Mannheim
Compact Memory

Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1925-02-15 · 11 (15.2.1925) · p. Seite 242

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
I (1924-1925)
Issue
11 (15.2.1925)
Date
1925-02-15
Page
Seite 242 (sequence 16)
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/4904101-5441785-5442894--0331-4904352
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

_ 242 _ Inhaber eines Bäckereibetriebes hat der Jubilar unter treuestem Beistand seiner Gattin sei» Geschäft zu hoher Blüte gebracht. Die Gemeinde zeichnete den in großem Ansehen stehenden. stetS bescheidenen und gotteSfürchtigen Mami verschiedentlich durch Übertragung von Ehrenämkkrn aus und bedauerte eS tief, alS daS Ehepaar schon in vorgerücktem Alter seinen Wohnsitz nach Rogasen verlegte. Herr Rabbiner Dr. Dünner, Köln (früher Rogasen) hat es sich nicht nehmen lassen. daS Jubelpaar wie bei der goldenen auch zur diamantenen Hochzeit einzusegnen. Der 86 jährige Bräutigam und die 89 jährige Braut find von seltener geistiger Rührigkeit und körperlicher Frische und werden an ihrem Jubeltage von Kindern. Enkeln und Urenkeln umgeben sein. Martin Buber in Stuttgart. Die zwei Vorträge, die Martin Buber am 9. und 10. Februar, den ersten auf Einladung der Stuttgart-Loge, den zweiten im Rahmen der Kulturabende der Buchhandlung Neef gehalten, haben hier ein außerordentliches Interesse gefunden. Besitzt doch Martin Buber hier seit Jahren eine kleine Gemeinde, die den feinsinnigen Denker wie einen Propheten verehrt und von einer geradezu sehnsüchtigen Erwartung erfüllt war, ihren Führer und Meister von Angesicht zu Angesicht zu schauen und zu hören. Der erste Vortrag über „Das prophetische Wort" fand seine innere Ergänzung und Ausdeutung in dem zweiten. Ist doch die Voraussetzung der Prophetie die Realität, die Wirklichkeit der Religion, die für Buber die Wirkkeit Gottes ist. In seinem zweiten Vortrage über „Die Religion als Wirklichkeit" forderte Buber für die Religion mit leidenschaftlichem Nachdruck die Anerkenntnis ihrer Wirklichkeit. Es ist für den Religiösen unerträglich, daß die Religion nur als eine Fiktion gilt. Die Antwort auf die Frage nach der Wirklichkeit der Religion muß ein bedingungsloses Ja oder Nein sein, nicht ein ausweichendes Als ob. Entweder ist die Religion der Wahrheitsgrund unseres Daseins oder sie hat kein Daseinsrecht. Entweder ist die Religion Totalität oder sie ist nicht. Die Betrachtung der Religion als der Summe von Glauben und Kult ist abzuweisen, denn der Glaube, daß etwas ist, ohne ein wirkliches Verhältnis zum Sein, ist sinnlos. Der Mensch muß aus der bruchstückhasten Wirklichkeit in die geisthafte ganze Wirklichkeit eintreten und darf nicht an ihr vorbeileben und vorbeisterben. Religion ist der Eintritt des Menschen in die ganze Wirklichkeit des Seins, in das Geheimnis des Seins. Dieses Geheimnis ist nicht das noch nicht Erkannte, sondern das Unerkennbare, von dem uns eine Wesenschranke trennt. raue» Q, H/HlENiftSUSfcDEL 4MII/IM fllföäeGIIUli BC/CmEN*TRr muti/r 11445 Ernst Clappier-Bildhauer WepkiUtte för Grabmal-Kunst Femspr. 1947 PragfHedhof Friedhöfatr. 25 gaganObar dam Israelitischen Friedhof 0Willy Q)eetjen TSelefott cS.-31. CBberHardstraße ■25406 cjiuiigart 2o Q)amenpuf) und onfefction lVäschcitiCoerde n Damenwäsche Taschentücher! Einstichen I STOPPE werden | zur Verarbeitung I angenommen. i; HERMANN BELSER Match inemtideerei gegr. 1876 Eberhardstraße 65 nur im I. Stock MÖBEL in großer Auswahl für jeden Stand liefert unter günstigen Zahlungsbedingungen und billigsten Preisen Möbelfabrik Zink Stuttgart Senefelderslraße■ 68 B

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.