Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- III (1926-1927)
- Issue
- 14 (16.10.1926)
- Date
- 1926-10-16
- Page
- [Seite] (sequence 13)
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Die StxtoftflMfttmfl Nt Juden Europa» i« letzte»^ Vierteljahrhnndert. Nach den Berechnungen Jakob Lestschinskys sind in dem Zeitabschnitt 1881—1925 3 648 500 Juden aus Osteuropa ausgewandert. Die meisten von ihnen — 2975 500 (81,6 Proz.) wandten sich nach Amerika, 415 000 (11,4 Pr.) wandelten nach den westeuropäischen Staaten aus. 155 000 (4,2 Proz.) nach Asien, 85 000 (2,3 Proz.) nach Afrika und 18 000 (0,5 Proz.) nach Australien. Besonders intensiv war die Wanderungsbewegung der europäischen Juden in der Zeitspanne 1900 bis 1925. In diesen Jahren wandten sich allein nach den Vereinigten Staaten 1810 752 Juden, nach Argentinien 125133, Kanada 98 828, Palästina nahm in den Jahren- 1919 bis 1925 82 922 jüdisch« Einwanderer auf. Auf die Gesamtzahl der Bevölkerung zy Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts berechnet, beträgt die Auswanderung nach den Vereinigten Staaten bei den Juden 20,6 Proz., bei den Polen nur 8,7 Proz., bei den Litauern 6,4 Proz., bei den Deutschen 2,3 Prozent, bei den Franzosen 1,3 Prozent. Dagegen ist die Rückwanderung bei den Juden äußerst gering. In dem Zeitabschnitt 1908 bis 1925 wandelten aus den Vereinigten Staaten bloß 5,2 Proz. der während dieser Jahre eingewanderten Juden zurück. Bei den übrigen Völkern war die Rückwanderung bckeutend stärker und erreichte z. B. bei den Rumänen 76 Proz., bei den Russen 50,6 Proz., bei den Polen 40 Proz. bei den Engländern 19 Proz. und bei den Italienern 55,8 Prozent. 0 Es ergibt sich somit hieraus, daß in den Jahren 1908 bis 1925 der zehnte Teil der ganzen europäischen Judenheit nach den Vereinigten Staaten endgAtig ausgewandert ist. Die Nettoeinwanderung der Polen machte bloß 3 Prozent, der Deutschen 1,1 Proz., der Litauer und Letten 2,8 Proz., der Ruthenen und Russen 0,3 Proz. chrer Gesamtbevölkerung in Europa aus. Die Ausgrabungen der dritte« Mauer von Jerusalem. Unter der Leitung von Dr. Mayer, des Beamten des Antiquitätendepartements der Regierung, und von E. L. Sukenik, des Vertreters der Jewish Exploration Society, wuü>e ein vollständig erhaltener Teil des Fundaments der dritten Mauer (Agrippa-Mauer) von Jerusalem in der Breite von 4 Metern zugleich mit den Ruinen eines großartigen Baues aus der byzantinischen Periode ausgegraben. Die ersten Spuren dieser Mauer wurden im August vorigen Jahres entdeckt. Man bemüht sich jetzt darum, die Verbindung zwischen der Dritten und der Zweiten Mauer ausfindig zu machen. Diese Ausgrabungen ermöglichen eine Rekonstruktion der Dritten Mauer vom Dominikanerkloster St. Stephen bis zum russischen Platz. Der gesamte nördlich« Teil der Mauer ist freigelegt worden. (ITA). Die griechischen Jude« weuben sich an den Völkerbund um Schatz der Sabbathruhe. Die griechischen Juden richteten an den Völkerbund ein Memorandum, in welchem sie auf das von den Juden für den Aufstieg Salonikis und seines Hafens Geleistete Hinweisen. Nach der Eroberung der Stadt durch die Griechen haben die Regierungshäupter den Juden viele Versprechungen gemacht und sogar auch ein Gesetz erlassen, wonach es den Juden erlaubt ist, am Sabbath statt am Sonntag zu ruhen. Dieses Gesetz wurde zwar im Jahre 1920 angenommen, doch hat der Stadtrat von Saloniki es seitdem abgeschafst. Auch die Regierung hielt nicht ihre Versprechungen und fordert von den Juden, daß sie auch am Sonntag rphen. Die Juden von Saloniki sahen darin einen Verstoß gegen die Gewissensfreiheit von 120000 Juden und wandten sich daher um Hilfe an den Völkerbund. (Ha-Hed). ^Raub an jüdischem Eigentum in der Prosinz Posen. — Störung des Gottesdienstes. Ein Beispiel für die Verkümmerung des jüdischen Lebens in der Provinz Posen als Folge des polnischen Antisemitismus bietet die Stadt Rawicz. Die jüdisch« Gemeinde dieser Stadt zählt zu den ältesten der Provinz Posen. Die im Jahre 1892 mit großem Kostenaufwand erbaute Prachtsynagoge befindet sich im Zentrum der Stadt. Außerdem besaß die Gemeinde ein nach den Prinzipien modernster Hygiene erbautes rituelles Bad, ein zweistöckiges Wohnhaus für die Beamten der Gemeinde nebst Versammlungssaal und Bibliothek, ein Krankenhaus, ein Altersheim und viele andere Jnstüutionen. Seitdem die Provinz Posen an Polen fiel und der.polnische Antisemitismus zur Eiogetr. SchntsniArke Stuttgart Cclef. 224S1/S2 Böhrrts Sirocco-Kaffee Alfred Böhm, Caiwersfraßc is W