Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- I (1924-1925)
- Issue
- 12 (15.3.1925)
- Date
- 1925-03-15
- Page
- Seite 276 (sequence 6)
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waren. Fremde Schacherjuden durften auf keinen Fall eingebürgert werden. Das Gesetz strebte die Überführung der Juden zum Landbau und zum Handwerk an. Tatsächlich mußte von da an jeder junge Jude einen derartigen Beruf erlernen. Die wohlgemeinten Bemühungen der Regierung waren aber in einer Zeit zur Erfolglosigkeit verurteilt, in der sich die gesamte deutsche Bevölkerung in immer steigendem Maße dem Handel und der Industrie zuwandte. Diese Entwicklung war durch die Absichten der Regierung nicht mehr aufzuhalten. Das Verhältnis der christlichen Mitbürger zu den Juden des Ortes hat sich seit der bürgerlichen Gleichstellung immer freundlicher gestaltet. Das vorbildliche Einvernehmen zwischen den drei Bekenntnissen ist auch durch die politischen Strömungen der Gegenwart nicht gestört worden. Der Weltkrieg hat der Gemeinde harte Opfer auferlegt. Sechs ihrer Söhne sind im Kampfe für das Vaterland gefallen. Die Wirkungen der Nachkriegszeit haben die wirtschaftliche Lage der einst wohlhabenden Gemeinde vollständig zerrüttet. Die Gemeinde Haigerloch hatte noch 1902 das Vermögen der aufgelösten Gemeinde Dettensee geerbt. Der Inflation ist alles zum Opfer gefallen. Die Gemeinde, die heute etwa 210 Seelen zählt, ist völlig verarmt und kaum imstande.! ihren Etat aufzubringen. Möge ein gütige» Geschick der Gemeinde, die noch heute ihr altes Ghetto bewohnt, einen neuen Aufschwung bringen! Lehrer G. Spier-Haigerloch. Keren Kajemet Lejisrael. Vor kurzem versammelten sich in der Nähe Jerusalems die z. Zt. im Heiligen Lande lebenden jüd. Gelehrten, Dichter, Schriftsteller und Künstler, um ihre Berufsgenossen in der ganzen Diaspora zur Mitarbeit an der „geulath haarez“ (Auslösung palästinensischen Bodens) feierlich aufzurufen. Am 2. Tage Chol-Hammoed Peßach soll jeder von ihnen auf seinem Gebiete für diese große Sache tätig sein: durch Wort oder Schrift, Gemälde oder künstlerische Darbietung. In dem Aufruf,der neben vielen anderen Unterzeichnern auch die Namen eines Achad Haam, Agnon, Bialik, Prof. Guttmann, Hermann Struck aufweift, heißt es: „Wir, denen es vergönnt ist, in Erez Israel zu wohnen, sehen mit eigenen Augen, wie Haus um Haus gebaut, Acker auf Acker bestellt wird. Und jüdische Menschen sind es, die pflügen und eggen, säen und pflanzen . . . Seht, welch ein! Schauspiel! Eine Mafseneinwanderung, wie sie > noch nicht da war seit Judäas Untergang. Eine V* Damen- I Kleiderstoffe 1 in unerreichter Auswahl ■ zu vorteilhaften Preisen LORENZ 1 STUTTGART /c n«rlotterstr.9 1 M*1»1 ■ / URB AMSTRASSE c K -3<-=K >o< * T^=X . an Imperial-Gasherde sind erstklassig in Leistung und Ausführung > Doppelsparbrenner verbürgen sparsamsten Gasverbrauch! Bohner & Pfaffmann Marlenstraße 30 cITÄ... ' ■*-«-*- Schuhhaus Feigenheimer _ PauiKermess&[o.,Stult(jarl /fiera Tuchhandlung Paulinenstraße 20’., Ecke Tübingerstraße Allein* V JLjMiy Verkauf Reiche Auswahl in deutschen u.ausländ. Stoffneuheiten V Feinste Schneiderware der Herz-Schuhe * Aeußerste Preise Reelle Bedienung STUTTGART, Friedrichstr. 52 Fachmännische Beratung