Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- I (1924-1925)
- Issue
- 3 (15.6.1924)
- Date
- 1924-06-15
- Page
- Seite 33 (sequence 1)
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Gemetndeseitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs v« zngspr«lo: «tattlUßltd) »«(KUg«» jährlich 4 «Ottmark «tnjclnummcr 35 «ottpfennlg poI>lU>«Ur-NonIo - 36t 5* «rftctnt jährlich ratntxfknB zwälsrnal Verlag- Israelitische verlagsanstalt S. m. d. ft. Schriftlettung: Stadtrobdiaer vr. irieger, Stuttgart eharioN«ajtraft« 13. Pnjrlgt npr»l»> di« Einspaltig« -/, Kktnjtil« od«r derrn Kanin 30 «ottpfcnnlg fomlltenanjeigtn and kktn« pnz«ig«n di« KI«tnj«U« to eottpj*tmig Rcklam« 130 «Ottmark S«t wicd«rt>olnag«a v«rgt>aft>gnag I. Jahrgang Stuttgart. 15.?um 1524 Nr. Z Die„Semeinöezettnngist an all« Mitglied«« d«r ' ist. Gemeinden von Stuttgart, Cannstatt, Eßlingen, j Göppingen, Heilbronn, Ludwigöbnrg, Ul«. Heidenhet« auf der Post eingewiesen. Bei etwaiger nicht püuttlicher Zustellung reklamier« mau bei den zuständige» Postämtern bezw. Briefträgern. Den Mitglieder« der übrigen ist. Gemeinden, sowett uu< deren Ramen bekannt find, geht die Gemeindezeitnug «nt. Kreuzband zu. In den Bezugsgebühren find di« am l. Juni um 100 °/o erhöhte« Zeitung-- gebühren und ZeituugSzustellgelder inbegriffen. Zusendung der Bezugsgebühren au Postscheckkonto 362 58 Israel. Berlagsanstalt S. m. b. H., Stuttgart erbeten. Amtliche Bekanntmachungen. Israelitisches Vorsteheramt Stuttgart. Der Vorsitzende des Israelitischen Gemeindevorsteheramts, Artur Essinger, ist täglich vorm. 9 Uhr im Gemeindehaus, Hospitalstr. 36, zu sprechen. Die Sitzungen des Vorsteheramts sind bis auf weiteres auf Mittwoch abends 8 Uhr anberaumt. Den neugewahlten Vertretern der israel. Religionsgemeinschaft zum Gruß! Die Wahlen zur Landestagung und zu den Vorsteherämtern auf Grund der neuen Verfassung sind glücklich beendet. Die da und dort während deS Wahlkampfes hochgehenden Leidenschaften sind abgeebbt. Eine ruhige Nachdenklichkeit ist an ihre Stelle getreten und wertet Sieg und Niederlage. Wenn es je von einem Kampfe j gegolten, daß er nicht Selbstzweck, sondern daß > der Friede sein Endziel gewesen, so gilt es von > diesem. Es war ja kein Kampf um Personen und | Parteien, sondern um Ideen und Ideale, kein i Streit um sachliche Vorteile, sondern um geistige Werte. Darum dürfen sich Sieger und Besiegte versöhnt die Hand reichen: Denn im Kampf der Ideen gibt es keine Unterlegenen. Jetzt gilt es, alle Verbitterung abzuwehren. Vergangenes zu vergeben und zu vergessen und dem Einenden und Versöhnenden wieder zu seinem heiligen Vorrecht zu verhelfen. Es ist ja ein besonderer Vorzug der neuen Verfassung, daß sie das Nurpersönliche tunlichst einengt und das Überparteiliche kraftvoll betont. „Die Mitglieder des Vorsteheramtes und die Abgeordneten der Landesversammlung sind Ver- > treter der gesamten Religionsgemeinde und an keinerlei Weisungen und Aufträge gebunden ' (§§30,85)." Damit stellt die Verfassung die Gewählten über die Partej.und den Tagesstreit. Wenn die Gewählten mit diesem Leitgedanken der Verfassung die Mahnung des Schriftwortes verbinden: „Ein jeder bei seiner Fahne, bei den , Zeichen ihrer Stammhäuser, so sollen die Kinder Israels ringsum mit dem Blick auf das Stistszelt lagern (4. Buch Mose 2.,)", dann haben sie die rechte Einstellung gewonnen. ^Halte ein jeder treu zu seiner Überzeugung; achte ein jever die Überlieferung der Väter; vor allem aber verliere keiner das einende Heiligtum die gemeinsame religiöse Überzeugung, aus den Augen! Es gilt für die Gewählten ernste Aufbauarbeit zu leisten. Das erhöht den Ernst ihrer Ausgabe. Die Verfallzeichen des religiösen Rückgangs äußern sich überall: Die Teilnahme am sozialen und gottesdienstlichen Leben der Gemeinden hat in erschreckender Weise nachgelassen; der Religionsunterricht bedarf einer straffen Neuorganisation; die Wohlfahrtsvereine verlangen fast ausnahmslos eine Umstellung und Neufundierung. Dazu gibt es keine einzige Gemeinde, die nicht schwerste Einbuße an ihrer „Substanz" durch die Krisis der Nachkriegszeit erlitten hat. Hier kann nur ehrliche Arbeit, treues Wollen und echte Religiosität Abhilfe schaffen. Die Gemeinden erwarten dieses EnreuerungSwerk von den Erwählten. Möge keiner versagen, damit nicht die Gesamtheit unheilbaren Schaden erleide! Der strenge Ernst der zu lösenden Aufgaben muß die Tatkraft der neuen Vertreter zur Höchstleistung steigern. Tue jeder sein Bestes! Gehe jeder seiner Gemeinde als edles Vorbild voran! Nehme jeder ehrlich Anteil an der Neubegründung der religiösen und sozialen Lebens der Gemeinde! Zeige jeder, daß sein Ehrenamt eine