Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- III (1926-1927)
- Issue
- 2 (16.4.1926)
- Date
- 1926-04-16
- Page
- [Seite] (sequence 12)
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worden. Die Kinder hatten die steinerne Mquer des geschlossenen Friedhofes überstiegen, um im Frickhof Immergrün für die Kränze zur Aus schmückung der Kirche anläßlich der Konfirmation zu holen. Ein Knabe hatte bei dieser Gelegen heit mutwillig vier Steine umgeworfen und da durch die andern Kinder zu weiteren Zerstörungen angereizt. Die Kinder haben bei der Vernehmung durch den Landjäger erklärt, daß es alter Brauch sei, das Immergrün für die Konfirmation „aus dem, Judenfriedhof" zu holen. Ta keiner der eigentlichen 6 Täter das 14. Lebensjahr erreicht hat, kann nur eine zivilrechtliche Verfolgung der An gelegenheit erfolgen, zu der die Schritte bereits eingeleitet find. Ungefähr der vierte Teil der auf dem altehrwürdigen Friedhof befindlichen Steine ist zerstört. Wir unterlassen es mit ernster Absichtlichkeit, uns über di: schmachvolle Verwüstung des Pflanistlocher Friedhofs zu äußern. Wir erwarten, daß der Lehrer der evangelischen Volksschule und der evangelische yrtsgeistliche zu dieser Angelegenheit Stellung nehmen! Pflaumloch gehört zu den ältesten Judensiedlungen in Württemberg. Die Gemeinde kann auf eine ununterbrochene vierhundertjährige Geschichte zurückblicken. Bereits 1487 werden Pflaumlocher Juden genannt, die in dem Wallersteiner Gebiet unter dem Schutze der Grasen von Oetfingen lebten. Im Jahre 1806 zählte die Gemeinde 48 Familien. Sie ist seitdem unaufhörlich kleiner geworden, sodaß 1899 nur noch 7 jüdische Fami lien dort wohnten. Gegenwärtig wohnt kein Jude im Orte. Talheim. Lehrer Strauß veranstaltete mit seinen Schülern am Sonntag, den 14. März, eine in allen Teilen wohlgelungene Frühlingsfeier, bei der die Knaben und Mädchen der Gemeinde vor einer großen Zuhörerschaft allerlei deklamatorische und gesangliche Darbietungen reizend zum Bortrag brachten. Oberlehrer Müller, der Vorstand der katholischen Schule, sprach dem Kollegen und seiner jugendlichen Künstlerschar de» anerkennenden Dank der Anwesende» aus. , i Otto Hhmann, Stuttgart! ■ Lnsgangoballe Hauptbahnhof Luogangoballc j Fernsprecher 209 91 - Postscheckkonto Stuttgart 2.5 IO1* j Kaffee Butter Thüringer Schokolade j Tee Tier Brauufchweiqer Pralinen j ^akao 8äse Durstwaren Äeks i Deine / Liköre / Deinbrand j «Obst / Südfrüchte / Reifeprovianr j Spezialität: Anrichten feinster kalter Platten WILHELM STERN, STUTTGART GEGR. 1899 - 8 VERKAUFSSTELLEN - OEGR. 1899 ERST KL. TABAKERZEUGNISSE Spezialität hochwertige Qualitäten W. WÄCHTER STUTTGART . Toratraaaa Ir. 2t Talafou S.-t. 25710 Firboroi u.chsm. Waschanstalt RADIKAL-WERK WILHELM NARR * STUTTGART denkbar einfachste und zuverlässigste Konstruktion Radikal-Feuerlöscher Massenhaft glänzend bewährt