Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- III (1926-1927)
- Issue
- 19 (1.1.1927)
- Date
- 1927-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 12)
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des C.-B. erinnerte. Tann nahm Tr. Holländer, von'der Versammlung freudig begrüßt, das Wort. Er verstand es wie stets, seine Zuhörerschaft von vornherein in den Bann seiner Tarlegungen zu zwingen- Es ist richtig, so begann er, daß der parteimäßige Judenhaß nachgelas'e» und daß die völkische Parteibewegung zahlenmäßig zurückgcgangen sind. Aber die Gewöhnung an die ab wertigen Urteile über die Juden hat in Teutsch land und „ darüber hinaus verheerend gewirkt. Tie hat die Rechtsnot geschaffen, unter der die deutschen Juden schwer leiden müssen. Turch nationalsozialistisch eingestellte Richter sind in letzter Zeit nur zu oft Urteile gefällt worden, die mit einer gerechten Rechtsprechung nicht mehr in Einklang zu bringen sind. Es ist tatsächlich schon so weit, daß in vielen Landesteilen Teutsch lands der um seiner Ueberzeugung willen lei dende oder beleidigte Jude wehrlos gemacht ist Ein neues Strafgesechuch ist in Vorbereitung. Es ist z. Z. eine der wichtigsten Aufgaben des C. V., die verantwortliche Stelle auf die Teile der geplanten Neuordnung hinzuweisen, welche den Schutz der Juden als Gesamtheit betreffen. Prof, von Freytag-Loringkhoven in Breslau und Prof. Max Wundt vertreten die völkische Ge schichtsphilosophie, nach der „gleiches Recht für alle" eine überwundene Rechtsauffajsung bedcu tet; ne erkennen nur gleiches Recht für Gleich artige und Gleichwertige aber nicht für Juden an. Gebildete Kreise, Lehrer und Geistliche wie Stapel stehen im Banne dieser neuen Rechtsauffassung, und ihre Folge ist die stetig anwachsende Rechtsnot der Juden. Nicht weniger ernst ist die politische Not. Die nationalen Wehrverbände, der Stahlhelm, Wehrwolf, Wiking, Olympia, Jungdeutscher Orden haben sich die Aufgabe ge stellt, die angeblichen jüdischen internationale» Einflüsse zu bekämpfen. Hier muß eine umfang reiche unablässige Aufklärungsarbeit einsetz en, um die Torheit jener sinnlosen Behauptungen nach zuweisen. Besondere Sorge muß dem deutschen . Judentum die gegenwärtige Entwicklung der r e a ktionären Presse bereiten. Tie Zeit der aufklärerischen liberalen Presse scheint endgültig vorü ber zu sein, die einst für Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit mannhaft eingetrcten. Romantische und mystische Schwärmereien und die unsittliche Lust am Sensationellen haben die alte Wahrhaftigkeit und Wahrheitsliebe oft in ihr Gegen teil verwandelt. Es ist eine Ehrenpflicht aller ehrlichen Vaterlandsfreunde, hier eine Phalanx der Anständigen zu schaffen. Tie Hauptsorge der deutschen Juden ist aber der wirtschaftliche Boykott. Ganze Industrien sind, wcnn nicht antisemitisch, so asemitisch geworden, so daß die Berufswahl der Juden wesentlich eingeschränkter scheint. Hier gilt es, die Juden zu ernster Abwehr aufzurufen und, wo es not ist, eine Berufs- Umschichtung anzubahnen und durchznführen. Ter X t. k. Hoff & Co. X Kohlenhandelsgesellschaf) m. b. H. FriedrldKfrafte 8. (am Friedrichsplate) LAGER: RtaellRStraRe (k. MUxkai Garten) FERNSPRECHER 20790 Nur ersflüalflgc Brennmaterialien aller Art Sorgfältigste Belieferung! Unbedingte Garantie für abgeliefertes Gewicht mager, Marktplatz 6 gcgr. ]$42 ♦ Stuttgart"♦ Rnf 25254 filtejte fizma de» SefttzSftszwetge» am platze empfiehlt seinen bekennten Kaffee und Tee ln seit Jahrzehnten erprobten und fachmännisch zusammengestellten Mischungen Direkter Bezug * Eigene Rösterei TrensÜlager > < 3 rUTTGAQTEQ MÖBELFABRIK GfOPO SCtlOETTLt ST UTTGAOT £ a £ QHAoosra za/6s ||lllllllllllll!IIIIIIIUIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||yjj 1 FRANK-SEID EN J t- Seidenstoffe - Bänder - Samte 1 GEBRÜDER FRANKS > Königstraße56 STUTTGART Tel. S.A.23209 § Di pl.-Optiker Th. Geiger Stuttgart, Frledrlchstr. 51 (Mess-Hotel) Fadtmännisdie Bedienung * Mäßige Preise