Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- IV (1927-1928)
- Issue
- 12 (16.9.1927)
- Date
- 1927-09-16
- Page
- [Seite] (sequence 18)
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- 364 — Kriege wurde bann mit London ein regelmäßiger Geschäftsverkehr ausgenommen. 1874 trat der zweite Sohn, Hermann Moor, und 1878 der dritte Sohn, Siegfried Moos, ins väterlich« Geschäft «in, nachdem sie sich in Amerika ausgebildet hatten. Die Firma siedelte nach kurzer Verlegung nach Reutlingen 1898 nach Stuttgart über. In Hamburg wurde eine Vertretung errichtet. Ständige Lager unterhielt mau nicht nur in Deutschland, sondern auch in Holland, Triest und den italienischen Häfen. Nach dem Balkan und nach Rumänien wurden Geschäftsverbindungen angeknüpst. In Hankow in China wurde eine eigene Firma gegründet. Niederlassungen entstanden in Tientsin und Schanghai. Der Weltkrieg brachte dem Unternehmen natürlich schwere Schädigungen. Ter längst gehegte Plan einer Niederlassung in Hamburg konnte deshalb erst 1920 verwirklicht werden. Vor einigen Jahren wurde in Abessinien eine eigene Eiukausssirma begründet. So zählt die Firma heute zu den ersten Firmen des deutschen Häuteimports. Ter Jubilar, Kommerzienrat Albert Moos, wurde 1850 in Hcchingen geboren. Sein Leben war Arbeit und Pflichttreue. Zwar blieb ihm menschliches Leid nicht erspart. Ter Tod der Gattin, der Heldentod seines ältesten Sohnes und der Verlust des Bruders Siegfried im Jahre 1905 waren harte Schicksalsschlägc. Noch heute ist er in der Führung des Unternehmens erfolgreich tätig. Darüber hinaus aber nimmt er freudigen Anteil an vielerlei össentlichcn Angelegenheiten und besonders an den geistigen, und sozialen Bestrebungen des Judentums. Mögenihm noch viele glückliche arbeitssrohe Jahre beschicden sein! Möge die Firma ivciter in Ehren blühen und gedeihen! Stuttgart: Am 7. September feierte Frau Auguste Roscnthal Wtw., llindenspürstraßc 26, ihren 90. Geburtstag. Wir wünschen der Jubilarin, die das älteste Mitglied unserer Gemeinde ist, noch viele gesunde und froh« Jahre. Stuttgart: las Treffen der süddeutschen jüdischen Iugendvcrcinc in Gaimühle- Ebcrbach am 14. August 1927. Eine Einladung des Vereins „Montefiorc" Frankfurt am Main führte am 14. August dS. Jahres in Gaimühle Gruppen der verschiedenen jüdischen Jugcndvcreine aus Frankfurt, Mainz, Karlsruhe, Pforzheim, Bruchsal, Stuttgart und anderen Städten zusammen. Im Programm waren sportlich« Wettkämpfe am «ormfttag und gemeinsame« Beisammensein in geselliger Form am Nachmittag vorgesehen. Leider entsprachen die Vorbereitungen an Ort und Stelle nicht den Erwartungen, die sich an die Einladung knüpften. Die Leitung des Tages (Montesiore-Franksurt) hatte es versäumt, sich einen Sportplatz zu sichern und die Teilnehmer mußten sich damit abfinden, die Sprinterkämpse auf eine Landstraße verlegt zu sehen, die zu allem Hebel technisch in jeder Hinsicht zu Wettläufen ungeeignet war. Der Mangel an Vorbereitungen zu den Starts ließ keine flotte Abwicklung der einzelnen Läuse zu, sodaß, als gegen 12 Uhr ein heftiger Regen einsctzte, knapp 5 Konkurrenzen ausgetragen waren, die infolge der Unzulänglichkeit der Bahn völlig unmaßgebliche Resultate erzielten. Eine Fortsetzung dieses Fiaskos ergab sich weiterhin aus der Unmöglichkeit, ein gemeinsames Mittagessen abzuhalten, da keines der umliegenden Gasthäuser infolge fehlender Benachrichtigung imstande war, den Andrang der zahlreich Erschienenen zu bewältigen. Ten Bemühungen tatkräftig cinschreitender Gäste gelang es, wenigstens für den Nachmittag in Eberbach einen Saal zu reservieren, der es ermöglichte, di« zusammen etwa 200 Teilnehmer unterzubringen. Eine Feierstunde, bei der Fritz Schwarzschild-Wiesbaden eine inhaltlich tresfende Rede hielt, schwelgte in sentimentaler Romantik und konnte nur wenig befriedigen. Man war sehr erstaunt, bei dieser Gelegenheit feststellen zu müssen, daß die für die Jugendbewegung doch immerhin ereignisreichen Jahre seit 1922 mancherorts nichts geändert haben. An den Bortrag von Lyrik, Liedern und Instrumentalmusik schloß sich die einzige gemeinsame Mahlzeit an: ein Vesper. Der Rest des Mittags wurde bei gutem Wetter und erfrischenden Debatten am schönen Ebcrbacher Neckar zugebracht. Zusammcnsassend muß man seststcllen, daß der eigentliche Zweck der Zusammenkunft, nämlich die Annäherung fremder, in einem Verband zu gemeinsamer Arbeit zusammengeschlosscncr junger Menschen, nur in einem minimalen Grad erreicht wurde. Man kann den Einberufern des Treffens den Borwurf nicht ersparen, daß sic sich durch die mangelhafte Organisation des Tages «inen positiven Erfolg fast unmöglich gemacht haben. Die anwesenden Vertreter des Bert- Damenhut> Fabrik Mieo-uc» .. tf Gartenstra^e Nr. 15 STETS LETZTE NEUHEITEN ERNST SPINDLER STUTTGART HEGELSTR. 14 - TEL. 223 79 Empfehle für die Feiertage ff. Buffer und Käse Delikatessen Miirter Stile tir WM ul Tiiz Leitung. BERTA STEINER Mitglied des deutschen Qymnastikbundes E V Urb«aitr«|c 34 » Telefon 2S5 84 » Sprcdxdl ’/.2 Uhr Berufsausbildung » Einzelstunden » Kurse für Damen, Kinder und Herren Prospekte bei Heinz Miller, Kanzlelstra$e 101. Stock 4 Zerrissene Strumpfe ■ werden wie neu hergesielU. Füfellnge nickt abschneiden. Alte Strümpfe milbringen. Paar 55 Pf. TT Setdenstrümpfe werden aufgemascht TT Ernst von Braut. Stztttart atm«rtsir.B3 Stets GelegenheitskSufe in sehr gut erhaltenen Marken- Schreibmaschinen! / Chalesrechenmaschinen, Büromöbelfabriklager, Moderner Bürobedarf und Vervielfüttlgungen WOlSCr ft SOiler. Schreibmaschinen G.m.b.H. 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