Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- IV (1927-1928)
- Issue
- 7 (1.7.1927)
- Date
- 1927-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 23)
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— 217 — denen Fahnen wurden an der Grabstelle vorbeigetragen. Der demokratische Reichstagsabgeordnet« Dr. Heuß hielt die Gedenkrede, in der er u. a. sagte :„Rathenaus Leistung ist heute historisch geworden, freilich keine Geschichte, die mit dem Toten eingesargt wurde. Das menschliche Bild Rathe naus hat in diesen Jahren durch manche Acußerung eine Erweiterung erfahren. Wir sehen deutlich illusionslose Nüchternheit neben suchender Phantasie, kühlen Willen neben beherrschter Empfindung. Entscheidend war, daß er die Riegel zerbrach, die Deutschland absperrten, daß er die Welt zwang, in ihm die Stimme eines erdenden Deutschlands zu vernehmen. Sein furchtbares Ende wurde zum Aus druck der Tragik des deutschen Juden und damit der tragischen Verworrenheit des deutschen Volkes". — Mit dem Lied vom Kamieraden schloß die Feier. Ein Vertreter des Reichsministeriums des Innern legte im Namen der Reichsremerung einen Kranz am Grabe Rathenaus nieder. (ITA). Eine Aussprache im Münchener Ctadtrat über die Vergebung von Anslriigen an jüdisch« Firmen. Im Hauptausschuß des Münchener Stadtrates kam es bei der Besprechung über die Vergebung einiger Aufträge von seiten der Stadt zu einer bemerkenswerten Aussprache. Ter völkische Stadtrat Fiehler hatte gegen die Vergebung aus dem Grunde protestiert, weil man eine Anzahl Mischer Firmen berücksichtigt habe, „nachdem wir genug deutsche Firmen haben". Ihm antworteten sofort der zweite Bürgermeister Münchens, Tr. Küfner, und Stadtrat Tr. Jodlbauer (Bayr. Volksp.). Tr. Küfner führte aus: „Ter Jude zahlt so gut seine Steuern wie jeder andere. (Stjadtrat Fiehler: Tann braucht man bloß zu I Prozent, aber nicht zu 10 Prozent jüdische Firmen berücksichtigen, wenn man auf diesem Stand Punkt steht). Tas kommt ganz darauf an, wie die Zuschläge sich kalkulieren. Wenn wir schon auf dem Standpunkt stehen, daß jeder Gewerbetreibend«, der seine Steuern zahlt, einen gewissen Anspruch darauf hat, daß er nach Recht und Gerechtigkeit berücksichtigt wird, dann möchte ich das bei den jüdischen Firmen nicht missen. Wir haben eine Menge Juden — das möchte ich immer wieder betonen'—, die insbesondere auf dem Gebiete der Wohltätigkeit schon recht viel getan haben. (Stadtrat Lutz: Sehr richtig!)... Stadtrat Tr. Jodlbauer (Bayr. Volksp.): „Ich möchte die Ausführungen des Herrn Bürgermeisters Dr. Küfner mit Nachdruck unterstreichen. Ich halte es schon im Interesse der Stadt für im höchsten Grade bedenklich, daß, wenn bei einer Submission ein jüdisch anklingender Name auftaucht, dies sofort eine Antisemitendebatte auslöst, oder daß zum mindesten unschöne Anspielungen und hämische Bemerkungen gemacht wer- Edelholzmöbel der Firma Karl Stett / Stuttgart Runstsewerdehaus Königftx. 40 Sp«,l-tttkit: Blcikriftoll Vroucen. Marmorfignren, Sestheukarttkel S(hildkne(M&Cie Stuttgart, Kriegsbergstr. 42 sind eine Spitzenleistung in Qualität und Form bei niederem Preis GUSTAV SATTELMAYER An|tulentir. S - Gegr. 1809 - Telefon 61419 BAUFLASCHNEREI Reparaturen aller einschlägigen Arbeiten prompt und billig Orient und a Perser Deutsche # w Teppiche Teppfchkunit- Wascherei Stopferei nnd ' Entstaubung K. THEURER / SK STUTTGART Langestraße Nr. 8 » Fernsprecher SA. 235 90 Steter Eingang aparter Neuheiten in erlesenem Geschmack bei sehr mäßigen Preisen Julius Hirschfelder Das Haus für fesche Damenkleidung Marienstraße 32