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Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Rheinpfalz · 1938-10-01 · 2 (1.10.1938) · p. Seite 8

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Rheinpfalz
Volume
2 (1938 - 1939)
Issue
2 (1.10.1938)
Date
1938-10-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 JÜDISCHES GEMEINDEBLATT FÜR DAS GEBIET DER RHEINPFALZ Nr. 2 kendc und'tröstende Worte. Er bejaht die jüdische Wanderung, die Diaspora — denn' sie habe uns an die 2000 'Jahre in Leiden und Freuden getragen — und stellt fest, daß der Hang und die Sehnsucht, die geheiligten Güter unserer Tradition immer tiefer und grundlicher kennen ZU lernen, ein Kennzeichen unserer Tage geworden ist. Nach dieser einleitenden Ansprache berichtet der Rab' binatsrechner Herr Synagogenrat Kälbermann»Ludwigshafen über die finanzielle Lage des Rabbinatsbezirks und bringt die Rabbinats* rechnung bis 1. September 1938 zum Vortrage. Auf Grund des von Herrn Synagogenrat Strauß« Ludwigshafen erstatteten schritt» liehen Revisionsberichtes wird die Rechnung von der Versammlung genehmigt. Der Vorsitzende übermittelt Herrn Kälbermann für seine sorgfältige und ehrenamtliche Arbeit im Dienste des Rab« binatshezirks herzlichen Dank. Die mißliche finanzielle Lage der Gemeinden äußert sich auch im Rabbinatsbezirk, so daß es der Rabbinatskasse immer schwerer fällt, ihren Verpflichtungen nach« zukommen. Eine eingehende ernste Aussprache knüpft sich des« halb an den Kassenbericht, an der sich der Vorsitzende Strauß, Professor Koburgex, Kommerzienrat Joseph, Gustav Weil, Leo I. oeb, Landgerichtsrat Dr. Rosenberg, Rabbinatsrechner Kälbcrmann, Studienrat We t z 1 e r, und Synagogenrat Nathan Straub beteiligen. Schließlich wird dem Antrage des Herrn Dr. Rosenberg zufolge eine Kommission gewählt — bestehend aus den Herten Vorsitzender Ludwig Strauß, Bad Dürkheim, Professor Koburger, Ludwigshafen und Gustav Weil, Neustadt — welche die Gehaltstage des Herrn Bezirks»Rabbiners Dr. Steckelmacher regeln soll — möglichst einheitlich mit dem Gehalte der übrigen 3 pfäl« zischen Bczirks'Rabbincr. — Wegen Wegzug legt Herr Kälbermann das Rcchncramt nieder. Mit lebhaftem Bedauern sieht die Ver» Sammlung diesen trefflichen Mann scheiden. Als Nachfolger wird Herr Studienrat Wetzler gewählt. — Ucber den Rabbinats*Wohl» t.itigkcits'Fond referiert Herr Srudicnrat Wetzler. Die beschei' .denen Mittel des Fonds sind seither jungen Menschen in ihrer schulischen und beruflichen Ausbildung zu gute gekommen. Eine Stärkung dieses Fonds wäre deshalb sehr zu begrüßen. Der Vor* sitzende unterstützt dankend die dicsbezügl. Anregung des Herrn Studienrats Wctzler. Die würdig verlaufene Versammlung wird nach 21 stühdiger Dauer vom Herrn Vorsitzenden mit Dankes« worten an alle Erschienenea geschlossen. Herr Professor Syna« gogenvorstand Koburger«Ludwigshafen übermittelt dem Vorsit« zenden Ludwig Strauß für seine gewandte und umsichtige Leitung der Verhandlungen die dankende Anerkennung der Versammlung-. Bericht über die Kommissionssitzung des Rabbinatsbezirks Bad Dürkheim > Ludwigshafen am 8. September 1938 im Gemeindezimmer der Svnagoge Neustadt Weinstraße. * 'Der Vorsitzende des Rabbinatsbezirks, Ludwig Strauß Bad Dürkheim eröffnete die vollzählig besuchte Sitzung und gibt seiner Befriedigung Ausdruck, daß die sämtlichen vier pfälzischen Rab« binatsbezirke vertreten seien. Vom Bezirk Dürkheim«Ludwigshafen sind anwesend neben dem Vorsitzenden Strauß die Herren Gustav Weil'Neustadt, Nathan Strauß und Rabbinatsrechner Wetzler, Lud« wigshafen — vom Bezirk Landau: Vorstand Artur Schwarz und Verbandsvorsitzender Korn.