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Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Rheinpfalz · 1937-09-01 · 1 (1.9.1937) · p. Seite 7

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Rheinpfalz
Volume
1 (1937 - 1938)
Issue
1 (1.9.1937)
Date
1937-09-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 1 JUDISCHES* GEMEINDEBLATT FÜR DAS GEBIET DER RHEINPFALZ Seite 7 hoffen und wünschen, daß Herr Behr noch lange Jahre in bester Gesundheit unter uns weilen und seine reichen Erfahrungen und sein großes Wissen uns zur Verfügung stellen kann. Der Syna* gogenrat hat als Dank und Anerkennung Herrn Behr zu seinem Ehrenpräsidenten ernannt. Das Bezirksrabbinat in Ludwigshafen/Rhein schließt sich den Wünschen der isr. Kultusgemeinde Neustadt für Herrn Emil Behr gerne an. Der Rczirkerabbiner des Rabbinatsbezirkes hat seit 27 Jahren mit Herrn Behr zusammengearbeitet und sieb in dieser langen Zeit immer wieder davon überzeugen könnenf daß Herr Behr mit außerordentlichem Pflichteifer und mustergültiger Ge» wissenhafligkeit, auch mit großer Objektivität und Unparteilichkeit sein Ehrenamt verwaltete. Möchten dem verehrten Manne an der Seite seiner Gattin noch viele Jahre in Gesundheit beschieden sein! Aus Mutterstadt: Am 10. August beging Frau Jette Dellheim geb. Bodenheimcr ihren 85. Geburtstag. Wir wünsche-, der Jubilarin noch viele Jahre des Lebens in Gesundheit und I rische ^»""i%*,,>«^ .TV»^ ^** I — — ifiS > 1 I CS _ l> Aus Speyer: Am 12. August feierten Herr Eugen Loeb (Synagogenrat) mit seiner Gattin Flora geb. Hiß c"as Fest der silbernen Hochzeit! Aus Anlaß dieses Festes hat das Jubelpaar der Gemeinde eine prachtvolle Vorbetertefillah Uberreichen lassen. Persönliche Nachricht: Voranzeige: Simchath<Thorah<Ball. Am Samstag, den 25. September 1937 findet in der Gaststätte Arthur Schloß, Mannheim Q 2 16 ein Simchath'Thorah'Ball statt. Bezirksrabbinat Kaiserslautern Bewegung des Rabbinatsbezirks: Bar Mizwah: 4. Sept.: Kurt Gottlieb, Sohn des Herrn Julius Gottlieb aus Kai« serslautern. Sterbefälle: b. Aug.: Frau Josephine Felsenthal geb. Sender aus Niederkirchen ' bei Kaiserslautern. 20. Aug.: Fräulein Helene Sonnheim aus Münchweiler a.'Alsenz. Auswanderung: Nach U. S. A.: Herr .Walter Gottlieb, Sohn des Herrn Joseph Gottlieb aus Ebernburg. Fräulein Elfriede Kleinberger, Tochter von Herrn B. Kleinberger aus Göllheim. Letzter Einsendungstermin für Nr. 2 ist der 17. Oktober. Das neue jüdische Buch. < Zum Erscheinen des Werkes von Simon Dubnow „Weltgeschichte des jüdischen Volkes", Kurzgefaßte Ausgabe in drei Bänden. Jüdischer Verlag, Berlin 1937. Die zehnbändige „Weltgeschichte des jüdischen Volkes" Von Prof. Simon Dubnow konnte aus naheliegenden Gründen nicht die Verbreitung finden, die sie verdient. Daher läßt soeben der Jüd. Verlag in dankenswerter Weise eine dreibändige Ausgabe erschei» nen, die ähnlich wie die große Ausgabe der jüdischen Jugend» und Efwachsenenbildung in ganz hervorragendem Maße förderlich sein wird. Zwei Bände sind bereits veröffentlicht; der 1. Band, „Die orientalische Periode in der Geschichte des jüdischen Volkes, Von der Entstehung des Volkes Israel bis zum Verfall der morgenlän« dischen Hegemoniezentren" und der 2. Band „Die europäische Periode in der Geschichte des jüdischen Volkes, Von den Anfängen der abendländischen Diaspora bis zum Ausgang des 18. Jahrhun» derts". Der 3. Band, der auch bald erscheinen wird, wird der neuesten Zeit bis 1914 gewidmet sein. Auch die gekürzte Ausgabe ist wie die zehnbändige von Dr. A. Steinberg bearbeitet. Bei der Wiedergabe geschichtlichen, Stoffes ist es besonders wichtig, daß es in interessanter und anregender Weise geschieht, daß die Darstellung lebendig und anschaulich ist und vor allem Klarheit nicht vermissen läßt. Dubnows Geschichtswerk erfüllt diese Voraussetzungen und vielleicht in der dreibändigen Aus» gäbe noch mehr als in der zehnbändigen, weil in der gekürzten Aufgabe sehr viele Einzelheiten und der ganze wissenschaftliche Apparat wie Einzelexkurse, quellenkritischc Untersuchungen, bib» liographische Angaben in Fortfall gekommen sind." Um anschaulich zu machen, wie aufschlußreich Dubnows Dar« Stellung ist, müßte man ganze Seiten anführen. Zutiefst erschütternd Richtlinien für den Gottesdienst an den Feiertagen. 