Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- III (1926-1927)
- Issue
- 16 (16.11.1926)
- Date
- 1926-11-16
- Page
- [Seite] (sequence 9)
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— 359 — Juden seiner Zeit und die aschkenasischen auseinandergehen. Die nach nichtjüdischem Vorbild in Deutschland entstandene „Jahrzeit" wird bei uns als Fasttag begangen. In Asien dagegen hält man am Vorabend ein Gastmahl, das bei den afrikanischen Juden sogar mit Musik begleitet wird. Andererseits lebt jedoch im Judentum ein so starker Wille zur Volkseinheit, daß viele Sitten sich einheitlich über die ganze Diaspora verbreiten. Z. B. der Brauch, für die toten Eltern „Kaddisch" zu sagen, oder der Ruf am Sederabend: laschanah A habbaah ibijeruschalaijm! — Schließlich weist Bergmann noch auf eine Kraft hin, die für die Geschichte unserer religiösen Bräuche wichtig ist: die Nachahmung. Allein has Judentum verstand es stets, das von außen Übernommene sich anzupassen, es zu judaisieren Und ins Ethisch-Religiöse umzubilden. So hatten manche Völker die Sitte, bei der Hochzeit ein Glas zu zerbrechen, um neidische Dämonen zu verjagen. Die Juden eigneten sich den Brauch an — um. auch bei den freudigsten Anlässen der Trauer um die Zerstörung Jerusalems Ausdruck zu geben. —. Gerade das Gegen- und Jneinanderspiel der verschiedenartigen Kräfte erzeugt den vollen Reichtum unseres religiösen Lebens. So sehr zu unrecht daher die Orthodoxie eine absolute Unveränderlichkeit der religiösen Bräuche annimmt, so falsch und gefährlich ist es, alle diese Bräuche abschaffen zu wollen. Ohne Brauchtum gibt es keine lebendige Religion. Unsere Bräuche sind die Gesäße, die den Geist unserer Religion ^enthalten und bewahren. In ihnen findet man das Geheimnis der Existenz des jüdischen Volkes und die Grundlagen seiner Zukunft. Wenden wir uns von der Wissenschaft dem „Leben" zu, d. h. der Publizistik. Hier ist der interessanteste Beitrag.die Rede, die M. U s s i s ch - kin, der berühmte Zionistenführer und Präsident des Jüd. Nationalfonds, nach einer Reise durch, zahlreiche Länder vor dem Jüd. Nationalrat (Assefath Hanibcharim) in Jerusalem hielt, „Das Judentum der Diaspora ünd Erez Israels." Ussischkin gewann den Eindruck, daß sich in der Dia- Seit aber 70 Jahre bevihrl HARDT Planod, Flttgelfabrik Gegründet 1 »55 STUTTGART * Forststrasse No* 131 KARL HARDT Ut die 1. Fabrik des Landes, die 19 sei! 1862 als SpextaUtäi kreuxsalUge Pianos baut J* Beste Gewähr für gute, gediegene Arbeit. Mtm Praia, *itt|d!Bfc ZMatarMMrai. Tms* - SUaaaf - «fei. (JULIUS BELZ l| Inh.: EMÄHfiLENWtw. STUTTGART KanzaistraBa Nr. 2 Cneben dem Stuttgarter HandelshoO |l Großes Lager In Juwelen Gold' und Silberwaren < £ Julius Hirschfelder p* Stuttgart Marienstraße 32 Das Haus für fesche Damenft n i *1 kleidung IJM 1 1 Steter Eingang aparter _--J Neuheiten in erlesenem Ge- H \ ichmack bei sehr mäßigen Preisen '* 1 FRANK - SEIDEN 1 Seidenstoffe - Bänder - Samte I GEBRÜDER FRANK! Königstraße56 STUTTGART Tel. S.A.23209 W IIHMfltUHUHHUUIUIIIIIIIIIIliP u einemgemütlichen FfCim gehören die guten Möbel von GEBRÜDER ROHRER Klrchhalm u. T. Aa»:^ Stuttgart, Llndenslr.14 00000000000000000000000000009090 I Franz Wonke f 0 0 | Stuttgart, Lindenftr. 31 § % 0 0 feinfie 2 0 0 8 Herren-u. Damenfehneiderei % 0 0 0 grobes Stofflager in nur - 0 erstklassigen Qualitäten 000000000000000000 000000000000^