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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1926-04-01 · 1 (1.4.1926) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
III (1926-1927)
Issue
1 (1.4.1926)
Date
1926-04-01
Page
[Seite] (sequence 17)
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dentum sei unaufhaltsam dem Kerfall preisgegeben. Es habe auch keine Existenzberechtigung. Das alles sind logische Folgerungen aus einer grundfalschen Prämisse: das Judentum ist kein völkischer Belang, sondern seit der von Mose am Sinai gestifteten Eidgenossenschaft eine religiöse Gemeinschaft. An dem Verfasser sieht man wie die fadenscheinige Ideologie der Rassengläubigen auch die hebräischen Schriftsteller verwirrt. Die feinen geistreichen und gemütvollen Würdigungen zertgenössischer hebräischer Schriftsteller sind Kabinettsstücke treffsicherer Charakterisierungskunst lind gehen glücklich auf das Wesenhaste eines Sokolow, eines Berdiczewsly, eines Bialik ein; schade, daß zu viele kühne sprachliche Neuschöpsungen die Lektüre erschweren. Daß Klatzkin an seine Leser keine geringe Anforderungen stellt, zeigt seine Sammlung Keraim „Aphorismen", in denen der Parteimann als schöpferischer und selbständiger philosophischer Denker zu uns redet. Als solchen schätze ich ihn ein, obgleich er, um in seiner Ausdrucksweise zu sprechen, aus dem Lehrhause Cohenskommt. Das lleine Buch nimmt zu allen wichtigen philosophischen Problemen Stellung; es behandelt das Wesen der Dinge, die Möglichkeit der. Erkenntnis, den Sinn des Lebens, es erörtert den optimistischen und pessimistischen Aspekt der Wahrheit, es zieht Aesthetik und Ethik, Logik, Psychologie und Metaphysik ir den Kreis der Betrachtung und würdigt llug und besonnen die Lösungsversuche von Herallit a l bis Nietzsche — und das alles in einer oft ersta inlichen eleganten hebräischen Ausdrucksform. Wer aber die ganze Ur wüchsigkeit u. kraftvolle Selbstänt igkeit des Philosophen Klatzkin kennen lernen wil, der greife zu seinem im Eschkol-Berlag erschien« neu tiefgründigen Buch Schekiat hachajim „Lebersuntergang", das auch die neuesten Hypothesen u rd geschichtsphilosophischen Meinungen berücksichtigt und neben Bergson eine iu sich gefest gte Lebensphilo sophie darstellt, darum aber ar ch wie diese und alle, die sich um die gleiche Standarte scharen, dem Verdikte Rickerts verfällt: Es ist unmöglich den Geist und das aus chm Geborene: Ethik, Re ligion, Kultur aus biologischen Phänomenen ab zuleiten oder nach biologischen Gesetzen begreif lich zu machen. ‘ Dem gut ausgestatteten Buch ist ein Verzeichnis der hebräischen Wiedergabe philosophischer Kunstausdrücke beigegeben, das die starke sprach bekundet. is auf sein Buch Frankfurter Seschöpferische Begabung Klatzkin > Zum Schlüsse noch ein Hinw Sutot „Kleinigkeiten", das die Paratorthodoxie besonders gereift hat. In einem Feuilleton „Der deutsch-mosaische Glaub'e" wird sie allerdings unzart und wie icb glaube auch ungerecht verspottet. Reiche Ausbeute bietet der Abschnitt „Zwischen „ihm und ihr"' zur Seelenkund der Frau. Voll I! HEILBRONN to ladderf spezial' UdderwcrkfiAllc W. BREITEN BACH Tdepaoa »H k orMMftrtte i* WILHELM SCHRIEB 8Qlmorstr. 41 OPTIKER Moderne Brillen-Optik Photo-Cameras u.Zubehör Vox-Musikapparate u. Platten TaMon 973 Apotheke beim Fleinertor G. Wohlfarth Telefon 309 HcilbfOnn Telefon 309 flllopathisdie, Ho«neopatMsdie Arzneimittel _ . -L—. - - - --. L TH. TREUER * am Markt, Telefon 312 Lebende Fluß) Iu. Must - Gej Prompter Veraaed eao Ische Egel h aaaalrta. ^Modedau S. Sic öteilbronn a. LohtoratraSa 34/M — SSlim Bekannt für nur güte Unerreichte Ausv und Preiswürdig r 'edle SK rstraSa 2S Dualitäten zahl eit I | i!

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