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Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Rheinpfalz · 1938-08-01 · 12 (1.8.1938) · p. Seite 7

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Rheinpfalz
Volume
1 (1937 - 1938)
Issue
12 (1.8.1938)
Date
1938-08-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 12 JÜDISCHES GEMEINDEBLATT FÜR DAS GEBIET DER RHEINPFALZ Seite 7 HILFSVEREIN DER JUDEN IN DEUTSCHLAND e. V. Jüdisch« Auswanderung Ausgabe Sommer 1938 Nordamerika / Cuba / Philippinen || Preis: RM. 1.50 (zuzügl. 40 Pfg. Porto). Eine unentbehrliche Informationsquelle! Zu beziehen durch den Hilfsverein der Juden in Deutschland :;:|: e. V., -Berlin W 35, Ludendorffstr. 20, Postscheck 16312. sowie durch alle Beratungsstellen des Hilfsvereins und durch samtliche jüdischen Buchhandlungen. Israelitische Zentralwohlfahrtsstellc. Die Zentralwohlfahrtsstellc hielt am 9. Juli 1938 eine Sitzung ab. Die Kasse war vorher von zwei Herren geprüft und in Ordnung befunden worden. Ucber alle Betreuten wurde gesprochen. Jedoch mußten leider infolge der vielen Ab« und Auswanderungen und anderer Gründe einige Abstriche an den Sätzen vorgenommen werden. Es wurde der Wunsch zum Ausdruck gebracht, daß jedett Mitglied seinen Beitrag überprüfen soll, um festzustellen, ob der den Vermögensverhältnissen entsprechende Beitrag geleistet und damit eine der wichtigsten Pflichten des Judentums erfüllt wird. Bilder im Gemeindesaal. Durch die Initiative des Gemeindevorsitzenden und unter tatkräftiger Mitwirkung unseres „Gemeindefotograten", Herrn AI' fred Scharff, dessen großes Können auf diesem Gebiet wir schon des öfteren bewundern durften, wurde der Gemeindesaal mit Foto« grafien dreier in Landau früher amtierender Bezirksrabbiner, aller früherer Gemeindevorstände (1860—1934) und pensionierter Be« amten der Gemeinde, ferner Bilder früherer Chewra Kadischa und Synagogenchor» Vorstände, sowie noch mit einigen Bildern gc schmückt, ''die das Gemeinde« und allgemein jüdische Leben be» treffen. Private Zählung der Gemeindemitglieder. IMach einer privaten Zählung hatte die isr. Kultusgemeinde Landau einschließlich Arzheim am 1. Juli 1938 eine Mitgliederzahl von 341 Seelen (am 1. Oktober 1937 « 396 Seelen). Zionistische« Ortsverband Landau/Pfalz. > Am 18. Juli sprach Herr Rabbiner Dr. Rothschild, Saarbrücken im Gemeindesaal über das Thema: „Jüdische Sorge und Hoffnung". Der Redner, der sich in erfreulicher Weise wieder einmal zu einem Vortrag erboten hatte, vermochte zwar kein Rezept zu geben — und dies wird auch niemand erwartet haben — wie wir heute unsere Sorgen bannen und den jüdischen Menschen wieder neue Hoffnung vermitteln können. Sein Referat zeigte vielmehr in sehr ausführ« licher Weise die Quellen auf, aus denen unsere Vorväter in ähn» liehen Situationen ihre Gegenwartssorgen überwunden und aus denen sie neue und starke Hoffnungen für ihr ebenfalls mit großen Sorgen erfülltes' Leben gewonnen haben. * Der Vortrag, der einen besseren Besuch verdient hätte, ver« mittclte allen Zuhörern zwar keine Hoffnungen in ihren Sorgen, aber [Wege, um ihre seelische Not zu meistern und Kräfte zu gewinnen, die zu neuem Aufbau führen, der im nationalen Leben unseres Volkes sein Ziel hat. 89. Geburtstag. Am 19. Juli feierte Frau Emma Rosenberg, die vor kurzem mit ihrem Gatten das Fest der diamantenen Hochzeit beging und erst vor wenigen Tagen wieder von schwerer' Krankheit genesen ist, ihren 89. Geburtstag. Wir wünschen der Jubilarin noch viele Jahre des Lebens in voller Rüstigkeit rw D^ln näo t; . Aus Leimersheim. Am 7. Juli verschied/ nach kurzem Krankenlager im gesegneten Allter von 78 Jahren der Vorbeter und Religionslehrer der Ge» meinde, Herr Robert Behr. Nicht nur für die Familie, .sondern für die ganze Gemeinde ist der Heimgang dieses Greises ein un* ersetzlicher Verlust. Fast überraschend ist dieser Schicksalsschlag gekommen. Denn wer hätte diesem rüstuun Mann angesehen, der noch immer, jeden Schabbos und Feiertag, die klein gewordene Gemeinde zum Gebet zusammenführte, der als Laie in geradezu bewundernswerter pädagogischer Geschicklichkeit die wenigen Schulkinder in der Religionslehre unterrichtete, daß er so bald von uns genommen werden würde? Er hat sich durch seine Güte, seine Klugheit und sein bescheidenes Wesen die Achtung seiner Ge« meindemitgtieder und die Liebe der von ihm unterrichteten Kinder erworben. Die Dankbarkeit der Gemeinde für sein Wirken aber ragt noch über das Grab hinaus und wird dem Heimgegangenen, dessen Andenken zum Segen ist, immer bewahrt werden. JÜDISCHES KAFFEE im Gemeindesaal, Schütxengassc 4 Es werden empfohlen: Ia Kaffce.