PLATTEN UND FILME SCHALLER STUTTGART / MARIENSTRASSg 14 Für Sportler und Touristen gibt es nichts erfrischenderes als eine Waschung mit Dr. Nittinger’s Campherseife. Für Reise und Bad. Kleine Stücke in Dosen. Man achte auf die Firma Ad. Osterberg - Graeter pV»ü»«L'g sind dl« billigsten Qualitats-mubel Lieferung direkten Privat« Ausstellungsraum: S T UTTGART U r A-P A L A S T (lautensdilagerslraie) rma.en fianfclmtStuttgart Mannhaim. Kaitatuba, Ptonh.im l-iatbwg IB. Kanatanz. Rastatt (Fabrik) Süddeutsche Möbel-Industrie GEBRODER IREJ-/GERG.M.B.H_RAS) All IB. Eine sorgenlose Zukunft sichern Sie sich und Ihrer Familie durch den Abschluß einer Lebensversicherung bei der ' „VITA" Lebensversicherungs A. G. in Zürich. Auf Grund außerordentlicher Kapitalkraft die denkbar günstigsten Bedingungen. Beratung unverbindl. durch die General-Agentur f. Württemberg GUSTAV SIMON / KIRCHHEIM-TECK Vertreter an allen Ptftsen gesuthl!