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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1926-04-16 · 2 (16.4.1926) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
III (1926-1927)
Issue
2 (16.4.1926)
Date
1926-04-16
Page
[Seite] (sequence 18)
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Irtt Rückkehr zum wahren Selbst der sichere »ab gerade Weg ist, loszukommen aus der Verstrickung in das, was wir gewohnt sind den Zwang des Alltags zu nennen, — wem diese Einsicht aufgegangen, der ist auf der rechten Fährte. Solche Menschen vereinigen, stützen,stärkenin ihrem I u d e s e i n und da mit zugleich in ihrem Menschsein, denn — ich wickerhole es — nur dann vermögen wir in "Wahrheit unsere Bestimmung als Menschen ganz zu erfüllen, wenn wir die Brücke der Gemeinschaft geschlagen habe'n, — das also, Erziehung desJuden in un s un d E rzi ehu n g d es Menschen aus dem Juden, das soll dieobersteAufgabe unseres Lehrhau s e s sein! Ihr zuliebe werden wir schon das damit verbundene Mehr an Geistigkeit in Kauf nehmen müssen; vielleicht finden sich bei näherem Zusehen für jeden einzelnen andere Lebens gebiete, bei denen ein Ausgleich geschaffen werden mag. So könnte man etwa Schach- und Kartenspiel einen Teil der üblichen Geselligkeit und den größten Teil des üblichen V rr e i n ä 11 b e n * durch Sport und Turnen, Wandern und natürlich, wem dazu Gelegenheit gegeben, am besten durch Landarbeit und Gartenarbeit mit großem Nut zen für Geist und Körper ersetzen. Ganz im Vorbeigehen habe ich, wie mir scheint, soeben auf den dritten Einwand unversehens eine Antwort erteilt, die mir die „Herren Vereine" hoffentlich nicht falsch auslegen und übelnehmen werden. Ich glaube, sie alle haben dir Schäden unserer Zeit im eigenen Kreis zur Genüge ten nen gelernt. Erfüllt das Lehrhaus seine Auf gaben, so werden sie aus ihm eine Befruchtung ihres geistigen Lebens erfahren, die ihnen nur wlllkommen sein kann. Und so darf ich hoffen, daß auch sie, die Vereine nämlich, ihre Auf gaben dem Lehrhaus gegenüber erfüllen werden. Ich komme zum fünften Einwand — zu der Kapitalfrage^ die wirklich die Kapitalfrage unserer jungen Gründung ist. Nun, die wirt schaftlichen Schwierigkeiten machen mir keine all zugroßen Sorgen. Die Ansprüche unserer vorläufigen, im Nebenamt tätigen Lehrkräfte sind die denkbar bescheidensten; Lokalunkosten werden uns dank dem Entgegenkommen' des Boüsteher amts und der Loge nicht erwachsen, sodatz zunächst nur noch die Verwaltungskosten und Aus gaben für die geplanten Sonderveranstaltungen, übrig bleibe»; diesen Ausgaben stehen gegenüber die eingehenden Kursgelder, einige uns bewilligten Monatszuschüsse, sowie die Mit gliedsbeiträge des Bereins. Wenn wir später, wie es unser Wunsch und unsere Absicht ist, dazu gelangen, eine berufene Persönlichkeit als hauptamllichen Leiter des Lehr Hauses zu gewinnen, dann freilich sind wir auf größere Einnahmen angewiesen und werden uns an die Hilfsbereitschaft einer weiteren Oeffentlichkeit wenden müssen. Ter Jdealzustand wäre natürlich der, wenn es mit der Zeit gelänge, dem Lehrhautz ein Stiftungsvermögen anzusammeln, von dessen Ertrag es in aller Zukunft leben und sich ausdehnen könnte. Jeder von uns hat einmal in seinem Leben ein Testament zu machen; möge er, wenn es die Verhältnisse gestatten, sich dann auch des Lehrhauses erinnern! Schwerer sind die Sorgen um das geistige Gedeihen unserer Bestrebungen. Die hier vorgezeichneten Aufgaben sind so groß und so verantwortungsbeladen, daß es nie und nimmer möglich sein wird, ihnen auch^nur annähernd gerecht zu werden, solange wir uns auf die paar Kurse beschränken müssen, welche die in ihren Berufen angestrengt tätigen, hier zur Verfügung stehenden Lehrkräfte übernehmen können; diese Aufgaben sind aber auch von solcher Art, daß sie nur erfüllt werden können, wenn Menschen in genügender Zahl vorhanden sind, die den Will e n und, was mehr ist, die Kraft und die Ausdauer haben, sie an sich erfüllen zu lassen. Hier also liegt der Ausgangs- und Mittelpunkt all unserer Sorgen und all unserer Hoffnungen: bei Ihnen, die Sie die Hörer und Nutznießer des Lehrhauses sein werden! Das Lehrhaus ist keine Schule im eigentlichen Sinn, wo nur Schulbehörden und Lehrkörper, allenfalls noch der Elternral etwas zu sagen haben. Das Lehrhaus soll und wird aufgebaut sein auf dem Boden der Arbeitsgemeinschaft, deren Arbeit nur dann fruchtbar sein kann, wenn sie Gemeinschaft bildend wirkt. Was aber Gemeinschaft ist, wis sen wir alle: das brüderliche Sjchfinden von Menschen der verschiedensten Herkunft, Bildungsstufe und gesellschaftlichen Stellung um eine lebendige Mitte, die alten gemeinsam und jedem einsam als Forderndes, Verpflichtendes, Verantwortung Heische nh) es in der Seele verwurzelt ist! Und da wir alle Juden sind, so tragen wir den Einen Keim der Gemeinschaft in uns, aus dem sie immer wachsen kann und, mit diesem Wunsch will ich schließen, auf dem Boden des Lehrhauses erwachsen wird: das uns Allen gemeinsame Wissen von der Einheit dessen, was auszusprechen unserm Blut eine Scheu eingeboren ist. Aus der Welt deS Judentums. Die Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden veranstaltet ihre Hauptversammlung vom 6.-8. Juni 1926 im Anschluß an die Gesolei (Ausstellung für Gesundheitspflege, Soziale Fürsorge und Leibesübungen) in Düsseldorf. Es sollen folgende Themen zur Behandlung gelangen:

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