-tgut gekühlte Biere und Weine und Mine« ralwasser. — EU — Törtchen. Persönliche Nachrichten. Zwei leere Zimmer mit Kochgelegenheit zu mieten gesucht. Angebote (wollen an das Bezirksrabbinat gerichtet werden. Gesucht für Anfang Oktober ein schönes gut möbliertes Zimmer mit voller gut bürgerlicher Verpflegung. Schriftliche Angebote erbeten an Jos- Siegel, Adolf Hitlerstr. 19. Rabbinatsbezirk Pirmasens Bewegung des Rabbinatsbezirks: Geburt: 7. Juli: Willi Kahn, Sohn des Herrn Rupprecht Samuel Kahn und seiner Ehefrau Ilse geb. Weinstein in Pirmasens. Barmizwah: 3. Sept.: Martin Neilhaus, Sohn des Bezirksrabbiners Dr. Neil« haus und seiner Ehefrau Minna geb. Scheycr, in Pirmasens. Sterbefälle: 2. Juli: Herr Theodor Rubel, 54 Jahre, in Pirmasens. 5. Juli: Wwe. Emma Boß geb. Bolack, in Pirmasens, 73 Jahre. 13. Juli: Herr Julius Katz in Dahn. 69 Jahre. Wegzug: Nach Mannheim: Herr Gustav Marienthal und Frau aus Pirmasens. Nach Frankfurt a. M.: Familie Ernst Mayer aus Pirmasens. Auswanderung: Nach Frankreich: Familie Artur Wolff, Herr Alfons Bendel und Frau aus Pirmasens. Nach USA: Herr Erich Levy und Herr Albert Schwarz aus Pirmasens; Geschwister Moses, Töchter des Herrn Isidor Moses aus Zweibrücken; Geschwister Liesel und Wilhelm Katz, Kinder des Herrn Josef Katz aus Dahn. Nach Kolumbien: Familie Moses Jena aus Pirmasens. ■ Für Vollständigkeit der Berichterstattung besonders über Weg' zug und Auswanderung von Familien und Einzelpersonen ,aiu> dem Rabbinatsbezirk kann keine Gewähr geleistet werden. Aus den Gemeinden. Pirmasens. (Abschiedsfeier.)' Am Samstag, den 16. Juli, weilten liebe und allgemein geschätzte Gemeindegenossen zum letzten Male vor ihrer Auswanderung nach Frankreich in unserem Gotteshausc, Herr Alfons Bendel" und Frau Rosine geb. Wolff und Herr Artur Wolff und Frau Grete geb. Trier. Im Auftrage des Synagogenrats, sowie im Namen der Chewra Kadischa und des Isr. Frauenvereins sprach Herr Bezirksrabbiner Dr. Neilhaus Herrn und Frau Wolff den aufrichtigsten Dank für die der Gemeinde viele Jahre hindurch geleisteten wertvollen Dienste aus. Daran schloß sich ein Gebet, in welchem die Gemeinde den beiden aus ihrer Mitte scheidenden Familien die herzlichsten Wünsche für deren Ergchen und für den Aufbau eines neuen-Daseins übermittelte. Der Synagogenrat Pirmasens 'fühlt sich veranlaßt, obengenann« ten wertvollen Mitgliedern der hiesigen isr. Kultusgcmcinde bei ihrer Ausreise für all das, was sie der Gemeinde geleistet haben, auch auf diesem Wege herzlich zu danken. Insbesondere gebührt dieser Dank Frau Rosine Bendel, die jahrelang in der Vorstand« scha/t des isr. Frauenvereins vorbildlich wirkte. Das Gleiche gilt für Frau Grete Wolff; auch sie hat jederzeit hilfreich eingegriffen, j In Herrn Artur Wolff verliert der Synagögcnrat eiricn seit Jahren sehr bewährten, treuen Mitarbeiter, dessen Ausscheiden eine große Lücke hinterläßt. Wir wünschen den beiden Familien viel Glück und den wohlverdienten Segen Gottes für ihre fernere Zukunft. An dieser Stelle sei nochmals Herrn Alfons ßcndcl und Herrn Artur Wolff für die Spenden, mit denen sie unsere Gemeinde und unsere Wohlfahrtsvereine und «Einrichtungen anläßlich ihres Weg« zuges bedacht haben, herzlichst gedankt. Abschied. Von allen Verwandten, Freunden und Bekannten nimmt auf \ diesem Wege mit den besten Wünschen und Grüßen Abschied Familie Gustav Marienfhal. Wir nehmen auf diesem Wege grüßend Abschied von unseren Freunden und Bekannten und rufen allen ein herzliches „Lebe*' wohl" zu Alfons Bendel und Frau*. Beim Scheiden aus unserer lieben Ucimatgcmcinde sagen wir allen unseren Freunden und Bekannten mit den besten Wünschen für ihr Ergchen herzlichst „Lebewohl" Artur Wolff und Familie. Dahn. Nach langem, schweren Leiden verschied hier am 13. Juli, wenige Tage nach seiner vorzeitigen Rückkehr aus dem Bade, in welchem er Erholung zu finden hoffte, Herr Julius Katz im Alter von 69 Jahren. Mit seinen Angehörigen und Verwandten trauert die ganze Gemeinde aufrichtig um den Verlust dieses Isch emunoth, dieses in seiner Treue zu Gott und Judentum, zur Familie und Gc

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