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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1926-05-01 · 3 (1.5.1926) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
III (1926-1927)
Issue
3 (1.5.1926)
Date
1926-05-01
Page
[Seite] (sequence 14)
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stehen, schon deshalb brüchig, weil z. B. 5. Mose 6,4 Adonaj als Echad (einzig d. h. ohnegleichen) b^eichnet wird. Aber der Grundgedanke des Buches bedeutet eine wesentliche Förderung der Bibelerkenntnis, indem Goldberg an die Stelle der Quellenhypothese mit Bewußtsein die Gedankenkritik setzt. Schon als der Versuch einer Umkehr von der Formalkritik zur Gedankenkritik ist das Buch lebhaft zu begrüßen. Tie christliche Bibelwissenschaft hat der jüdischen in der Formalkritik den Rang abgelausen — vielleicht wird sich die jüdische in der Gedankenkritik ihre Vormacht stellung erobern. Schon von diesem Standpunkte aus verdient das selbständige Werk mit seinem Gedankenreichtum allgemeine Beachtung. Aus der jüdischen Märchen- und Sagenwelt. 58. Bon schweigender Andacht. Der Zaddik Rabbi Mordechai war am Freitag in das Städtchen gekommen, um dort den Sabbath zu verleben. Die ganze Gemeinde war in Erregung. Gab es doch weit und breit keinen Mann so heilig wie Rabbi Mordechai. Auf seinem Antlitz ruhte der Abglanz der Gottheit und ein Odem von Heiligkeit umwehte den großen Mann. Und heute Abend sollte er mit ihnen allen beten! Seit Jahren war keine so fromme Unruhe in der Ge meinde gewesen wie an diesem Sabbathe. TaS Gotteshaus strahlte vom Lichte der Kerzen. | Aber ihr Glanz erblich vor dem Rabbi, der in seidenem Gewände betend an der Qstwand vor der heiligen Lade stand. Heilige Schauer erfüllten den Raum, als der Vorbeter singend den Sabbathtag grüßte. Tiefste Andacht leuchtete aus allen Mienen. Jauchzender als sonst klangen die alten Lieder. Nur der Rabbi stand stumm vor der Lade. Seine Hände ruhten still in dem Gürtel seines Gewandes. Seine Augen waren weit geöffnet, als ob sie das Geheimnis der Gottheit erspähen wollten. Beim Morgengebet war es nicht anders. Der Rabbi trat wieder vor die Lade, verneigte sich tief, dann aber stand er regungslos wie verzückt vor seinem Gotte. Gewiß, er war leiblich bei ihnen, aber seine Seele hatte den Körper verlassen und wanderte durch die Himmel der Himmel. Mit gesenkten Augen verließ er das Gotteshaus. Natürlich wagte niemand, den großen Zaddik zu fragen, weshalb er so still im Gotteshaus gebetet. Ter Rabbi schien aber das stumme Fragen verstanden zu haben und, als man sich am Nachmittag zur dritten Mahlzeit setzte, erzählte er das folgende Gleichnis: „Ein Mann besaß einen köstlichen Edelstein, dessen Wert er abschätzen lassen wollte. Er kam zu einem kleinen Edelsteinhändler und zeigte ihm sein Kleinod. Der schlug die Hände zusammen, sprang begeistert auf und erklärte mit vielem Oh und Ah, daß der Stein unter Brüdern seine zehn Dukaten wert sei. Unser Freund ging darauf zu einem zweiten Edelstein- CANNSTATT WilhElm dlDSEr.Sdiirnifabrik Cannstatt Telefon 275 :: Könlgstraße 41 empfiehlt ihre eigenen Fabrikate Spazierstöcke / Stockschirme Reparaturen Wolfcang Nenmayer Tapezier m Pcbermle er, TanaMr. 3 TeL 2t3 Kiabaräbel in Staff and Lader Reparatarea r----- M Apparate und j "Bedarfsartikel j empfiehlt preiswert { j Dinkelacker &CiB, Cannstatt j l KBnlpetraBe 40 l { Sämtliche Photoarbeiten t l werden schnell und pünktlich erledigt , I Sämtliche Malerarbeiten fuhrt aus GL KRESS, Seelbergsh*a£e 16 Telefon 725

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