Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- III (1926-1927)
- Issue
- 4 (16.5.1926)
- Date
- 1926-05-16
- Page
- [Seite] (sequence 10)
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Strafvollzug anschloß, wurde mit dankbarem Beifall ausgenommen. Im Aufträge des hiesigen Jüdischen Lehrhauses sprach am Samstag, den 8. Mai, im Festsaal des HandelshofeS Dr. Eduard Strauß, Frankfurt a.M. .Vom Werden der Gemeinschaft" Ministerialrat Dr. Hirsch begrüßte die überaus zahlreich erschienenen Freunde und Mitglieder des Lehrhauses, die gekommen waren, die Ausführungen des bekannten Redners zu hören. Tr. Strauß verstand es, durch seine geistvollen Darstellungen >eine Zuhörerschaft von Anfang an so zu fesseln, daß sie seinen Gedankengängen gerne folgte und am Ende durch lebhaften Beifall ihren Dank zollte. Die Leitgedanken seines Vortrages waren folgende : Jedes Schöpfungswerk der sechs Schöpfungen beschließt die Bibel mit den Worten: Gott sah, daß es gut war. Nur nach Erschaffung des Menschen heißt es auffallender Weise, daß Gott sprach, daß es nicht gut ist, daß der Mensch allein ist! Tenn der Mensch allein ist nicht gut, die Erschaffung des Einzelmenschen noch nicht gut. Erst mit dem Mitmenschen, mit dem Du beginnt da« Menschsein des Menschen. Nicht aus der Natur, sondern aus dem Du, aus der Gemeinschaft, auS dem Wir entsteht Geschichte. Das Heidentum kennt nur den Gemeinschaftsgedanken des Staates, nicht der Einzelmenschen. Die heidnische Welt ist stumm; ihre auditive (zum Gehör sprechende) Welt ist uns verschlossen, nur ihre sichtbare Welt redet zu uns. Das Ideal der Antike ist der einsame, trotzige in sich verschlossene Mensch (AeschyloS' Prometheus). Gewiß ist der griechische Chor auch eine Gemeinschaft, aber eine Gemeinschaft von Stimmen, nicht von Personen. Der Gemeinschaftsgedanke des Christentums ist die Kirche. Sie ist die mystische Gemeinschaft des Fleisch gewordenen Wortes, des Sakramentes: ihre Lehrsätze ^find unpersönliche Dogmen. t Im Judentum ist das Wort mehr als Dogma, mehr als Fleisch gewordenes Mysterium. Das Wort soll von jedem gehört, gesagt und begriffen werden. Der Ruf: „Höre Israel, der Eivige unser Gott, der Eivige ist einzig" zerfällt in zwei Teile. Der Ewige ist einzig, ist der philosophische Teil. In den Worten „Höre Israel der Ewige unser Gott" kommt aber der Gemcinschaftsgedanke zum tiefsten Ausdruck: Gott ergreift Besitz Otto Hhrnann, Stuttgart Lusganqsballe Hauptbahnhof Lusgangsballe Fernsprecher 209 91 - Postscheckkonto Stuttgart 251 OH Kaffee Butter Thüringer Schokolade Tee Tier Drauuschweiger Pralinen Kakao Käse Wnrstwaren Keks Deine / Liköre / Deinbrauö «Obst / Südfrüchte / Reiseproviaut Spezialität: Anrichten feinster kalter Platten WILHELM STERN, STUTTGART OEOR. 1899 - 8 VERKAUFSSTELLEN — OEGR. 1899 ER ST KL. TABAKERZEUGNISSE Spezialität hochwertige Qualitäten BAUHUTTE SCHWABEN STUTTGART ■ BAHNHOFSTRASSE 99 FERNSPRECHER 21738 Hoch-, Tlafu. Elsanbatoabau Autführung aller Grab-, Beton-, Maurei;-, Mal er-,Gipser-,Stukkateur-, Steinhauer-' und Zimmerer-Arbeiten. Wertotätte für dekorative Maforoi und Raklama Spezialabteilung für PaakmalkuH»! W. WÄCHTER STUTTGART Torstram Ir. 21 Talafon S.-A. 2S710 Färberei u.chem. Waschanstalt ncparalurcn orienialtaher « and dcnfsdier Tepptdie werden prompt und billigst aus geführt Klara Högner, Teppi<k~Kumsistopferet Sdiwabstra&e 127 Telephon 2297 Gartenmöbel LlegestQhle Gartenschirme Korbmöbel Katalog gratis Bekannt erstklassig und billigt H. SCHELLHORN Itatliart, PaalMMtral« 44, latrlwM IB9I