Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- I (1924-1925)
- Issue
- 3 (15.6.1924)
- Date
- 1924-06-15
- Page
- Seite 45 (sequence 13)
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Chelm ungehobelte Bretter im Badehäuse verwenden? Nack langer Beratung beschließt man, ungehobelte Bretter zu verwenden, sie aber wenigstens auf der Rückseite zu hobeln. Ein Chelmer wandert nach Lublin. Er ist vom langen Marsche müde, so daß er sich unterwegS schlafen legen muß. Aber die Chelmer sind schlau. Um die Wegerichtung nicht zu verlieren, streckt er die Füße beim Schlafen in der Richtung seines Wanderzieles. Im Schlafe dreht er sich und wandert dann hurtig vorwärts — nach Chelm. Er ist nicht wenig verwundert, daß das erreichte Lublin so ganz und gar seinem geliebten Chelm gleicht. Unterwegs kommt ihm eine Frau entgegen, ganz wie seine Ehehälfte gekleidet, die ihn mit Scheltworten überhäuft. Der Chelmer^ ist platt vor Staunen: „Wüßte ich nicht, dasil ich in Lublin bin, ich würde sie für mein Frauchen halten". ,' Eine besondere Aufgabe des Badchen ist bei der Hochzeit die Verkündung der Hochzeitsgeschenke, bei der die Spender zum Gaudium der Gäste weidlich gehänselt werden. „Meine Herrn, unser Row, er soll leben, schenkt dem Paar einen silbernen Löffel.- Run raten Sie, wie schwer er ist." Man rät 3,4,5Loth. „Mehr, meine Herrn, viel mehr. Vergessen Sie nicht: ein Row tut nur schwer geben". <r b * l'in * % 4 \< t o STUTTGART -MARIENSTRrlO, o r r t. * « } i < s Friedrich Stahl, Stuttgart Buchhandlung Inhaber: H. Beck und G. Dufayel Poststraße 6 - Haus Stahleck - Telefon 23689 * ( GetchäfistleUe der „Freien Bühne“ Oie bitten -bei Sedarf in erster Linie die in der „Gemeindezeitnng" sich empfetilenden firmen zn berücksichtigen. 6