Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- III (1926-1927)
- Issue
- 10 (16.8.1926)
- Date
- 1926-08-16
- Page
- [Seite] (sequence 18)
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Die wirtschaftlichen Bedingungen, unter denen die ostjüdischen Massen ihren Existenzkampf in den Nachkriegsjahren führen müssen, kennzeichnet Lestschinskh folgendermaßen: 1. Infolge des Staaten- und Bürgerkrieges, der Zerrüttung der Landwirtschaft, des Ausfalles oder Rückganges der Agrarausfuhr ist die Aufnahmefähigkeit der bäuerlichen Massen für städtische Erzeugnisse stark gesunken. 2. Die Zerrüttung der Industrie hat der Nachfrage nach städtischen Erzeugnissen noch mehr Einhalt geboten. 3. Das Steuersystem ist . überall zugunsten des Bauerntums abgeändert worden und belastet insbesondere das städtische Clement. 4. Das im Verhältnis zur Vorkriegszeit kulturell und politisch stark vorgeschrittene Bauerntum hat durch ein verzweigtes Genossenschaftswesen eine Art ökonomischen Selbstschutz aufgebaut. Etwa eine Million Juden lebte vor dem Kriege im Ansiedlungsrayon vom Landesproduktenhandel. Diese Masse wurde infolge der Veränderungen im. osteuropäischen Wirtschaftsaufbau an den Bettelstab gebracht. Ter Prozentsatz der werktätigen Elemente ist unter ihnen gesunken; der ungesunde Kleinhandel hat zugenommen. So oblagen z. B. unter den Juden in Lettland 1897 35,4 Prozent dem Handel, 1920 schon 50 Prozent, 1923 53,6 Prozent. Dagegen ist der Prozentsatz der in der Industrie beschäftigten Juden von 45,2 Prozent 1897 aus 32,4 Prozent 1920 gesunken. In Litauen waren 1897 30,9 Prozent der Juden im Handel, 1923 schon 40 Prozent, in der Industrie aber 1897 38 Prozent, jetzt nur 33 Prozent beschäftigt. Unter den Juden in Weißrußland sind 60 Prozent Handels- und Luftmenschen; nur 7 Prozent leben von Lohnarbeit und nur 20 Prozent vom Handwerk. In der Ukraine leben vom Handel 54 Prozent der Juden, von Lohnarbeit 6,3 Proz., vom Handwerk nur 18 Proz. Unter den jüdischen Arbeitern in Osteuropa herrscht eine schon konstante Arbeitslosigkeit. 30 Prozent aller jüdischen Schneider in der Ukraine und Weißrußland sind monatelang arbeitslos. Die Arbeitergeneration der Vorkriegszeit ist fast völlig verschwunden. Ein großer Teil ist zu Händlern geworden. Sehr traurig ist die Lage des jüdischen Handwerks. Lestschins'y vergleicht dabei die Ergebnisse der von ihm 1914 in Wilna durchge- HEILBRONN Karl Gertler Juwelier Spezialität! Bruckmann- Kaiserstr. Silber-Bestecke Silber-Bestecke Eugen Kaiser / Heilbronn a. N. Laden Kulieritr. 10,TeL807 o.820. Wühdimtr. elddT. Liefet- Kraftand TelctoauU|ea Uefant elektr. ■•lnakt»ftk8r«M‘ ad QHth- MatefUUea. Inidtnihad Enpfa^acrile -,- CHR. BRANDT, Hofphotograph OlarastraBa 9 / Telephon 1066 Mit höchsten Preisen ausgezeichnet Photographie und Malerei OeJ / Pastell / Aquarell Reproduktionen und Vergrößerungen nach Jedem Bilde HEILBRONNER HANDELSGESELLSCHAFT ar~ KARLSTR. 25 -MR X Brennmaterial FERRSPRECNER 134 ».,37 W. Hespelt, Heilbronn a. N. Telefon Nr. 29 — Kramstraße 16 Uhren in reichster Auswahl,gediegenster Ausführung und allen Preislagen SWode/iaus S. 9:. Siaefile \<JLeilbronn a. SV. LohtoratraSe 34 3« _ SOImeratraBa 23 Bekannt für nur gute Qualitäten Unerreichte Auswahl und Preiswürdigkeit I Central-Brogerie Apotheker E. Stelablchler HEILBRONN n.N.. Ecke Fleiner- und Deutschbofstraße FaMtaui für neazeUL GaunJhelUpflege Medizin, and techn. y-tlkel. ztreng faefam. Bedienung Tel 1743 Lieferung In» Hane Tel 1743