Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- IV (1927-1928)
- Issue
- 9 (1.8.1927)
- Date
- 1927-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 27)
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begrüßt. Reichsrabbiner Dr. Hech ist einer der drei Ehrenpräsidenten des Kongresses. JEIaube G. Montefiore nimmt neben zahlrei- «hen anderen jüdischen Delegierten als Mitglied des Internationalen Büros zur Unterdrückung des Mädchenhandels an der Konferenz teil. (ITA). Aus der jüdischen Märchen» und Sagenwelt. Dar tote Lied. Jedes Ding in Gottes Welt hat sein eigenes Lied: die Welle wie der Wind und der Wald. Sogar die Sterne singen ihr Lied auf ihttr Wanderung durch die Nacht. Nur schade, daß Menschenohren alle diese wundervollen Melodien nicht zu erlauschen vermögen. Das aber ist das tiefste Geheimnis der singenden Welt, daß alle diese Lieder eine Gottesharmonie bilden, einen Hochgesang, wie König David am Schlüsse der Psalmen sagt: „Alle Seelen klingen zusammen in. ein Hallelujah der Gottheit." Denn diese Lieder sind nicht tot. Sie haben eine Seele. Und ihr wißt ja, die Seele stammt von Gott, der sie aller Kreatur eingehaucht hat. Wehe dem Wesen, das keine Melodie in der Seele hat! Es ist ein Mißton in der Harmonie der Wetz. Manchmal stirbt ein« Melodie. Das ist eine harte Stunde für alle, denn in ihr wird die Welt um ein Lied ärmer. — Die Schüler sahen stumm um den Rabbi herum, der in feierlichem Ernste das heilige Gottcswott anslegte. Bor der Türe klang ein Lied. Aber nur einer schien es zu hören. Der schaute vom Buche auf wie gebannt und bezaubert. Wer aber beim Lernen sitzt, darf nicht hören, was in der Welt draußen vorgeht, sonst ist er ein Sünder. Der Rabbi sprach, der Schüler aber hätte nur das Lied. Er steckte die Finger in seine Ohren, er summte vor sich hin, um das fremde Lied nicht hören zu müssen. Umsonst, die Melodie stahl sich in die Ohren und klang in das Herz hinein. Er raste, er zürnte sich selber, alles umsonst, das Lied ließ ihn nicht locker. Er eilte vor die Türe, um das Singfen zu verbitten. Aber, wie schrecklich, dott stand niemand, und doch hätte er das Lied. Er spürte: das Litt» war sein Schicksal geworden. Es tönte in sein Beten, es klang in sttn Lernen, es lachte in sttn Träumen. Er fasttte — es half nichts. Er schlief — das Lied weckte ihn. Jetzt wußte er, woher das Lied stammte: sicher es war «in Werk des Satans. Aber das konnte nicht sein. Denn wenn er bttete, betete es mit. Es tönte wie Baß und Singerlein, wenn der Vorheter am Sabbathtagr vorsingt. Und wenn er lernte, dann weckte das Lied die heiligen Stimmen aus vergangenen Zeiten. Ein Meer von Andacht, ein Feuerstrom uon Heiligkeit durchflutete seine Sette, stttd-m das ULM A. Jls & Sohn, Möbelfabrik ULM a. D. Wengenstraße 9 Telefon Nr. 349 liefert komplette Wohnungs-Einrichtungen Nur eigene Fabrikatei Beste Qualitätsarbeit I - ALOIS LECHNER SOdl. MQnsierplatz 30 - Haus Kilian Straub Uhren-Spezialhaus Reparaturen FRIEDRICH KRIEG HAFENBAD 2l“fECEPHÖN 907 GrABtee und vornehmstes Spezial-Haus für Parfümerien, Tolletten-Artlkel Kammu. Bürstenwaren Brüder Landauer Fernsprecher Nr. 219 Rostsoheck-Konto 23090 .Stuttgart ULM a. D. Großes Geschäftshaus für sämtl. Bedarfsartikel Nur solide Qualitäten - en gros - detail - Hervorragende Leistungsfähigkeit