Mannheim
Compact Memory

Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1925-02-15 · 11 (15.2.1925) · p. Seite 252

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
I (1924-1925)
Issue
11 (15.2.1925)
Date
1925-02-15
Page
Seite 252 (sequence 26)
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/4904101-5441785-5442894--0341-4904362
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Er gibt sicher wenige Bücher, die ein so ungekünstelter und sachlich so unanfechtbares Bild von dem geben, wa» der christliche Glaube für den evangelischen Christen bedeutet wie ^dieses aus RadeS Vorlesungen heroorgegangene Buch des großen Marburger Theologen. Das Werk, eine Bekenntnisschrist. eine Glaubenslehre, aber keine Religionsphilosophie, soll in drei Teilen erscheinen. Den modernisierten Darstellungen des Wesens des Christentums gegenüber erscheint hier das dogmatische Christentum in seinem kirchlichen Charakter, in dem Gepräge der lutherischen Orthodoxie. Rades Plan ist in den Worten ausgesprochen: „Ich wünschte mir, ein Buch geschaffen zu haben, aus dem Katholiken, Juden und Heiden ersehen können, was wir Evangelischen heute glauben." So entstand ein unentbehrliches Handbuch für jeden, der wirklich wiffen will, was das evangelische Christentum ist. Kennzeichnend ist Rades Stellungnahme zur Wiffenschaft, die in dem Bekenntnis ausklingt (S. 15 f): „Den Gläubigen an sich geht die Wiffenschaft nichts an." Die Frage: WaS ist Wahrheit? wird dahin beantwortet: „Was gilt in der Christenheit, gelten soll und will, dasei Wahrheit!" Dem jüdischen Leser fehlt die 'klare Antwort auf die Frage: WaS ist Religion? Im fehlt die Scheidung von Religion und Konfession. Bor allem aber fehlt ihm die stete Beziehung auf die biblische Urkunde, besonders das Alte Testament. Sogar die Beziehung Jesu in Markus 12" auf das Alte Testament wird (S. 36) übergangen. Die Tatsache, daß Jesus selbst in Lukas 10" die von ihm voll gebilligte Antwort nach dem vornehmsten und größten Gebot dem Pharisäer in den Mund legt, ist der unwiderlegliche Beweis, daß für Jesus die Zusammenfaffung des Gebotes, Gott über alles zu lieben, mit dem Gebote der Nächstenliebe das urechtjüdische und zugleich das eigene Bekenntnis ausdrückte. Trotzdem sucht und findet Rade hier (S. 37) „die originale schöpferische Tat Jesu!" Die innere Vereinheitlichung der beiden Gebote ist, was Rade völlig unbekannt ist, echtpharisäisch, worüber ihn Travers Herford aufgeklärt haben könnte. Auch hier muß die Klage erhoben werden, daß die christlichen Theologen das jüdische Schrifttum sträflich mißachten — ohne es zu kennen. HEILBRONN L r modernes" Heilbronn IBäglicft Eingang lefyter SWode - Neuheiten in u. Konfektion Führende Marken in Korsetten und Büstenhalter wie Fabula, Invisibla, prima Donna, Lillian, Forma, Mode-Korsett 1925. i» Spezialformell' für starke Dam n Reformkorsetten, Kinderleibchen, Damenstriimpfe, seil. U aterkleidung Badeanzüge „Forma“ Stets Biaftaf von Nonhelten! Geschw. Beck Nachf. Heilbronn, Fleinerstrasse 41 nlchst der Kilianekirche G. Bikel, Heilbronn Banschlosseret — Etsenkonstrnktion OegifinOet 1*63 / Telrplion-Nmmnrr 6?3 Fabrikation von Kaffenschränke«, Kassetten, Speiseaufzügen und SchreibmaschtnenschrLnken Bei Einkäufen bitte» wir in erster Linie bi« in der „Gemeinde, zeitnngsich empfehlende« Firmen zu berücksichtigen. 45^7

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.