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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1927-06-16 · 6 (16.6.1927) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
IV (1927-1928)
Issue
6 (16.6.1927)
Date
1927-06-16
Page
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— 184 — Heren Jahrhunderten an Judenverfolgungen vorkam, waren Auswüchse, religiösen Fanatismus oder blinden Aberglaubens. Ter seit den Freiheitskriegen lebendige Liberalismus ließ keinen Antisemitismus zu. Auch das erste Programm der aus den sozialen Nöten der 80er Jahre erwachsenen christlich-sozialen Arbeiterpartei des Hofpredigers Stöcker enthält noch kein Wort regen das Juden tum. Zunächst gleich der Sozialdemokratie vom Sozialistengesetz bedrückt, stellte sich aber «locker um, wandte sich statt an die Arbeiter nunmehr an die damals fchwerbcdrückten Kreise des Hand werks und der kleinen Kaufleute und benannte diesen den Juden als schuldig an der sozialen Not. Aber mit der durch die sog. Äathrdersozia listen geförderten Erkenntnis der wahren ^Zu sammenhänge d.c sozialen Lage sielen viel: An Hänger von Stöcker ab; gerade seine talentvollen jüngeren Mitarbeiter, deren bester Friedrich Nau mann war, suchten neue Wege zur Lösung der sozialen Frage. — Zum zweiten Male entstand ein politischer Antisemitismus, als nach dem Zu sammenbruch 1918 viele Teutsche nach den Ur Hebern der schweren Notstände suchten. Wir alle kennen diese Bewegung aus eigenem Erleben. Auch diese zweite Phase bricht nun an sich selbst zusammen, schon wirkt sich ihre Gehässigkeit mehr am politischen Konkurrenten als am rermeintlichen Feinde aus. — Tie Geschichte lehrt, daß mit Antisemitismus irgend eine Erneuerung im wirtschaftlichen, geistigen oder staatlichen Leben nicht herbeizusühren ist. Als zweiter Redner sprach Regierungsrat Tr. Steiger, Berlin, über „Antisemitismus im Lichte des Christentums." Tas Judentum ist die Basis des Christentums; Jesus selbst sagt, daß er das alte Testament erfüllen, nicht auflösen wolle. 274 Stellen im Neuen Testament sind wörtliche Zitate aus dem Alten Testament und das höchste Gebot des Christentums, das „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!" ist schon im dritten Buch Moses aufgestellt. Gerade von diesem zur ersten Maxime erhobenen Gebot der Nächstenliebe aus ist Antisemitismus für einen Christen unmöglich. Andererseits führt mehr oder weniger zwangsläufig der völkische Kampf gegen das Judentum letztlich zu einem Kamps gegen das Christentum. Nach einem Rückblick auf die Haltung der katholischen Kirche, die mehrmals in Konzilien und durch ihre Päpste sich für Schutz und Duldung der Juden einsetzte, wies der Redner auf die Kampfstellung seiner Partei, des Zentrums, gegen den Antisemitismus hin. Als letzter Redner entwickelte Rabbiner Tr. »alzberger, Frankfurt a. M., einen Abriß der Geschichte der Juden in Frankfurt a. M.. nf.lf.lShmaschin«n k#l fil 1 vorzügliches deutsches Fsbrikat 1 llfll n, Haoahalt Industrie ttlmpfl, ümradt&OL, Stuttgart, KronprlnzstraGe 22 Esslingen, Untere Metzgerbachstraße 9 ► Amt Wusch erleichtert« Zehlangsbedlngangen I -4 3 ) )! ) j J. tDolfferte, Jngenieur j ) Stuttgart ( \ Karlsruhe / Düsseldorf / Köln j! Essen / Berlin J j Salus S.-fi. / Lusern und Korn | j Sanitäre Anlagen > Zentralheizungen ) Beschäftigte personen-ahlca.?00 f EMIL MAIER / STUTTGART Tdcphos 13853 «lehaaneiilr. 33 hhbmwMwnuMimnaBmMi Lieferant frei las aus - _ --_____ | SWax Brenner jj I GDamensdineider jj jj ^Marienstr. 38!\2 jj - - - . -N ERD CODLE «ilMratr. 42 gZCDKl **4KieE Telefaa 282 90 \| OFEN- UNO HERDBAU Kachelöfen, eiserne Öfen, Waschkessel and Gasherde Ausführung /AmiLKcpmratnrcn firabmaier ieder Art Die Stuttgarter!_\ in allen Naturu. Kunststeinen zu reellen Preisen. Kaufmännische Fachschule Versand und Aufstellen auch nach auswärts. E. Zepf’*ch“ Institut Richard Schonfeld, Bildhauer Stattgart, Paallneastraß« 37 and 37 a Hackstr. 16a - Fernruf 40699 Gegründet im Jahre 1904 Figur., BOsten, Gartenachmuek, sowie Renovierungen jed. Art Jahrcsklassen I —VII, Je nach Vorbildung versendet an Aufnahmesuchende Lehrpltne kostenlos.

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