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Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Rheinpfalz · 1937-10-06 · 2 (6.10.1937) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Rheinpfalz
Volume
1 (1937 - 1938)
Issue
2 (6.10.1937)
Date
1937-10-06
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Rheinpfalz Organ des Verbandes der israelitischen Kultusgemeinden der Pfalz Herausgeber: Verband der israel. Kultusgemeinden der Pfalz, Landau/Pfalz. Verlag: Heinrich Wildmann, Philippsburg. Verantwortlich f. d. Inhalt: Kurt Metzger, Landau, Glacisstr.9 $ Angemeldet beim Sonderbeauftragten des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda betr. Ueberwachung der geistig und kulturell tätigen Juden im deutschen Reichsgebiet Erscheint monatlich 6. Oktober 1937 / n'Shn flETHD N 1. Jahrgang / Nr.v2 An die Judenheil Deutschlands! v t Das neue jüdische Jahr hat vor kurzem begonnen. Mit ihm ist uns die Aufgabe, die Jüdische Winterhilfe innerhalb unserer Gemeinschaft durchzuführen, aufs neue gestellt worden. Im letzten Jahr konnten wir fast 82000 Menschen vor Not und Bedrängnis bewahren. In den größeren Ge» meinden war jeder fünfte Jude hilfsbedürftig, in den kleineren Gemeinden brauchte schon jeder Vierte unsere Hilfe. Die Zahl der jüdischen Bevölkerung ist im Vergleich zum Jahr vorher um etwa 20000 Menschen, die Zahl der Hilfsbedürftigen aber nur um knapp 1000 gesunken. Das aber heißt Zunahme der Not, Anwachsen des Anteils der Hilfsbedürftigen. Seit dem Abschluß der letzten Aktion für die Jüdische Winterhilfe hat die Zahl der Opferfähigen unter uns sich wieder um Tausende vermindert. Wir müßten an unserer Aufgabe verzweifeln, wüßten wir nicht, daß die Zurückbleibenden sich auch dem erhöhten Anspruch nicht entziehen werden. \ Aermer sind wir geworden, doch wir haben immer erfahren, daß auch unser Besitz uns nur dann ein Segen sein kann, wenn er auch anderen jum Segen wird. Wir rufen die Judenheit Deutschlands auf, die Jüdische Winterhilfe, in der jeder an seiner Stelle seine Pflicht erfüllt, zu einem lebendigen, schützenden Walle zu machen gegen die Not des Winters! REICHSVERTRETUNG DER J Vorstand der jüdischen Gemeinde zu Berlin Preußischer Landesverband jüdischer Gemeinden Verband Bayerischer israelitischer Gemeinden Oberrat der Israeliten Badens Sächsischer Israelitischer Gemeindeverband Oberrat d. isr. Religionsgemeinschaft Württembergs Landesverbände Israel. Religionsgemeinden Hessens Landesorganisation d. Agudas Jisroel in Deutschland Allgemeiner Rabbinerverband in Deutschland Jüdischer CentraUVerein UDEN IN DEUTSCHLAND Jüdischer Frauenbund Reichsausschuß der jüdischen Jugendverbände Reichsbund jüdischer Frontsoldaten Reichsverband der jüd. Kulturbünde in Deutschland Reichsverband der jüdischen Lehrervereine Vereinigung für das religiös«liberale Judentum Vertretung der'unabhängigen jüdischen Orthodoxie Deutschlands > Zentralverband jüdischer Handwerker Deutschlands Zionistische Vereinigung für Deutschland An die Judenheit der Pfalz! Reiche Hilfe haben wir im abgelaufenen Winter unseren bedürftigen Brüdern und Schwestern in der Pfalz gebracht. Auch im kömmenden Winter wollen wir die äußersten Anstrengungen machen, um unsere Armen und Kranken vor Hun'ger und Kälte zu bewahren. \ Pfälzische Juden! Zeigt wiederum Euere Verbundenheit und spendet für die Winterhilfe, was in Eueren Kräften steht! Euere Spenden werden Euch zum Segen werden. Verband der israel. Kultusgemeinden der Pfalz. Was bedeutet und bezweckt jüdische Kulturarbeit? von Theo FriedIänder«Pirmasens. „Der jüd. Kulturbund, der vor 4 Jahren in Berlin gegründet wurde, ist nun seit langem Besitz und Notwendigkeit für alle großen und kleineren Gemeinden in Deutschland. Es hat sich erwiesen, daß der " Wert der Kulturbünde weit über die Mög« lidhkeit hinausgeht, jüd. Künstlern Betätigung, jüd. Zuhörern Zerstreuung zu verschaffen. Hier ist ein Bund gegründet, der ein Zeichen lebendigen, geistigen Interesses, jüdische Menschen sammelt und vereint — und der dieses Interesse immer entschie» dener und reiner in eine besondere jüdische Richtung zu lenken strebt. Die Existenz der Kulturbünde ist für alle Juden von innerster' Bedeutung. Man kann es daher weder verstehen noch billigen, daß >es immer noch Juden in Deutschland gibt, die nach ihren materiellen Lebensbedingungen wohl dazu im Stande wären, Mitglieder ihres Kulturbundes zu sein, aber dennoch beic seite stehen. Der Verlust, der jedes Jahr den Kulturbünden unver» meidlicherweise bringt, kann und muß wettgemacht werden durch

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