«Rat Albert Joseph, Landau — vom Be» zirk Kaiserslautern: Justizrat Dr. L. Blüthe und vom Bezirk Pinna« sens: Synagogenrat Karl Kahn. Der Vorsitzende tritt nach der Begrüßung sofort in die Tagesordnung ein, referiert über die am 31. August jüngsthin stattgefundene Rabbinatsversammlung in Bad Dürkheim und 'präzisiert die Aufgabe der an dieser Versammlung gewählten Kommission dahin: Die Gehaltsfrage des Bez. Rabb. Dr. Stcckelmacher endgültig zu regeln — möglichst einheitlich mit dem Gehalte der 3 übrigen pfälz. Rabbiner. Eine rege Aussprache, an der sich sämtliche Anwesende beteiligten, folgte dem einleitenden Referate. Eine Einigung, durch welche die Rabbinatsumlagen der einzelnen Gemeinden gemindert werden konnten, wurde erzielt. Die drei übrigen Rabbinatsbezirke werden, der Not der Zeit gehör« chend, diese Entlastung gleichfalls durchführen. Die Kommission forderte, daß der bayerische Verband sobald wie möglich eine Re« vision der Gehälter sämtlicher, Kultusbeamten — Rabbiner, Lehrer, KaYitorcn — insbesondere der höheren Gehaltsbezüge vornehme. Mit Worten des Dankes an alle Erschienenen für das .bekundete rege Interesse schloß der Vorsitzende die 1' i> stündige Sitzung. Sie wurde von einem Beamten des Polizeiamtes Neustadt überwacht. Strauß«Bad Dürkheim. Bewegung des Rabbinatsbezirks: Barmizwah: , 8. Okt.: Alfred Bergmann, Sohn des Herrn Leo Bergmann, v. d. Tannstraße 24. ', 1' ' Sterbefälle: 11.' Sept.: Frau Clementinc Mann geb. Marum, Ludwigshafen, Bismarckstr. 871 84 Jahre. 14. Sept.: I Icrr Ernst Mayer, Speyer, Maximilianstr. 89, '67 J. Austritt: Selma Löser aus Ludwigshafen, Schützenstraße 32. \ Aus den Gemeinden. Aus Ludwigshafen. Mitteilung des Synagogenrats. Bekanntmachung. Es wird dringend ersucht, daß Zuzüge, Weg« züge (auch Auswanderungen), ferner Umzüge beim Gemeindese» kretariat Zollhofstr. 11, II. Obergeschoß, sofort mitgeteilt werden. Ludwigshafen Rh., 15. Sept. 1938. Der Synagogenrat. Ablösung an Stelle von Dankeskarten und Spenden. Es spendete: \ Herr Ferdinand Mann anläßlich des Ablebens seiner Gattin. Dem Spender wird herzlichst gedankt. 70. Geburtstag. Am 24. September beging Frau Frieda Klee, Prinzregentenstr. 33 ihren 70. Geburtstag. Wir wünschen der Jubilarin einen sonnigen Lebensabend in Gesundheit und Frische D^HS/'^ ~l> Aus Speyer. Am 6. Oktober begeht Herr Albert Mayer, Hauptstraße 66, seinen 75. Geburtstag. Wir wünschen dem Jubilar noch viele Jahre in Gesundheit und Frische fj^ü' "i> Aus Bad Dürkheim. Die Auswanderung, der Auflösungsprozeß unserer Gemeinde stehen im Vordergrunde. Vor ihnen treten alle anderen Vorkomm« nisse zurück. — Vor einigen Tagen ist das Ehepaar Eugen Kehr und Frau Lena geb. Jonas, früher in Kaiserslautern wohnhaft, zu seinen Kindern nach Palästina, das Ehepaar Sem Simon