Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- IV (1927-1928)
- Issue
- 9 (1.8.1927)
- Date
- 1927-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 21)
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Studentenschaft durchgesetzt und den Kampf mit dem preußischen Kultministerium ausgenommen, der nach der Meinung aller Eingeweihten nicht .derals mit der Zerschlagung der Deutschen Studentenschaft enden kann. Bevor die Entscheidung fiel, hatten die Minderheitsvertreter eine Interpellation eingebracht, die der Versammlung folgende Fragen vorlegte: 1. Ist es die Meinung der Deutschen Studentenschaft, daß die staatliche Anerkennung lebenswichtig für ihre sachliche Arbeit ist oder nicht? 2. Ist es die Meinung der Deutschen Studentenschaft, daß die Lösung der Versassungsfrage im Sinne des völkischen Prinzips wichtiger ist als die Zugehörigkeit der preußischen und badischen Studentenschaften zur Deutschen Studentenschaft? 3. Ist sich die Deutsche Studentenschaft bewußt, daß sie mit der Identifizierung von realpolitischen Notwendigkeiten und richtungspolititischen Wunschbildern das Werk der Gemeinschaft aller deutschen Studentenschaften zu zerschlagen im Begriffe ist? 4. Ist sich die Deutsche Studentenschaft bewußt, daß die Sendung des deutschen Akademikertums zur Lösung der großdeutschen Frage im national-kulturellen Sinne verpflichtet ist oder nicht? — Diese Interpellation wurde in der Abendsitzung behandelt, ihre Richtlinien konnten sich aber bei der völkischen Einstellung der Mehrheit nicht durchsetzen. Die Mtnchener Reaktir« gegen den Rektor 8»'iIft.' Die Zeitungen melden aus München, daß die 279 — Wahl des wissenschaftlich unbekannten Forstfachmanns Schüpfer zum Rektor der Münchener Universität, mit einer Mchrheit von 68 Stimmen, während der weltberühmte Physiker Arnold Sommerfeld mit 50 Stimmen in der Minderheit blidb, eine deutlich« Demonstration gegen den bisherigen Rektor Boßler sein sollte, der zum erstenmal die Reichsfarben auf der Universität hissen ließ und sogar für die Gleichberechtigung der jüdischen Studenten eingetreten war. Republikanisch eingestellte Studenten wurden durch den äußerst rechts stehenden Syndikus an der Vorbereitung einer Huldigungsadresse für Boßler gehindert. (ITA). Die Furcht vor der Herrschaft des „jüdisch««" Lehrers unbegrSndet. Das „Berliner Tageblatt" schreibt: Nach der letzten Schulzählung (1921) gab es im Deutschen Reiche an den öffentlichen und privaten Volksschulen 197 446 Lehrer und Lehrerinnen. Davon waren 127 186 erangelisch, 64 786 katholisch, 562 jüdisch, und 691 gehörten einer anderen oder gar keiner Religionsgemeinschaft an.' Also erst auf etwa 160 christliche Lehrer kommt immer ein nichtchristlicher. Man ersieht daraus, wie grundlos die Behauptung ist, daß bei Einrichtung von gemeinsamen Volksschulen jüdische und „heidnische" Lehrer für den Geist des Unterrichts bestimmend sein würden. Das Erdbedi« in Palästina. Der Erdstoß setzte am Montag, den 1l. Juli, Frlcdildulnue 41 Fernsprecher Nr.25997 jj HANDELSSCHULE tj I PAUL VOGEL / STUTTGART 8 Q Beste Ausbildung für das kanfmAnn. Kontor [j .■■■■ ■ ~- EntkUssi|e Gesichts-Pflege, Manicure im Sdiönheits-Salon Selma Bock-Eckert BüchsenstraBe 26B » Fernruf 23313 gcgr. 1911 EMIL STEBEL Schneidermeister, Alexanderstr. 61 MaBgeschAft AufbOaeln, Auebeeeern und Wenden bei eorgfAltfgeter Ausführung u. billigster Berechnung Itrj- KiMstm bei Bedarf in erster Linie die WIT UI11CU iB der „Gemdndesettunt' sid> empfehlenden Finnen n berttdcsidiiiien. EINIGT Neckartor StrmB« » Sanillr.-analom. Sdrah-GesdiSfi V Reinhold Lenz, Stuttgart V Telephon 29704 * Bfichsensira$e 29 Anfertigung zwetkmaßigen Sdiuhwerks für alle Fnfleidende