Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Rheinpfalz
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Rheinpfalz
- Volume
- 2 (1938 - 1939)
- Issue
- 3 (1.11.1938)
- Date
- 1938-11-01
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 : * . . * JÜDISCHES GEMEINDEBLATT FÜR DAS GEBIET DER RHEINPFALZ Nr. 3 Neustadt Weinstraße. Auflösung der jud. Sonderklasse. Die jüd. Sonderklasse Neustadt wird mit Wirkung vom 1. Nov. an aufgehoben. Die Schüler haben ordnungsgemäß die jüd. Schule in Speyer oder die jüd. Sonderklasse in Ludwigshafen zu besuchen. Zuletzt besuchten noch 7 Kinder die Sonderklasse. Goldene Hochzeit. Am Schabbos Chol Hamoed Sukkot feierten Herr Isak Mayer, derzeitiger 2. Vorstand der Kultusgemeinde und seine Gattin Lina geb. Mayer in voller körperlicher und geistiger Rüstigkeit unter inniger Anteilnahme der ganzen Gemeinde das Jubelfest der gol« denen 1 lochzeit. Bei dem dieserhalb stattgefundenen Festgottesdienst gedachten Herr Vorstand Gustav Weil und Kantor Rödelsheimer der bleibenden Verdienste des allseits verehrten und geschätzten' Jubilars. Erstcrer der beiden Redner wies hin auf die unermüd» liehe und treue Mitarbeit dieses langjährigen Vertreters unserer Gemeindeverwaltung iund - auf dessen aufopfernde Tätigkeit als Mitglied der Chewra Kadischa — der heiligen Bruderschaft in der Betreuung der Toten — dann erwähnte Herr Weil in begeisterten Worten den bewährten Rat und die schlichte Pflichttreue des Jubilars und dankte demselben im Namen der Gemeinde für sein selbstloses Wirken. Kantor Rödelsheimer wiederum pries in wjrmcn Worten das überaus innige Familienleben des Jubelpaares, dessen beispielloser Fleiß und unermüdliches Schaffen einzig und allein ,dcm Wohle der Kinder und Enkel gewidmet war. Der Redner bezeichnete das überaus segensreiche Wirken dieses allezeit so selbstlosen Ehepaares als ein Muster tadelloser Lebensführung, unbeugsamer Rechtschaffenheit, ged:egener Demut und Einfachheit, nie rastender Emsigkeit und Arbeitsfreude. Ein Neffe, Herr Werner Mayer, Landau, gab durch sein meisterhaftes Orgelspiel und der Vorlesung der Thora den Gefühlen wärmsten Dankes beredten Ausdruck. Möge dem geschätzten Jubelpaare noch eine lange Reihe von Jahren an Gesundheit und Zufriedenheit beschieden sein, die ihm zu feiern vergönnt sind im Kreise der geliebten Kinder u. Enkel. Auswanderung von Herrn Gustav Weil. Wieder droht unserer ohnehin so klein gewordenen Ge* meinde ein überaus schmerzlicher Verlust durch die Auswanderung ihres ersten Herrn Vorstandes Gustav Weil, der am 1. November mit seiner Gattin zu seinen Kindern nach USA verzieht. In den vielen Jahren seiner Mitgliedschaft zur Kultusverwaltung und ins* besonders auch seit seiner vorjährigen ehrenvollen Berufung als) 1. Vorstand hat Herr Weil eine überaus segensreiche Tätigkeit entfaltet. Reiches Wissen, vielseitiges Können, unermüdliche Schaf» fenskraft und warmherziges Menschentum bezeichnen den Lebens* gattg dieser für ihr verantwortungsvolles Amt so vorzüglich ge» eigneten Persönlichkeit In nie rastender Opferwilligkeit versah 1 lerr Weil neben den vielen Anforderungen des Berufes und des nicht immer gar so leichten Amtes noch die Obliegenheiten im Dienste edler Nächstenliebe, Winterhilfe und Armenpflege, in stets mustergültiger und unanfechtbarer, dabei von tiefem Mitgefühl beseelter Weise; während er seinen Beamten ein stets treuer Berater und väterlicher Freund war. Mit tiefstem Bedauern sehen wir darum diesen überaus trefflichen Führer unserer Gemeinde, deren Wohl ihm ja allezeit so sehr am Herzen lag, von hinnen ziehen und möchten wir unseren tiefgefühltesten Dank in dem innigen Segenswünsche beredten Ausdruck geben: Möge der Allgütige den Scheidenden die Frucht ihrer gesegneten Saat in einend von Glück und Frieden rcichcrfüllten Lebensabend aufgehen lassen, daß sie Auswanderer denkt an unsere Armen I noch recht lange im Kreise der geliebten Kinder in froher Art und sonniger Weise durch Gottes Gnade verbringen dürfen; mögen sie uns nicht vergessen wie wir ihr Andenken stets in bestem Qt4 dächtnis halten wollen! Geburtsanzeige. Herrn Hugo Kaminka und Frau Hanni (Tochter des Herrn Ferdinand Kern hier), in Johannesburg (Südafrika) wohnend, eine Tochter Sonja Henriette. Aus Speyer. Die Verwaltung des Isr. Altersheims dankt allen Angeboten von Tischen und Stühlen. Der Bedarf ist jetzt gedeckt. Es wird gebeten von weiteren Angeboten abzusehen. Besonders herzlichen Dank namens der Insassen unserer An' stalt den verschiedenen Weinhandelsfirmen in Landau und Bö** chingen für die freundlichen Spenden von Wein zu den hohen Feiertagen. S. Marx, 1. Vorsitzender. Aus Lachen. 