zu seinen Kindern nach England (Manchester) ausgewandert. Gleich nach Rosch haschonoh werden Emil Simon und Frau nach Mannheim übersiedeln, während ihre Mutter Witwe Karoline Simon bis zu ihrer Aüswanderung nach Johannesburg (Südafrika) im Altersheim Neustadt Aufnahme finden wird. Ihnen folgt das Ehepaar Edgar Jonas mit Kindern, das am Tage nach Jörn Kippur ebenfalls nach Mannheim verzieht. — Unsere besten Wünsche und unser Dank begleiten sämtliche Scheidenden, insbesondere die Familie Edgar Jonas. Seit der letzten Synagogenratswahl am 16. Okt. 1934 gehörte Herr Edgar Jonas unserm Synagogenrate an und ihm oblag u. a. die Aufsicht und die Sorge um unsern Friedhot in Wachenheim und der Verkehr mit den Behörden (Bezirksamt, Finanzamt, Steuereinnehmerei usw.). Frau Edgar Jonas war seither 1. Vorsitzende unseres Frauenvereins, dessen wohltätiges Wirken genugsam bekannt ist. Ganz besonders für unsere Winterhilfe bedeutet der Wegzug der Beiden einen empfindlichen Verlust. Synagogenrat Jonas führte das Rechnungswesen der Winterhilfe und unterhielt den Verkehr mit den Spendern und Betreuten un« serer sieben Pilialgemeinden. Es wird schwer fallen, die Lücke zu schließen. Auf die Hilfsbereitschaft der Hierbleibenden muß mehr wie je gerechnet werden. Ludwig Strauß. Rabbinatsbezirk Kaiserslautern Bewegung des Rabbinatsbezirks: Vermählung. 5. Sept.: Herr Jacob Roelen, Rockenhausen mit Helene Roth« ler, Geinsheim. Sterbefälle: 1. Sept.: Frau Be^ta Nohlen geb. Berg, Rockenhausen, 78 J. 14. Sept.: Herr Adolf Berg, Kaiserslautern, 85 Jahre. 18. Sept.: Herr Herbert Levi, Rockenhausen, 20 Jahre. 23. Sept.: Herr Isaak Straß, Kaiserslautern (verst. in B.'Baden), 63 Jahre . Auswanderung: Nach Frankreich: Herr Ludwig Götz; Nach Holland: Herr Heinz Mayer; » Nach USA: Adolf Lazar und Frau; Julius Levie und Frau; Leo Straß, Frau und Kind; Ludwig Becker und Frau, sämtliche aus Kaiserslautern. Herr Eugen Weiß und Frau aus Obermoschel. Fräulein Henny Borg, Tochter der Eheleute Adolf Bor, Kusel. Wegzug. Nach Köln: Fräulein «Sara Frank aus Kaiserslautern. Aus Kaiserslautern. Abschied von Herrn Kantor Kornfeld. , Mitte August hat Herr Kornfeld mit Frau und Kind Kaisers« lautern verlassen, um in den Vereinigten Staaten eine neue Heimat zu suchen. Mehr als 7 Jahre war er Kantor und Lehrer der Kultus« gemeinde Kaiserslautern. Begabt mit einer herrlichen, wohlausge« bildeten Stimme, vertraut mit den Vorschriften unserer Lehre und riet durchdrungen von Gottesglauben hat er es verstanden, den Gottesdienst zu einer Erhebung zu gestalten. Sein reiches Wissen befähigte ihn, seinen Schülern Lehrer in des Wortes bester Bedeu« hing zu sein.. Mit tiefem Bedauern sah ihn seine Gemeinde scheiden und wünscht ihm und seiner Familie reiches Glück. Kusel. In der hiesigen Synagoge findet an den diesjährigen hohen Feiertagen Gottesdienst statt. — Den Vorbeterdienst versieht Herr J. Loeser aus Mainz. " Aus Obermoschel. (Abschied.) Bei unserer Auswanderung nach USA sagen wir allen Freunden und Bekannten ein herzliches Lebewohl, verbunden mit den besten Wünschen für die Zukunft. Eugen und Alice Weiß. Druck: Heinrich Wild mann, PhlUppsburg/Baden.

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