1. Wir beten an unseren Feiertagen. Wer sich unterhalten will, soll fern bleiben. 2. Wir stören einander nicht im Gebet. Jeder gegenseitige Besuch muß unterbleiben. 3. Wir besuchen den ganzen Gottesdienst. Jedes unnötige Verlassen des Gottesdienstes soll deshalb vermieden werden. 4. Wir gehen alle sofort nach Hause. Jedes Umhcrstchcn im Svnagogenhof und auf der Straße soll unbedingt unter» bleiben. ■ 5. Schulpflichtige Kinder benützen die ihnen angewiesenen. Plätze und verhalten sich ruhig. 6. Wir leisten allen Anordnungen der diensttuenden Beamten unbedingt Folge. 7. Wir stellen uns auf keine fremden Plätze. Die Eigentums« bzw. vermieteten Plätze sind freizuhalten. sind jene Schilderungen, welche die endlosen Leiden der Juden in den Ländern der Galut und ihre wahrhaft heroische Haltung, die aus großer Gläubigkeit resultiert, darstellen. Mit Stolz und mit Ehrfurcht lesen wir in Dubnows Werk von der einzigartigen reli» giösen Wirksamkeit des Oflenbarungsvolkes, von den grandiosen Leistungen der jüdischen Menschen in den verschiedensten Zeiten und Zonen auf allen Gebieten der Kultur. - Besonders hervorheben möchte ich Ausführungen im 2. Bande, weil sie im Hinblick auf eine aktuelle innerjüdischc Frage Be« deutung haben und recht anschaulich zeigen, wie die äußere Assimilation (auch in der Sprache) nicht etwa zur Preisgabe des Judentums führen muß. In dem Kapitel „Die ältesten Siedlungen in Italien" führt nämlich Dubnow aus, daß aus der Tatsache, daß die Inschriften auf den jüdischen Grabdenkmälern in Rom zumeist griechisch abgefaßt zu werden pflegten, zu ersehen sei, •wie sehr die römische Judenheit durch die Kultur der Umwelt' bc» cinflußt war. Dafür würde auch die Häufigkeit der lateinischen und griechischen Männer« und Frauennamen unter den Juden sprechen. „Dem Prozeß der äußeren Assimilation wirkte jedoch auf der anderen Seite die Treue entgegen, mit der die römischen Juden an ihren überlieferten Sitten und Gebräuchen hingen". (S. 13)'. Rabbiner Dr. Ernst Stcckelmacher, Ludwigshafen/Rh. Zucker, Studium zur jüdischen Selbstverwaltung im Altertum, Schocken*Vei;lag, Berlin 1936. Der Verfasser sucht auf. Grund einer wissenschaftlichen Unter1 suchung der Quellen den Umfang der jüdischen Selbstverwaltung innerhalb der persischen, hellenistischen und römischen Reichs« Verwaltung und den Machtbereich des großen Gerichtshofes fest» zustellen. Man kann ruhig sagen, daß diese Darstellung sehr gut geglückt ist, und ein wertvoller Fortschritt in der Erforschung der Verfassungen der jüdischen Gemeinden ist; noch mehr, sie ist ein interessantes Stück'jüdischer Kulturgeschichte im Altertum. M. Camilla Spira, Kennen Sie Peter? Berlin, Vortrupp»Verlag 1936. Eine entzückende Bubcngeschichtc wird uns hier geboten. Aber darüber hinaus lernen wir die psychologischen Grundlagen einer solchen Kindcrscclc kennen, wie so ein Bcngcl die Dinge der Umwelt auffaßt Das Büchlein ist eine Quelle der Freude und — des Nachdenkens. Palästina'Kalender für das Jahr 5698. In bekannt schöner Ausstattung erscheint auch in diesem Jahre der Palästina»Kalender für das Jahr 5698. Er bietet uns ein buntes Bild aus dem judischen Leben in Palästina so wie es wirk» lieh ist. Er zeigt uns das jüdische Volk bei seiner Arbeit und bei ( seinen Festen, er zeigt uns die Jugend, er zeigt uns Wichtige Statten und Persönlichkeiten von Ercz Israel. Der Kalander wird ein treuer Begleiter durch das Jahr des JudSn sein Und einem jeden viel Fredde bereiten. M. Wittelshöfer, Sozial» und Wirtschaftsrecht. Die erste Ergänzung zum „Sozial« und Wirtschaftsrecht, ausge» wählt und bearbeitet für die Bedurfnisse der Juden in Deutschland" von Ministerialrat a- D. Fritz Wittelshöfer — Nr. \ der Schriften der Zcntralwohlfahrtsstclle und der Abteilung Wirtschaftshilfe bei der Reichsvertretung der Juden in Deutschland — ist erschienen. Aus der Ergänzung, die den gesamten Inhalt des Buches auf den gegenwärtigen Stand von Gesetzgebung und Rechtsprechung bringt, ist besonders hervorzuheben: Die eingehende Neukommcntierung

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