95. Geburtstag. Am 5. November begeht Frau Jettchen Freund" lieh ihren 95. Geburtstag. Wir wünschen der Jubilarin einen son» nigen Lebensabend in Gesundheit und Frische rwt nntw nxo t; Rabbinatsbezirk Kaiserslautern Bewegung des Rabbinatsbezirks: Sterbefälle: 8S Okt.: Fräulein Sara Frank aus Kaiserslautern, 76 Jahre. Frau Philippine Seligmann aus Thallichtenberg b. Kusel, 84 J. Auswanderung: Nach USA: Herr Leo und Paul Sonnheim aus Neuhemsbach (Söhne von Herrn Josef Sonnheim); Herr und Frau Fritz Schwarz mit zwei Söhnen Erich und Manfred aus Kirchheimbolanden; Herr und Frau Jakob Schwarz aus Rockenhausen; Fräulein Irma und Ruth Frank aus Odenbach (Töchter von Herrn Ludwig Frank). Nach Afrika: Herr und Frau Josef Berg aus Kaiserslautern. Wegzug. Frau Rosa Berg aus Rockenhausen nach Mannheim. / xFrau Babette Weiß aus Rockenhausen nach Neustadt (Altersh.) Aus Kusel. Der Gottesdienst an Neujahrsfest und Versöhnungstag in der hiesigen Synagoge war von hier und den dazugehörenden aus» wärtigen Gemcindemitgliedern sehr gut besucht. Der Gottesdienst selbst war feierlich und erbauend. Die Vorträge des Herrn J. Loeser aus Mainz waren in jeder Hinsicht zufriedenstellend. -Man fühlte sich unwillkürlich in vergangene Zeiten zurückversetzt, ab Herr Loeser die alten Weisen seines verstorbenen Vaters, Herrn M. Loeser, der nahezu ein Menschenalter als Vorbeter hier amtierte, erklingen liclS.' Ein Teil der Gebete trug Herr Max Sender aus .Konken vor, der schon sehr oft sich der Gemeinde als Vorbeter ehrenamtlich zur Verfügung stellte. Schotargeblasen wurde von Herrn R. Steiner aus Kusel. Persönliche Nachrichten. Für jüdischen Haushalt (2 Personen) junges, jüdisches Mädchen bei guter Behandlung und entsprechendem Lohn gesucht. Ko chen ist nicht erforderlich, doch ist Gelegenheit geboten, die v Küche perfekt zu erlernen. Angeb. an Frau Wera Hoffstadt, Kaiserslautern, Karcherstr. 8. Kalender und Gottesdienste in der Synagoge zu 18. 19. 4. Nov.: Schabbath'EingAni 5. Nov.: Morgens (Lech L'cha) Minchah Ausgang 11. Nov.: Schabbath'Eingang 12. Nov.: Morgens (Wajera) Minchah Ausgang Nov.: Schabbath'Eingang Nov.: Morgens (Chaje Sarah) Minchah Neumondsweihe Ausgang 24. Nov.: Rosch Chodcsch Kislev 25. Nov.: Schabbath'Eingang 26. Nov.: Morgens (Toldotn) » Minchah Ausgang 2. Dez.: Schabbath'Eingang 3. Dez.: Morgens (Wajezej » Minchah Ausgang Zeichenerklärung: A » Ansprache; Landau Pirmasens Ludwigs» haten Kaisers« lautern Speyer 16.45 17.00 16.45 17.00 17.00 9.00 9.00 S 9.00 9.00 9.00 15.30 17.15 L 15.30 17.40 17.40 17.40 17.45 17.40 16.30 , 16.45 16.45 16.45 17.00 9.00 9.00 S 9.00 9.00 9.00 15.30 17.05 L 15.30 17.30 17.30 17.30 17.35 17.30 16.30 16.30 16.30 16.45 16.30 9.00 9.00 P 9.00 9.00 9.00 B 15.30 16.30 Jg 15.30 17.25 17.20 17.25 17.25 17.20 16.30 16.30 16.30 16.30 16.30 9.00 9.00 S 9.00 ,9.00 9.00 15.30 16.50 L 15.30 v*7 17.20 17.15 17.20 17.20 17.15 16.30 16.30 16.30 16.30 16.30 9.00 9.00 S 9.00 9.00 9.00 15.30 16.45 L 15.30 17.15 ' 17.10 17.15 17.15 17.10 B ' Barmizwah; Jg * Jugendgottesdienst; L ' Lehr vor trag; P * Gottesdienste an Werktagen: Landau: Morgens 7.15 Uhr (an Sonn» tagen 8 Uhr) am Neumond u. auf besondere Anordnung; abends 18.00 Uhr. Pirmasens: Morgens 7.30 Uhr (an Sonn» tagen 8.30 Uhr) auf besond. Anordnung; abends regelm. 18.30 Uhr in der Synagoge. Ludwigshafen: Morgens 7.00 Uhr (an Sonn« tagen 8.00 Uhr), abends 18.30 Kaiserslautern: Gottesdienste finden nur auf besond. Anordnung hin statt. Die Bezirksrabbinate Lindau Pirmasens, Lad» wigshafen, Kaiserslautern. Predigt; S * Schrifterklärung. Druck: Heinrich Wildmann, Philippsburg/Baden.