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Jüdischer Volksbote · 1914-06-01 · 34 (6.1914) · p. Seite 518

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Journal
Jüdischer Volksbote
Volume
1914
Issue
34 (6.1914)
Date
1914-06-01
Page
Seite 518 (sequence 4)
Language
German
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518 zur huldigenden Anerkennung in die Kreise der Menschheit hinauszurufen. Was daK Heiligtum in Israels Mitte ihm! war, das sollte der von ihm zu gründende Staat der Menschheit werden, wasdie Priester und Leviten in seinem Kreise bedeuteten, das sollte das israelitische Volk der Brudermenschheit leisten. Land und Staat sollten ihm nur als Mittel für das Heroldsamt an die Menschheit gelten. Darum sollte es losgelöst vom Boden, außerhalb des Staatsgefüges zu einem Volke erstarken, zu einem Volke, welches die Bedingung seines eigentümlichen Daseins in sich selbst trägt, das keines sichtbaren mit irdischer Glorie umgebenen Königs, keines nationalen Staats > bedarf, um seine nationale Tatkraft zu entfalten, das in Wahrheit Gott als seinen unumschränkt gebietenden Herrscher anerkennt und den Seinem Gesetze zu zollenden unverbrüchlichen Gehorsam als den einzigen Beruf seines Lebens in jeglicher Zeit und unter jeglicher Konstellation unbedingt betätigt. Dieses Ziel kann aber nur erreicht werden, wenn das Bewußtsein der nationalen Aufgabe in jedem einzelnen Angehörigen dieses Volkes in urkräftiger Mächtigkeit lebendig ist, wenn der Volkscharakter in jedem Sohne dieses Volks zum vollen Ausdruck gelangt, wenn jeder Mann mit seiner ganzen Persönlichkeit eintritt in >den Dienst des nationalen Heiligtums. Als darum Israel die Wiederkehr seiner Erlösung zum ersten Male in der Feier des Peffach festlich begangen hatte und ihm durch dieselbe zu . erneutem Bewußtsein gebracht worden war, wie es seine Freiheit nur Gott verdanke, der sie ihm geschenkt, auf daß es sie in Seinem Dienste nach Seinem Willen gebrauche und sich fühle als rr f«2n vnno cy .das Volk Seiner Weide und die Heerde Seiner Hand-, Gottes Leitung, Führung und Erziehung allein unterstehend in allen seinen Gliedern, da sollte diese Erkenntnis jedem einzelnen Manne in Israel durch den am ersten Jjar ergangenen göttlichen Befehl dauernd eingeprägt werden. Durch die angeordnete Zählung nach Aufruf jedes Mannes nach Stamm und Familie für den .Gesamtdienst' ward ein Jeglicher in prägnanter Weise eindringlich gemahnt, daß dieser der Gesamtheit zugewiesene Dienst auf seine, des Einzelnen, hingehendste Tätigkeit rechne, und er sich als Glied des Ganzen, als Mitträger des Heiligtums und Mitkämpfer für dasselbe zu fühlen habe. Für die Errichtung des GottesrWs warte Gott, sein Herr und Meister, auch auf den von ihm zu leistenden Beitrag, keiner dürfe sich ausichließe». Niemand das von ihm M schaffende Werk einem Andern überlaffen, Gott will Niemanden vermisse», wenn Er Musterung hält über Seine Schaaren, über das Gottesheer, das durch unauflösliche Bande mit der Pflicht der Treue md des Gehorsams verknüpft ist. Der ist ein Deserteur, ein Verräter, welcher von seinem Posten weicht und auf demselben nicht voll und;a»z seines Dienstes wartet. Dieses Gottesheer besteht aus lauter gleichwertigen und einander völlig ebenbürtigen Gliedern; der zu Juda's Herrscherstamm sich Zählende, der dem Landbau treibenden Ifachar oders dem Handel sich hingebende

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